USA wollen notfalls militärisch gegen Hackerangriffe vorgehen
31.05.2011 18:08
Androhen von Militärschlägen soll Cyberkriminelle abschrecken
Von dpa /
 Die USA wollen Hacker mit dem Androhen von Militäreinsätzen abschrecken
Die USA wollen schwere Hackerangriffe aus dem
Ausland künftig als Kriegshandlung einstufen können und sich damit auch
militärische Gegenschläge vorbehalten. Dies sehe die erste
ausgefeilte Cyberstrategie des Verteidigungsministeriums vor, die in
wenigen Tagen veröffentlicht werden solle, berichtet heute das Wall
Street Journal ( WSJ).
Das 30 Seiten starke, weitgehend geheime Papier stufe die Sabotage
amerikanischer Computersysteme durch ausländische Hacker als
möglichen Kriegsgrund ein. Grundlage der Doktrin sei das Prinzip der
"Gleichwertigkeit", schreibt die Zeitung weiter. Sollte eine
Cyberattacke etwa Todesopfer, massive materielle Schäden oder eine
maßgebliche Störung des öffentlichen Lebens in den USA nach sich
ziehen, behalte sich das Pentagon das Recht "angemessener Vergeltung"
durch konventionelle militärische Gewalt vor.
USA wollen Cyberkriminelle abschrecken
Die Androhung solcher Gegenschläge als Teil der Cyberstrategie
habe vor allem das Ziel, Hacker von vornherein abzuschrecken. Zudem
basiere sie auf der Einschätzung, dass großangelegte Angriffe auf die
Infrastruktur der USA, etwa auf Atomkraftwerke, U-Bahnen oder Öl- und
Gasleitungen nur dann möglich seien, wenn Internet-Saboteure dafür
Informationen von ausländischen Regierungen erhalten.
Die USA sehen in Attacken aus dem Internet mittlerweile eine der
größten Bedrohungen, hängen jedoch beim Aufbau einer entsprechenden
Abwehr nach eigener Einschätzung hinterher. Im vergangenen Jahr hatte
das Pentagon deshalb eine neue Militäreinheit (Cyber Command) in
Betrieb genommen, die unter anderem die Computernetzwerke des Landes
beschützen soll.
Aktuell in Deutschland: Hacker-Angriff auf Neckermann-Server
Unterdessen ist ein Server des deutschen Versandhändlers
Neckermann einem Hackerangriff zum Opfer
gefallen. Dabei wurden die Daten von 1,2 Millionen Gewinnspielteilnehmern abgegriffen. Den Kriminellen
fielen nach Unternehmensangaben Namen und E-Mail-Adressen von vorwiegend deutschen Nutzern in die
Hände.
Der Angriff sei am vergangenen Donnerstag aufgefallen, teilte das Unternehmen heute mit. Man habe umgehend
die Sicherheit des Servers verstärkt und die betroffenen Gewinnspielteilnehmer informiert. Bei der
Staatsanwaltschaft Frankfurt sei zudem Anzeige gegen Unbekannt gestellt worden.
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