Backdoor

Google & Co: US-Behörden wollen Zugriff aufs Handy-OS

Einem Bericht zufolge wollen sich US-Behörden per Backdoor Zugriff auf das Smartphone-OS verschaffen. Eine neue Gefahr für Hackerangriffe?
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Google kann aus der Ferne auf Geräte zugreifenGoogle kann aus der Ferne auf Geräte zugreifen Bei der Strafverfolgung gibt es Situationen, bei denen es für die Behörden wichtig sein kann, auf die Daten eines Smartphones zuzugreifen. US-Behörden haben dies begriffen und versuchen nun, einen Fuß in die Tür der Smartphone-OS-Entwickler zu bekommen. So soll es etwa Google möglich sein, auf Behörden-Anweisung, Fernzugriff auf Android-Smartphones zu erhalten und die dort gespeicherten Daten zu sichten, wie aus dem Bericht eines New Yorker Bezirksstaatsanwalts hervorgeht.

Doch auf welchem rechtlichen Fundament basiert diese Möglichkeit, IT-Unternehmen mit dem Abfangen von Daten aus der Ferne zu beauftragen? Zwar gebe es aus der US-Verfassung heraus keine direkte Befugnis, Handy-Hersteller dazu zu zwingen, den Behörden das Handy-OS zugänglich zu machen, allerdings sei es im Rahmen des Handelsrechts dann doch möglich. Allerdings bedürfe es einer nationalen Lösung, da sonst jeder Bezirk und Bundesstaat eine eigene Lösung finden müsse, heißt es dazu in dem Papier.

Jedes Gerät innerhalb der USA soll durchsuchbar sein

Laut dem Bericht sei es erforderlich, dass jedes Tablet oder Smartphone, welches in den USA produziert, verkauft oder vermietet wird, durchsuchbar gemacht wird. Auch wenn es in dem Bericht nicht Eins-zu-Eins so genannt wird, geht es doch darum, den Strafverfolgungsbehörden eine Art Hintertür einzurichten oder zumindest dafür zu sorgen, dass der Zugriff auf das Ziel-Gerät auch ohne kostspielige technische Innovation ermöglicht wird. Allerdings würden die Backdoors nicht direkt von den US-Behörden angesteuert, sondern der jeweiligen Hersteller bzw. Entwickler soll diese einrichten.

Zunehmende Verschlüsselung erschwert Zugriff auf Daten

Allerdings erschwere die aufkommende Verschlüsselung von Daten bei Smartphones die Durchsuchbarkeit. Geräte mit einer derartigen Verschlüsselung würden vermehrt auf den Markt kommen, prognostizierte der Bezirksstaatsanwalt Cyrus R. Vance, Jr. schon Anfang April 2015 und ging auf die möglichen negativen Folgen für die Strafverfolgung ein.

Abschließend stellt sich natürlich auch die Frage, ob Hacker nicht von den Backdoors profitieren und sich dadurch neue Sicherheitslücken auftun.

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