Urheberrechte

Urheberrecht im Internet: EU will neue Regeln für Videos und Musik

Betroffene können bis zum 18. November im Internet diskutieren
Von mit Material von dpa
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Urheberrecht im Internet: EU will neue Regeln für Videos und MusikEU will Urheberrechte regeln Die EU-Kommission will die Urheberrechte für Videos und Musik im Internet stärken. Durch immer neuere Technologien und dem zunehmenden Zugriff auf dass Internet, verändern sich auch die Vermarktung und der Vertrieb von audiovisuellen Medien. Nutzer sind es heutzutage gewohnt, beinahe überall und zu jedem Zeitpunkt auf entsprechende Inhalte im Netz zugreifen zu können. Gefördert wird dieser Rundum-Zugriff durch die Verbreitung von internetfähigen Fernsehgeräten, Spielekonsolen, Smartphones und anderen mobilen Medien.

Der technologische Wandel bietet Urhebern und Vertreibern audiovisueller Werke neue Chancen, führt jedoch auch dazu, dass die Rechte für den Online-Vertrieb derartiger Mediendienste neu geregelt werden müssen. Ob und wie der Regulierungsrahmen angepasst werden muss, soll in ersten Schritten aus einer öffentlichen Diskussions-Runde hervorgehen. Alle Interessengruppen können bis zum 18. November ihre Meinung zu zahlreichen Aspekten des Online-Vertriebs von audiovisuellen Werken wie Spielfilmen, Dokumentationen, Fernsehfilmen, Cartoons usw. abgeben.

Öffentliche Diskussion als Grundlage für weiteres Vorgehen

EU-Kommissar Michel Barnier rief am Mittwoch in Brüssel dazu auf, sich an der öffentlichen Diskussion zu beteiligen: "Ich möchte sicherstellen, dass die Europäer die durch das Internet gebotenen Chancen ergreifen können. Es ist mir wichtig, die Meinung aller betroffenen Akteure – Urheber, ausführender Künstler, Produzenten, Vertreiber und Verbraucher – zu hören. Die Ergebnisse dieser Konsultation werden einen wesentlichen Beitrag zu meinen in Vorbereitung befindlichen Initiativen leisten, zu denen unter anderem ein Legislativvorschlag zur kollektiven Lizenzierung von Urheberrechten, eine Prüfung des durch die Richtlinie über die Informationsgesellschaft aus dem Jahr 2001 gesteckten Rahmens und eine Überarbeitung der Richtlinie zum Urheberrechtsschutz zählen." 2012 soll ein Gesetzesvorschlag für länderübergreifende Online-Lizenzen folgen.

Die Ergebnisse der Diskussion soll es der EU-Kommission ermöglichen, die nächsten Schritte in Richtung eines neu geregelten Urheberrechtes zu gehen. Die Antworten werden außerdem einen Beitrag zum künftigen Vorschlag der Kommission zur Verbesserung der kollektiven Rechtewahrnehmung leisten.

Neue Regeln könnten beispielsweise Video-on-demand und Streaming-Angebote sowie Internet-TV betreffen. Anders als beim Rundfunk gebe es derzeit keine rechtlichen Grundlagen zur Klärung von Urheberrechten für grenzübergreifende audiovisuelle Online-Mediendienste. Die Kommission stellt auch die Frage nach einer angemessenen Vergütung von Autoren und Künstlern für die Online-Nutzung ihrer Werke.

Nach Angaben der Kommission erwirtschaftet die europäische Kulturbranche rund drei Prozent des Bruttoinlandsproduktes der EU. Sie habe damit einen jährlichen Marktwert von 500 Milliarden Euro. Rund sechs Millionen Menschen seien in der Branche beschäftigt. Der Online-Vertrieb wachse dabei rasant: EU-weit gebe es bereits mehr als 500 Online-Videoplattformen.

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