Umzug

Telefon und Internet: Was Sie bei einem Umzug beachten sollten

Der Umzug eines Festnetz- bzw. Internet-Anschlusses ist kein leichtes Unterfangen. Mit unseren Tipps gelingt er trotzdem problemlos. Wir zeigen Ihnen, was Sie beachten müssen und welche Veränderungsmöglichkeiten sie haben.
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Telefon und Internet: Was Sie bei einem Umzug beachten solltenTelefon und Internet: Was Sie bei einem Umzug beachten sollten Wer umzieht, freut sich bestimmt schon auf die neue Wohnung oder das neue Haus. Doch nicht nur die Möbel und alle anderen Besitztümer müssen in die neue Wohnung ziehen. Auch der Internet-Anschluss soll in der neuen Wohnung laufen. Damit auch beim Umzug des Festnetz- bzw. Internet-Anschlusses nichts schief geht, haben wir einen Ratgeber zusammengestellt, der Ihnen zeigt, was Sie beachten müssen.

Üblicherweise sind heute Internet- und Telefon-Anschluss kombiniert. Allerdings gibt es gute Gründe, diesen Weg nicht zu gehen. Unsere Empfehlungen gehen zwar von einem kombinierten Anschluss aus, sind aber auf andere Anschlussarten übertragbar: Der Umzug mit einem einfachen Telefonanschluss ohne Internet geht genauso vonstatten, wie der Umzug eines Kombi-Tarifs.

Je früher Sie über Ihren Umzugstermin Bescheid wissen, desto einfacher und stressfreier wird der Umzug werden. Denn dann können Sie sich frühzeitig über die Bedingungen am neuen Wohnort informieren und sich Gedanken darüber machen, welchen Internet- bzw. Festnetz-Anschluss Sie wünschen oder auf welche Zugangstechnologie Sie setzen möchten.

Neben den technischen Bedingungen am neuen Wohnort gibt es leider noch eine zweite Hürde zu umschiffen: Aus einem Umzug kann normalerweise kein Kündigungsrecht abgeleitet werden, wenn Sie sich noch in der Laufzeit eines Vertrags befinden. Ein Umzug ins Ausland rechtfertigt im Allgemeinen jedoch eine außerordentliche Kündigung - dafür muss aber der Wohnsitz in Deutschland aufgegeben werden - auch ein eventuell vorhandener Zweitwohnsitz. Informieren Sie sich möglichst frühzeitig über die Umzugsbedingungen Ihres aktuellen Anbieters und planen Sie genügend Zeit für den Umzug des Anschlusses ein.

Kommen Veränderungen des Telefonverhaltens auf Sie zu?

Bevor Sie sich an die Formalitäten des Umzugs machen, sollten Sie sich überlegen, ob der Umzug möglicherweise auch einen Einfluss auf Ihr Telefonier-Verhalten hat. Ziehen Sie in eine andere Stadt und werden vielleicht mit Freunden mehr telefonieren? Ziehen Sie in ein Gebiet mit anderer Breitbandversorgung und nutzen zukünftig statt Ihrem Festnetz-Anschluss Skype oder andere VoIP-Techniken?

Jede Änderung im Verhalten kann dazu führen, dass andere Tarifmodelle gegenüber dem aktuell genutzten geeigneter sind. Prüfen Sie daher genau, ob es erwartbare Veränderungen in Ihrem persönlichen Nutzungsprofil geben könnte. Das gilt übrigens auch für Handyverträge: Wenn sie es vermeiden können, sollten sie keinen langfristigen und teuren Vertrag abschließen, wenn Sie kurz vor einem großen Umzug - zum Beispiel in eine andere Stadt - stehen: Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass der gewählte Tarif nicht passt.

Entscheidend: Korrekte und vollständige Angaben machen

Egal für welchen der Wege Sie sich bei Ihrem Umzug entscheiden: Für den Erfolg des Umzugs ist es sehr wichtig, die richtigen Angaben in den entsprechenden Formularen zu machen. Das betrifft nicht nur Ihre Bankverbindung - die ist für die Abwicklung des Vertrags zur Laufzeit natürlich wichtig. Viel wichtiger sind aber die richtigen Angaben zur Adresse und Lage der Wohnung.

