Erklärt

Zwitschern leicht gemacht: Der Einstieg in Twitter

Wir zeigen Ihnen, wie der Kurznachrichtendienst funktioniert
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Twitter-Startseite: Die Anmeldung ist kostenlosTwitter-Startseite: Die Anmeldung ist kostenlos Hashtags, Follower und Retweets: Für Laien erscheint Twitter zuerst wie ein Buch mit sieben Siegeln. Dabei ist es eigentlich ganz einfach. "Twitter eignet sich für alle, die gern mit anderen Menschen kom­muni­zieren - ob privat oder beruflich", erklärt Michael Rajiv Shah, Kom­muni­kations­berater und Autor des Buches "Twitter für Einsteiger". Am Anfang müsse jeder lernen.

"Wer die psycho­logische Einstiegs­hürde genommen hat, wird die Bedienung selbst nicht schwer finden. Sie verwirrt weniger als bei anderen Netzwerken", sagt auch Jürgen Buchert, der Social-Media-Kurse an Volkshochschulen in und um Düsseldorf gibt. Zu den Teilnehmern gehören ältere Menschen und Eltern, die sich nicht von der Netz­kommuni­kation der Jüngeren abhängen lassen wollen.

Das Grundprinzip

Registrierte Nutzer verfassen Tweets, das sind Kurzbei­träge mit je bis zu 140 Anschlägen. Diese werden chrono­logisch geordnet in einer sogenannten Timeline angezeigt. Idealer­weise findet die Leser­schaft die Beiträge so interessant, dass sie sie kommentiert oder weiterleitet. Zum Lesen der im Regelfall öffentlichen Tweets muss man nicht angemeldet sein.

Gründe zu twittern gibt es viele, vom Aufbau einer beruflichen Reputation bis zur Suche nach Gleichgesinnten. "Twitter unterscheidet sich vor allem in der Geschwindigkeit und Punktgenauigkeit von anderen Netzwerken. Zudem ist es einfacher, mit bislang Unbekannten zu interagieren", sagt Shah. "Bei Facebook geht es mehr ums Knüpfen von Kontakten, bei Twitter steht die Information im Vordergrund", vergleicht Jürgen Buchert.

Im Mittelpunkt des sozialen Netzwerks steht das Abonnieren von Mitteilungen anderer Nutzer per Klick auf den "Folgen"-Knopf. Dem Englischen entlehnt, heißen Abonnenten auch Follower. Deren Anzahl ist prestigeträchtig, sagt aber wenig über die Güte der eigenen Tweets aus. Ob jemand Bedeutsames verbreitet, bemisst sich eher daran, wie häufig seine Beiträge weitergeleitet (Retweet, kurz RT) oder als Favorit markiert werden.

#Entdecken: Interessante Tweets finden

Die Anmeldung unter www.twitter.de ist kostenlos, zum Zwitschern unterwegs gibt es passende Apps für jedes Smartphone-Betriebssystem. Gewährt man dem Dienst Zugriff auf die E-Mail-Konten, schlägt er Kontakte vor, die schon bei Twitter aktiv sind. Weitere Fundgruben sind die Rubriken "#Entdecken" und "Wem soll ich folgen?". Steht der Grundstamm an Kontakten, geht es schneeballartig weiter.

Um selbst gefunden zu werden, brauchen Twitter-Nutzer ein gutes Profil. "Das ist wie eine digitale Visitenkarte" erklärt Falk Hedemann vom Fachmagazin t3n, das auf Webtechnologien spezialisiert ist. Mindestens enthalten sein sollte ein Foto, eine Kurzbiographie und gegebenenfalls ein Link zur eigenen Webseite. Lieblingsthemen im Profil zu nennen, helfe ebenfalls.

"Die ersten eigenen Tweets sollten sich mit diesen Themen beschäftigen und entsprechende Hashtags beinhalten", rät Hedemann. Damit meinen Twitterer das Raute-Zeichen (#), das Schlüsselbegriffen vorangestellt wird und die Suche nach ihnen erleichtert. Umgekehrt lassen sich so auch Gleichgesinnte finden. "Ihnen sollte man folgen und sich im nächsten Schritt an Diskussionen beteiligen", empfiehlt Falk Hedemann. Im öffentlichen Tweet erwähnt wird ein anderes Mitglied durch ein "@"-Zeichen vor dem Nutzernamen. Private Direktnachrichten an andere Nutzer lassen sich ebenfalls verschicken.

Tweets sollten relevant sein

Ein guter Tweet ist am besten knackig formuliert. Das ist aber nicht das einzige Erfolgskriterium. "Relevanz ist das Zauberwort", erklärt Kommunikationsberater Shah. "Die Inhalte müssen für das eigene Netzwerk bedeutsam sein, sonst gehen sie in der Infoflut unter." Wer mit etwa 120 Anschlägen auskommt, lässt Platz für Kommentare und erleichert so Retweets. Damit ein Link nicht die Zeichengrenze sprengt, verkürzt man ihn mit www.bitly.com oder ähnlichen Diensten.

Neben handwerklichen Regeln gibt es soziale Umgangsformen, an die sich Twitter-Neulinge halten sollten. "Niemand freut sich über unerwünschte Werbung in seinem Postfach. Daher sollten Direktnachrichten ausbleiben, wenn man sich nicht sicher ist, dass der Empfänger Interesse daran hat" , so Falk Hedemann. "Dagegen sollte man sich unbedingt an einer Diskussion beteiligen, die man selbst angestoßen hat." Und: "Aufforderungen zum Folgen sind verpönt", warnt Michael Rajiv Shah.

Einsteiger müssen aber auf keinen Fall Kontaktscheu empfinden. "Es handelt sich um einen öffentlichen Raum, in dem prinzipiell jeder ansprechbar ist", erklärt Shah. Geduld ist aber trotzdem gefragt, denn der Aufbau eines Netzwerks braucht Zeit. "Schnellen Erfolg gibt es nicht", sagt der Experte. So sieht das auch Falk Hedemann: "Wer auf Klasse statt Masse setzt, sollte nach einigen Wochen bis Monaten erste Erfolge sehen."