Warteschleife

Kostenlose Warteschleife: Vorschlag für technische Umsetzung

VATM, Telekom und andere Unternehmen erarbeiten Vorschlag
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Freundliche Stimme, schnelle Durchstellung? Die Umsetzung der kostenlosen Warteschleife sieht wahrscheinlich anders aus, als mancher gedacht hat.Freundliche Stimme, schnelle Durchstellung? Die Umsetzung der kostenlosen Warteschleife sieht wahrscheinlich anders aus, als mancher gedacht hat. Die Umsetzung kostenloser Warteschleifen macht Fortschritte. Zunächst wurde heute die TKG-Novelle im Bundesgesetzblatt veröffentlicht. Gleichzeitig hat der Branchenverband Verband der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten (VATM) bekannt gegeben, dass es seitens der Industrie einen Vorschlag gebe, mit dem die technische Umsetzung der kostenlosen Warteschleifen, die das neue TKG fordert, möglich sei.

Der Deutsche Verband für Telekommunikation und Medien (DVTM) warnt unterdessen davor, das Problem der kostenlosen Warteschleifen zu unterschätzen. Derzeit diskutierte Lösungen seien "Fall-Back"-Methoden und bezögen besonders die zweite Phase der Reform nicht mit ein. Ab Juni 2013 sollen Warteschleifen auch dann kostenlos sein, wenn sie nach der ersten Kontaktaufnahme mit einem "Agent" zustande kommen.

Vorschlag: Neue Tarifgassen

Der Vorschlag sieht vor, dass zwei neue Sondernummer-Gassen, 01806 und 01807, eingeführt werden sollen. Die 01806-Gasse soll dabei blockbasiert - also pro Anruf - abgerechnet werden, in der 01807-Gasse solle die Abrechnung minutenbasiert erfolgen. Beide Gassen sollen Parallelgassen zu den bestehenden 01804- bzw. 01805-Sondernummern sein. In den bestehenden Gassen sei es besonders den Mobilfunkern nicht möglich, die vom Gesetzgeber geforderte kostenlose Warteschleife zu realisieren. In der minutenbasierten Gasse 01807 sollen die ersten 30 Sekunden der Warteschleife stets kostenlos sein. Danach muss der Betreiber sicherstellen, dass eine Übernahme des Gesprächs durch einen "Agent" - einem Mitarbeiter oder Sprachcomputer - erfolgt. Die Einführung neuer Teilgassen sei nötig, da die Tarifierungssysteme dies erfordern würden. Für bestehende Nummern bedeutet dieser Vorschlag: Warteschleifen werden dort abgeschafft. Die neuen Teilgassen seien für diejenigen Betreiber gedacht, die eine Warteschleife benötigen.

Dieser Vorschlag wurde nun der Bundesnetzagentur vorgelegt. "Dabei sind wir für Vorschläge weiter offen", sagt VATM-Geschäftsführer Jürgen Grützner. Der Vorschlag sei erst nach langen Diskussionen zwischen Verbänden und Unternehmen zustande gekommen. Auch die Telekom sei an den Verhandlungen beteiligt gewesen.

Der Verband VATM erwartet, dass sich die Bundesnetzagentur bald mit dem Vorschlag auseinander setzen wird: "Der Markt braucht nun Klarheit, was geht und was nicht geht. Wir gehen davon aus, dass die Regulierungsbehörde sehr bald ein Anhörungsverfahren durchführen wird", glaubt Grützner. Eine andere Lösung gebe die bestehende Technik auch nicht her. Die TKG-Novelle sieht ab September 2012 die erste Stufe der Umsetzung kostenloser Warteschleifen vor.

Technische Probleme: Alte Netze für kostenlose Warteschleife ungeeignet

Die Hauptprobleme der Umsetzung einer kostenlosen Warteschleife haben wir in einem eigenem Hintergrundartikel zusammengestellt. "Leider sind die technischen Möglichkeiten auf den alten leitungsvermittelten Netzen extrem beschränkt. Hierauf hatten wir die Politik allerdings eindringlich hingewiesen", führt Grützner aus.

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