Zur Schaltung Ihres Anschlusses benötigen die Anbieter die Etage der Wohnung und Angaben wie Vorderhaus/Hinterhaus und die postalische Lage. Gerade in großen Wohnhäusern kann es sich lohnen, diese Angaben aus dem Miet- oder Kaufvertrag zu entnehmen oder gar den Hausverwalter nach den Daten zu fragen. Manchmal ist zum Beispiel die richtige postalische Lage nicht intuitiv ermittelbar. Versuchen Sie auch, den Namen des vorherigen Anschlussinhabers in Ihrer neuen Wohnung in Erfahrung zu bringen. Diese Daten helfen dabei, die richtigen Anschlussstellen im Verteilerkasten zu lokalisieren und sind der beste Weg, für eine schnelle Schaltung des Anschlusses zu sorgen.

Sind die Angaben fehlerhaft, kann sich das Prozedere deutlich verzögern. Ärger ist da auf beiden Seiten vorprogrammiert. Treten Sie im Zweifelsfall in Kontakt zum Anbieter und versuchen Sie, das Gespräch sachlich und lösungsorientiert zu führen. Nicht immer kann der Anbieter tatsächlich etwas für die Probleme. So dauert die Bereitstellung eines neuen Anschlusses bei einem anderen Anbieter als der Telekom oft einige Wochen, bis ein Techniker den Anschluss vor Ort schalten kann - auf die Terminplanung des Telekom-Mitarbeiters haben die Anbieter keinen Einfluss.

Ganz einfach: Umziehen und alles soll bleiben, wie es ist

Im einfachsten Fall ziehen Sie nur innerhalb einer Stadt um und möchten Ihren Anbieter nicht wechseln - ebenso wenig Ihre Telefonnummer. Das ist bei vielen Providern problemlos möglich. Oft gibt es eine spezielle Hotline, an die Sie sich wenden können. Auch im Ladengeschäft oder an der normalen Hotline können Sie das Verfahren in Gang setzen. Soweit die Umstellung technisch möglich ist, können Sie den Umzug zu einem bestimmten Termin beauftragen. Planen Sie etwas Vorlaufzeit ein, damit der Umzug möglichst ohne Verzögerung klappt. Der Anbieter ist berechtigt, für den Umzug eine Bearbeitungsgebühr zu verlangen. Die Neuregelungen der TKG-Novelle im Mai 2012 haben außerdem festgelegt, dass zukünftig ein Umzug des Anschlusses keine neue Vertrags-Laufzeit bewirken darf. Auch muss der Anbieter die Konditionen des Anschlusses beibehalten.

Erst die TKG-Novelle hat dafür gesorgt, dass ein Umzug in ein vom bisherigen Anbieter nicht versorgtes Gebiet eine außerordentliche Kündigung mit einer Drei-Monatsfrist ermöglicht. Zuvor war ein Urteil des BGH einschlägig, das eine außerordentliche Kündigung in einem solchen Fall explizit für ungültig erklärt hat.

Bei allen Neuregelungen, die im Rahmen der TKG-Novelle eingeführt werden, gelten allerdings noch Übergangsfristen, bis die Regelungen verbindlich eingeführt werden. Diese laufen teilweise erst Ende des Jahres 2012 aus.

Umziehen und Anbieter wechseln? Alles ist möglich!

Wer bei einem Umzug alte Zöpfe abschneiden und gleich einen neuen Anbieter wählen möchte, sollte sich zunächst mit der eigenen Vertragssituation auseinander setzen. Gibt es eine Möglichkeit, den Vertrag zeitnah zu kündigen, dürften auch hier keine Probleme entstehen. Da viele Anbieter bei einem Umzug des Anschlusses Gebühren kassieren, kann es sich lohnen, den alten Anschluss gar nicht erst umzuziehen: Teilen Sie dem alten Anbieter mit, dass er den Anschluss abschalten möge. Dann bezahlen Sie die restlichen Monatsbeträge wie gewohnt oder einigen sich mit dem Anbieter auf eine Ablösesumme und beenden den Vertrag sofort.

