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UMTS mit USB Modem von BASE / E-Plus

Von Lars Reineke
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Der Eee PC eignet sich dank seiner Kompaktheit ideal als mobiler Begleiter. Um auch unterwegs online zu gehen, stehen tausende kommerzielle WLAN Hotspots zur Verfügung. Besonders beliebt: In vielen McDonalds Filialen (mit angeschlossenem McCafè) kann täglich eine Stunde umsonst gesurft werden.

Bei regelmäßiger Internet-Nutzung unterwegs wird WLAN aber schnell zur finanziellen Herausforderung, auch schränkt die begrenzte Reichweite der Hotspots die Bewegungsfreiheit erheblich ein.

Die Lösung: UMTS. Während vor einigen Jahren für einen mobilen Breitband-Zugang noch tief in die Tasche gegriffen werden musste, sind die Preise inzwischen auf ein auch für Privatanwender attraktives Niveau gefallen.

So durchforstete ich die Webseiten der 4 großen Anbieter (T-Mobile, Vodafone, O2 und E-Plus), um deren UMTS-Angebote zu vergleichen.

Von diesen ist E-Plus der einzige Anbieter, der derzeit eine "echte" Flatrate anbietet. Alle anderen Tarife sind volumenbegrenzt, so daß man bei Überschreiten der übertragenen Datenmenge draufzahlt.

E-Plus geht einen Weg, der meines Erachtens besonders den Privatanwendern zugute kommt: Anstatt in hohe Bandbreiten (HSDPA) zu investieren, sollen zunächst größere Gebiete mit UMTS abgedeckt werden. Zudem ist der UMTS Flatrate-Tarif mit 25,- Euro pro Monat auch für Normalsterbliche bezahlbar.

Soweit, so gut, ein passender Tarif war gefunden, blieben zwei Fragen:

  • Gibt es UMTS auch in meinem Heimatort? (O2 schied aus diesem Grund für mich aus.)
  • Da ich keine UMTS-Hardware besaß: Würde das "UMTS USB mini Modem " auch mit dem Eee PC unter Linux funktionieren?
Die sollten sich am einfachsten direkt im E-Plus-Shop beantworten lassen.

Mit dem Eee PC in der Tasche ging ich also zum örtlichen E-Plus-Händler.

Nachdem die erste Frage schnell beantwortet war ("Ja, gibt es."), setzte ich zur zweiten an:

"Läuft das USB-Modem auch unter Linux?"

"Oh, äh, hm, schwer zu sagen, das ist ja immer etwas kniffliger, also, das kann ich Ihnen nicht sicher beantworten."

"Könnte ich das mal ausprobieren? Mein 'Notebook' habe ich dabei."

"Naja, eigentlich nicht so gern, weil das Gerät ja dann gebraucht ist..."

In diesem Moment holte ich den Eee PC aus meiner Tasche, woraufhin die Augen des Verkäufers zu leuchten begannen.

"Oh, ist das dieses Ding von Asus, wie heißt der noch, den sie neulich bei Karstadt hatten?"

"Ein Eee PC, ja."

"Ich hol dann mal das Modem."

Ich bootete derweil den Eee PC. Der Verkäufer kam mit dem USB Modem zurück und legte eine SIM-Karte ein.

Ich schloß das Modem an einen der USB-Ports an, startete den Verbindungsassistenten, um eine neue Verbindung zu erstellen und wählte "GSM / 3G (UMTS) / HSDPA".

Das USB UMTS Modem von E-Plus wurde korrekterweise als "Huawei - E220" erkannt und unter /dev/ttyUSB0 als Modem eingebunden.

Ein Klick auf "Weiter", und der Verbindungsassistent fragte nach der zur SIM-Karte gehörigen PIN, die der Verkäufer eingab.

Danach klickte ich auf "Suchen", woraufhin mir der Verbindungsassistent nach ein paar Sekunden eine Liste der verfügbaren Netzwerke anzeigte:

Nun mußte noch der korrekte Provider ausgewählt werden, und die Zugangsdaten waren bereits vorgegeben.

Nun noch einen beliebigen Namen für die Verbindung vergeben:
Schließlich den Verbindungsassistenten beenden, und die Verbindung war erstellt.

Ich fragte den Verkäufer, ob die Verbindung denn jetzt mal starten könnte.

"Klar, ist doch 'ne Flatrate."

Auch wieder wahr.

Ich startete also die neu erstellte Verbindung und anschließend Firefox.

Siehe da, die Google-Startseite baute sich, zwar nach einer kurzen Gedenksekunde, dann aber flüssig auf.

Der Eee PC war via UMTS im Internet und E-Plus war um einen Kunden reicher: Mich.

Das "USB UMTS mini Modem" gibt es von E-Plus in unterschiedlichen Finanzierungsvarianten, entweder man kauft es direkt zum vollen Preis von einmalig 159,99€, für einmalig 39,99€ und 5€ im Monat oder für einmalig 1€ und 10€ im Monat. Ich entschied mich für die 2. Variante. Zum Angebot

Bislang habe ich sehr positive Erfahrungen gemacht, nur hin und wieder reicht der erste Verbindungsversuch nicht aus, dann muß man "Erneut verbinden" wählen, damit der DNS-Eintrag korrekt gesetzt wird.

Dann aber ist die Verbindung sehr stabil und bietet konstante Übertragungsraten.

Ist man beispielsweise im Zug unterwegs, dann fällt das Modem bei mangelnder UMTS-Verbindung auf GPRS zurück, was für E-Mails ohne Anhang, Textrecherchen, Instant Messenger oder andere textbasierte Internetdienste ausreicht. Sobald UMTS wieder verfügbar ist, leuchtet die LED am Modem statt grün wieder blau, und die Übertragungsrate steigt spürbar.

Hat man zwischendurch keine Verbindung, weil man z.B. durch einen Tunnel fährt, so wird diese mehr oder weniger verzögerungsfrei aufgebaut, sobald man wieder GPRS- bzw-. UMTS-Empfang hat.

Das Modem wird zwar mit einem Y-USB-Kabel mitgeliefert, um es mit zusätzlichem Strom zu versorgen, ich habe jedoch die Erfahrung gemacht, daß ein einfaches USB-Kabel vollkommen ausreicht. Ein langes Kabel bietet zudem die Möglichkeit, das Modem ans Fenster zu legen, was in Häuserschluchten den Empfang durchaus verbessern kann.

Mit insgesamt 30 Euro im Monat und geringem Hardwareeinsatz ist man so nahezu überall online und das mit akzeptabler Bandbreite.

Der Eee PC ist dadurch für mich zum ultimativen Blogging-Werkzeug geworden.

/Lars Reineke für Einfach Eee

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