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| Festnetz | Internet | Mobilfunk | Handy & Co. | Meldung | Meinung | Service | 28.05.2012 |
Das Urheberecht nach kino.to - viele Fragen, wenig Antworten06.09.2011
17:46 Diskussion auf der IFA-Medienwoche zeigt Ratlosigkeit unter Experten
In puncto Urheberrecht und so genannter Raubkopien lieferte die jüngste Vergangenheit einige
Schlagzeilen: Vor allem das Aus von kino.to wurde weit über die klassische IT-Landschaft hinaus beachtet.
Kein Wunder, zeigte sich doch, dass es sich bei diesem Streaming-Portal nicht um
ein von einem kleinen Kreis genutztes Angebot handelte,
sondern dass sich offenbar Millionen Nutzer in Deutschland an den kostenlosen, illegal angebotenen Filmen erfreuten.
Ob der Abruf ebenfalls illegal ist, ist nicht final geklärt - trotzdem könnte diese Erkenntnis
der Debatte ums Urheberrecht einen neuen Schwung geben.
Dabei wählten die Veranstalter der Medienwoche einen durchaus dramatischen Einstieg. Ronald Wheeler von Fox Entertainment zeigt in seinem Einführungsvortrag, dass Raubkopieren auch der Gesellschaft schadet: Niedrigere Steuereinnahmen, Arbeitsplatzverluste, finanzielle Unterstützung für organisierte Kriminalität, allgemeiner Verfall des Rechtsbewusstseins. Lösungsstrategie: Technische Restriktionen und konsequentes juristisches Vorgehen. Auch Matthias Leonardy von der GVU (Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen) wurde seiner Rolle gerecht und versuchte anhand des Beispiels kino.to noch einmal deutlich zu machen, dass es nach seiner Auffassung bei der Piraterie eben nicht um lustige Piraten geht, sondern um handfeste Kriminalität mit geschäftsmäßigen Interessen. Immerhin: In der Frage, ob der Schlag gegen kino.to wirklich ein nachhaltiger Erfolg war, waren Zweifel zu spüren - andere, entsprechende Angebote füllen die entstandene Lücke. Fragen über Fragen - aber keine AntwortenAuf dem Podium herrschte anschließend weitgehende Einigkeit bezüglich der Einschätzung, dass die Situation aus Sicht der Kulturschaffenden und Medienunternehmen so nicht haltbar sei - mit all den Nuancen, die diese Diskussion seit Jahren mit sich bringt. Fehlt nur ein gutes Angebot und wären Nutzer dann bereit dafür zu zahlen? Oder können legale Angebote generell nicht mit illegalen mithalten, da sie immer einen Kostenfaktor für den Verbraucher beinhalten? Zudem: Welche Restriktionsmöglichkeiten gäbe es? Während mancher Diskussions-Teilnehmer Sympathie für das französische Modell Hadopi mit Internetabschaltung nach Verwarnung hegt, plädierten andere für die Sperrung von Inhalten. Insgesamt gilt: Viele Fragen, wenig Antworten. Als klassischer Counterpart saß diesmal der Blogger Markus Beckedahl auf dem Podium, der sich gegen Restriktionen in der Internetstruktur aussprach und das gefühlte Grundrecht auf Internet hervorhob. Alles in allem zeigt sich: Für Einschränkungen fehlt aktuell der politische Konsens, für neue Modelle die Ideen. Gerade letztere dürfte dazu führen, dass sich auch in absehbarer Zeit abseits von der möglichen Einführung von Restriktionen wohl nichts ändern wird - und die Diskussion im kommenden Jahr einen ähnlichen Inhalt haben dürfte. Weitere Meldungen zum Thema IFA
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