Schwarzer Bildschirm

Unitymedia beschleunigt Analog-TV-Abschaltung

Ab Ende April gibt es nur noch 25 analoge Sender im Kabel, nächstes Jahr könnte schon ganz Schluss sein. Doch dafür dürften Internetanschlüsse deutlich schneller werden.
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Analoge Fernsehsignale brauchen im Vergleich zu digitalen Kanälen viel Frequenz-Bandbreite. Pro Sendekanal ist nur einen Sender möglich, während im Digitalfernsehen mehrere Sender pro Kanal übertragen werden können. Per Fernsehantenne und Satellit ist das analoge Fernsehen in Deutschland schon lange Geschichte, nur die Kabelanbieter halten bis heute daran fest. Doch nun scheint es den analogen Sendern auch hier an den Kragen zu gehen. Das wiederum bedeutet perspektivisch deutlich schnellere Internet-Anschlüsse per Kabel.

In der Zeit vom 25. auf den 26. April reduziert Unitymedia, Kabelnetzbetreiber in Nordrhein-Westfalen, Hessen und Baden-Württemberg, die analogen Kapazitäten im Kabelnetz. Nach Angaben des Unternehmens schauen heute rund 85 Prozent der Kunden digital fern. Die nun geplante Abschaltung analoger Sender sei der letzte Schritt, bevor Unitymedia das analoges TV-Angebot vollständig einstelle. "Wir empfehlen unseren Kunden, schon heute aktiv zu werden und auf digital umzuschalten. Der Weg zum digitalen Fernsehen ist einfach. Dabei entstehen keine Zusatzkosten", heißt es. Das allerdings ist nur bedingt richtig, zumindest eine Set-Top-Box oder ein digital-tauglicher Fernseher ist notwendig. Gerade in Haushalten mit einer hohen Altersstruktur dürfte das nur selten der Fall sein.

Diese Sender werden abgeschaltet

Die Zukunft ist digitalDie Zukunft ist digital Am 25. April (in NRW) und am 26. April (in Hessen und Baden-Württemberg) erfolgt die nächste und letzte Anlog-Abschaltung, bevor alle Sender verschwinden. Dann entfallen je nach Region mehrere analog verbreitete TV-Sender, darunter SAT.1 Gold (Nordrhein-Westfalen und Hessen), RTL Nitro (Nordrhein-Westfalen) sowie das Bayerische Fernsehen in Baden-Württemberg. Im gesamten Unitymedia-Verbreitungsgebiet fallen die Sender Channel21 und sonnenklarTV weg. Teilweise entfallen die Programme Juwelo, Servus.tv und DMAX.

Neue HD-Sender kommen

Zudem sollen weitere HD-Sender aufgeschaltet werden. Dabei handelt es sich beispielsweise um die SAT.1 HD Regionalfester (frei zu empfangen im Kabelanschluss von 17 bis 19 Uhr, sonst HD-Option), SAT.1 Gold HD (mit HD-Option) und A&E HD ( mit DigitalTV Highlights und DigitalTV Allstars). Für die Erweiterung des TV-Angebotes nimmt Unitymedia in der Nacht vom 17. auf den 18. Mai Änderungen an seinem Kabelnetz vor. Im Laufe des Jahres werden nach Unternehmensangaben noch weitere HD-Sender aufgeschaltet. So nimmt Unitymedia in Baden-Württemberg zum Beispiel Regionalsender in das frei zu empfangende HD-Angebot auf, die ab Mai nur noch eingeschränkt analog verbreitet werden. Wie das Medienmagazin DWDL berichtet, plant Unitymedia für 2017 die komplette Abschaltung der Analogsender. Ein Sprecher des Unternehmens wollte das uns gegenüber nicht bestätigen. Gleichzeitig wurden aber auch die Angaben des DWDL-Berichtes nicht dementiert. Der Sprecher verwies gegenüber unserer Redaktion auf eine Bekanntgabe zusammen mit der Landesmedienanstalt NRW Anfang April.

Komplette Analog-Abschaltung zu Gunsten von DOCSIS 3.1

Die Abschaltung aller dann noch verbleibenden Analogsender hätte vor allem Auswirkungen auf die Möglichkeiten des TV-Kabelnetzes bei der Versorgung mit schnellen Internetleitungen. Die Netzbetreiber in Deutschland stehen hier vor der Einführung eines neuen Standards, der DOCSIS-3.1-Übertragung. Diese kann je nach zur Verfügung stehendem Frequenzband Leitungen im zweistelligen Gigabit-Bereich anbieten. Ob es soweit kommt, wird allerdings selbst in Kabelnetzbetreiber-Kreisen im Hinblick auf technische Komponenten im Netz bezweifelt.

Allerdings ermögliche die Abschaltung der Analogsender, das DOCSIS 3.1 zunächst parallel zum bestehenden DOCSIS 3.0 eingeführt werden kann und Kunden so schon Zugriff auf schnellere Leitungen bekommen.

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