Cyberstrategie

USA wollen notfalls militärisch gegen Hackerangriffe vorgehen

Androhen von Militärschlägen soll Cyberkriminelle abschrecken
Von dpa /
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USA-FlaggeDie USA wollen Hacker mit dem Androhen von Militäreinsätzen abschrecken Die USA wollen schwere Hackerangriffe aus dem Ausland künftig als Kriegshandlung einstufen können und sich damit auch militärische Gegenschläge vorbehalten. Dies sehe die erste ausgefeilte Cyberstrategie des Verteidigungsministeriums vor, die in wenigen Tagen veröffentlicht werden solle, berichtet heute das Wall Street Journal (WSJ).

Das 30 Seiten starke, weitgehend geheime Papier stufe die Sabotage amerikanischer Computersysteme durch ausländische Hacker als möglichen Kriegsgrund ein. Grundlage der Doktrin sei das Prinzip der "Gleichwertigkeit", schreibt die Zeitung weiter. Sollte eine Cyberattacke etwa Todesopfer, massive materielle Schäden oder eine maßgebliche Störung des öffentlichen Lebens in den USA nach sich ziehen, behalte sich das Pentagon das Recht "angemessener Vergeltung" durch konventionelle militärische Gewalt vor.

USA wollen Cyberkriminelle abschrecken

Die Androhung solcher Gegenschläge als Teil der Cyberstrategie habe vor allem das Ziel, Hacker von vornherein abzuschrecken. Zudem basiere sie auf der Einschätzung, dass großangelegte Angriffe auf die Infrastruktur der USA, etwa auf Atomkraftwerke, U-Bahnen oder Öl- und Gasleitungen nur dann möglich seien, wenn Internet-Saboteure dafür Informationen von ausländischen Regierungen erhalten.

Die USA sehen in Attacken aus dem Internet mittlerweile eine der größten Bedrohungen, hängen jedoch beim Aufbau einer entsprechenden Abwehr nach eigener Einschätzung hinterher. Im vergangenen Jahr hatte das Pentagon deshalb eine neue Militäreinheit (Cyber Command) in Betrieb genommen, die unter anderem die Computernetzwerke des Landes beschützen soll.

Aktuell in Deutschland: Hacker-Angriff auf Neckermann-Server

Unterdessen ist ein Server des deutschen Versandhändlers Neckermann einem Hackerangriff zum Opfer gefallen. Dabei wurden die Daten von 1,2 Millionen Gewinnspielteilnehmern abgegriffen. Den Kriminellen fielen nach Unternehmensangaben Namen und E-Mail-Adressen von vorwiegend deutschen Nutzern in die Hände.

Der Angriff sei am vergangenen Donnerstag aufgefallen, teilte das Unternehmen heute mit. Man habe umgehend die Sicherheit des Servers verstärkt und die betroffenen Gewinnspielteilnehmer informiert. Bei der Staatsanwaltschaft Frankfurt sei zudem Anzeige gegen Unbekannt gestellt worden.

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