Bei einem Anbieterwechsel sollten Sie die Formalitäten Ihrem neuen Anbieter überlassen. So ist sichergestellt, dass Sie Ihre Nummer tatsächlich behalten, auch wenn es zu Komplikationen im Portierungsverfahren kommt. Sollten Sie noch an einen Vertrag gebunden sein, erhalten Sie vom neuen Anbieter eine vorläufige Rufnummer, bis die alte portiert werden kann. In einem solchen Fall könnte es sich auch lohnen, auf eine Portierung zu verzichten, oder die Festnetznummer auf einen Mobilfunk-Vertrag (mit Festnetz-Option) zu schalten. Weitere Details zeigen wir Ihnen auf unserer Infoseite zum Anbieterwechsel. Grundsätzlich sollten Sie die Formalitäten wie Kündigung und Anträge dem neuen Anbieter überlassen. So sparen Sie sich Ärger und Papierkram und können sich auf den Anschluss in der neuen Wohnung freuen.

Zu anderen Anschluss-Techniken wie Kabel oder LTE wechseln

Egal ob Sie nur ein Festnetz-Telefon oder einen Anschluss mit Telefonie und Internet - vielleicht sogar Fernsehen - umziehen möchten: An Ihrem neuen Wohnort könnte eine andere Zugangstechnik günstiger oder leistungsfähiger sein. In manchen Gegenden sind die Kabelnetze leistungsfähiger oder sogar günstiger als DSL. Da kann es sich lohnen, die Technik zu wechseln. Dabei bleibt der Ablauf identisch: Geben Sie bei der Neu-Bestellung den Wunsch an, Ihre Rufnummer zu portieren. Um den Rest - auch die Kündigung beim alten Anbieter - kümmert sich der neue Provider.

Mittlerweile beginnt auch LTE eine Alternative für den Internetzugang zu werden. Die meisten Netzbetreiber bieten LTE-Tarife an, die zwar gegenüber den herkömmlichen Tarifen teurer sind, aber dafür auch in der Umgebung der eigenen Wohnung genutzt werden können - jedenfalls in den versorgten Gebieten. Auch hier ist eine Rufnummern-Portierung möglich. Für Vielnutzer sind diese Tarife aber nur bedingt empfehlenswert, denn meist gibt es eine enge Begrenzung des Datenvolumens. Nach Überschreitung des Inklusiv-Volumens wird der Anschluss heruntergeregelt - teilweise auf nur noch 64 kBit/s. Das ist selbst zum Surfen zu wenig.

Fazit: Umzug leicht gemacht

teltarif.de Umzugs-Checkliste
  • Umzugsmodalitäten in Erfahrung bringen
  • Sind Änderungen des Telefonier-
    Verhaltens absehbar?
  • Rechtzeitige Terminplanung
  • Vorherigen Anschlussinhaber
    herausfinden
  • Verfügbarkeit bei verschiedenen
    Anbietern prüfen
  • teltarif.de auf bessere Tarife
    abklopfen
  • Beim Anbieterwechsel: Formalitäten dem
    neuen Anbieter überlassen
In den einzelnen Sektionen unseres Ratgebers haben Sie alles wichtige zum Umzug eines Festnetz- bzw. Internet-Anschlusses erfahren. Für ein gutes Gelingen des Umzugs ist vor allem eine gute Vorausplanung wichtig. Wer die richtigen Informationen zum Ort des neuen Anschlusses in Erfahrung bringt und die Umzugs-Bedingungen seines aktuellen Providers kennt, wird beim Umzug keine Schwierigkeiten haben. Unsere Checkliste hilft Ihnen, Ihren Umzug reibungslos über die Bühne zu bringen.

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