Breitband-Technologie

Bundesnetzagentur legt Entscheidung zu VDSL Vectoring vor

Behörde will Register für verbindliche Ausbauplanung einführen
AAA

Jochen HomannBNetzA-Präsident Jochen Homann
hält die Entscheidung seiner Behörde
für "stimmig und ausgewogen"
Die Bundes­netz­agentur (BNetzA) hat heute ihre endgültige Entschei­dung zum Thema VDSL Vectoring vorgelegt. Der finale Entwurf wird nun der EU-Kommission sowie den Regu­lierungs­behörden der anderen EU-Staaten zur Stellung­nahme übermittelt. In dem Papier, das teltarif.de vorliegt, hat der deutsche Regulierer einige Kritikpunkte der Telekom-Wettbewerber aufgegriffen und in die Beschluss­fassung eingearbeitet. Im April hatte die BNetzA einen Entscheidungs-Entwurf veröffentlicht und allen Beteiligten Gelegenheit zur Kommentierung gegeben.

BNetzA kontrolliert künftig die "Vectoring-Liste"

So erklärt sich die Bundes­netz­agentur nun doch dazu bereit, als Kontroll­instrument für die Ausbau­pläne der Deutschen Telekom und deren Mitbewerbern zu fungieren: Dazu wird ein Vectoring-Register - die sogenannte "Vectoring-Liste" - eingeführt, in der der innerhalb eines Jahres beabsichtigte und tatsächlich durch­geführte Ausbau von Kabel­verzweigern (Kvz) mit VDSL (-Vectoring) doku­mentiert wird. Die Liste soll bei der Telekom geführt und durch die BNetzA kontrolliert werden.

Allerdings: Die von den Telekom-Konkurrenten geforderten Sanktionen, die dann drohen sollen, wenn die Deutsche Telekom einen Ausbau zwar ankündigt, dann aber doch nicht durchführt, sollen erst in Zukunft verankert werden. Seitens der Mitbewerber war befürchtet worden, die Telekom könne mit dem Vorwand des geplanten Ausbaus ihre Konkurrenten blockieren. Da die Vectoring-Liste nun für "alle Marktakteure" gleichermaßen gelten soll, würden Sanktionen auch Telekom-Konkurrenten treffen, wenn sich diese nicht an ihre abgegebene Planung halten.

Konkrete Sanktionen müssen allerdings noch definiert werden

"(...) Konkrete Sanktionen bei missbräuchlichen Reservierungen von Kvz, beim Nicht-Ausbau zuvor reservierter Kvz und bei der Nichtverfügbarkeit eines im Rahmen des offenen Netzzugangs (Open Access) ersatzweise anzubietenden Bitstrom-Produkts (...)" (teltarif.de berichtete über diese Layer-2-Bitstream-Vorleistung) müssten noch "(...) in einem sogenannten Standard­angebot von der Bundes­netzagentur festgelegt werden", heißt es von Seiten der Behörde.

Telekom-Wettbewerber können sich mit mehreren Forderungen durchsetzen

Daneben bekommen die Telekom-Wettbewerber Zugeständnisse für einige weitere Konstellationen - hier hatten die einschlägigen Branchen­verbände VATM, BREKO und BUGLAS im Vorfeld ebenfalls Kritik geübt. So kann die Telekom den Zugang zu einem Kvz nicht verweigern oder kündigen, wenn am konkreten Ort erst nachträglich eine zweite Festnetz-Infrastruktur errichtet wird.

Dasselbe gilt für Fälle, in denen der Wettbewerber eine staatliche Förderung für den Ausbau an einem oder mehreren Kvz erhalten hat und die Fördergelder sonst ganz oder teilweise zurückzahlen müsste. Letztlich besteht auch in Fällen Bestandsschutz, in denen der Telekom-Konkurrent bereits vor der endgültigen Regulierungs­entscheidung der Bundesnetz­agentur eine verbindliche Bestellung zum Ausbau eines Kvz bei der Telekom abgegeben hat.

BNetzA-Präsident Homann: "Stimmiges und ausgewogenes Gesamtergebnis"

"Wir haben uns mit den im Rahmen des öffentlichen Kommentierungs­verfahrens zahlreich eingegangenen Stellung­nahmen intensiv befasst. Zahlreiche konstruktive Vorschläge der Marktakteure wurden aufgegriffen und in den aktuellen Entscheidungs­entwurf eingearbeitet. Wir verfügen nun über ein stimmiges und ausgewogenes Gesamt­ergebnis, das allen investitions­willigen Unternehmen chancengleiche und verlässliche Rahmen­bedingungen für den Aus- und Aufbau von modernen TK-Netzen, insbesondere auch in ländlichen Gebieten, bietet", kommentiert BNetzA-Präsident Jochen Homann das Ergebnis.

Alle Details in einer Folge-News

teltarif.de beleuchtet in einer Folge-News alle Details zum VDSL-Vectoring-Beschluss der Bundes­netz­agentur. Unseren Artikel finden Sie hier.

Weitere Meldungen zum Thema VDSL Vectoring

Weitere Artikel zur Bundesnetzagentur