Satelliten-Kommunikation

Thuraya SatSleeve+: Satelliten-Telefonie mit weiteren Smartphones

Telefonieren per Satellit mit dem eigenen Smartphone wird komfortabler: Das Thuraya SatSleeve ist nun mit einer Vielzahl von iPhone- und Android-Modellen nutzbar und es gibt einen komfortableren mobilen Hotspot.
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Thuraya SatSleeve Plus und HotspotThuraya SatSleeve Plus und Hotspot Satelliten-Telefone sind nach wie vor mehr oder weniger klobige Feature-Phones, die optisch an die GSM-Handys von vor 15 Jahren erinnern. Satelliten-Smartphones gibt es nicht, und so war das SatSleeve von Thuraya eine erste Möglichkeit, per Adapter mit einem Smartphone über das Thuraya-Satelliten-Netz zu telefonieren.

Das Problem dabei: Jeder der bisherigen SatSleeve-Adapter war nur für ein Smartphone-Modell nutzbar. Hatte man kein Smartphone von den unterstützten Herstellern Apple oder Samsung, konnte man die bisherigen SatSleeves nicht nutzen. Getestet haben wir die ersten SatSleeves für iPhone 4/4s und iPhone 5/5s, mittlerweile gab es auch SatSleeves für iPhone 6 und die Samsung-Galaxy-Modelle S4 und S5. Das neue SatSleeve+ soll nun universell einsetzbar sein.

SatSleeve+: Telefonieren per Satellit mit weiteren Smartphone-Modellen

Thuraya gibt bekannt, dass für das SatSleeve+ ein komplett neuer Smartphone-Adapter entwickelt worden sei. Damit soll das Gerät mit einer "großen Bandbreite" von Smartphone-Modellen einsetzbar sein, und zwar mit iPhones sowie Android-Modellen mit Micro-USB-Schnittstelle. Wie Thuraya das technisch gelöst hat, lässt sich aus den eher allgemein gehaltenen Fotos und Image-Videos leider nicht genau ersehen. Thuraya verspricht aber, dass Nutzer, die mehrere Smartphones besitzen, problemlos zwischen den Smartphones wechseln können. Die Nutzer müssten keine zusätzlichen Adapter mehr kaufen.

Im Video ist zu sehen, dass die eigentliche Smartphone-Halterung des SatSleeve+ nun nicht mehr eine feste Breite hat wie die Vorgängermodelle, sondern in der Art einer KFZ-Halterung mit zwei beweglichen Haltern rechts und links konstruiert wurde. Ein neues Sprachrouting-System soll dafür sorgen, dass die Sprachqualität besser ist als bei den alten Adaptern. Nimmt man das Smartphone aus dem Adapter, erscheint auf der Fläche des Adapters ein roter SOS-Button, der auch ohne angedocktes Smartphone genutzt werden kann. Dazu muss wie bisher zuerst eine anzurufende Notrufnummer einprogrammiert werden.

An der eigentlichen Bedienung hat sich nichts geändert: Der Nutzer muss die entsprechende iOS- oder Android-App aus dem Appstore laden und installieren. Dann kann er über die App im Satelliten-Netz telefonieren, seine gewohnten Smartphone-Kontakte importieren, SMS per Thuraya-Netz versenden, soziale Netzwerke checken oder Textmessenger und E-Mail nutzen.

SatSleeve Hotspot: Keine direkte Verbindung mit Gerät notwendig

Bei der Kommunikation via Satellit muss stets eine direkte Sichtverbindung zwischen Satellit und Gerät bestehen. Wer nicht eine Satelliten-Anlage für mehrere Tausend Euro verwenden und trotzdem erreichbar sein wollte, musste sich also mit seinem Thuraya-Telefon oder SatSleeve bei Wind und Wetter im Freien aufhalten. Eines der ersten Geräte, das die Thuraya-Nutzung per WLAN-Hotspot erlaubte, war der von uns getestete Thuraya-XT-Hotspot. Dieser hatte allerdings kein eigenes Empfangsteil und musste für die Kommunikation über Thuraya zwingend mit einem Satelliten-Telefon verbunden sein. Man musste also stets Thuraya-Telefon, Hotspot, Smartphone und ein Kabel mitschleppen.

Nun gibt es mit dem SatSleeve Hotspot einen portablen Hotspot, der die Thuraya-SIM aufnimmt, eine ausziehbare Antenne hat und der auf einem ausklappbaren Standfuß im Freien platziert werden kann, während sich der Smartphone-Nutzer in einem Gebäude oder Auto aufhält. Auch der Hotspot verfügt über eine programmierbare SOS-Taste, zur Nutzung muss aber der Standfuß abgenommen werden. Telefonie und die übrigen Dienste werden wie gewohnt per App realisiert.

Beide Geräte haben einen 2440-mAh-Akku eingebaut, der bis zu drei Stunden durchhalten soll. Im Standby (WLAN abgeschaltet) sollen die Geräte bis zu 70 Stunden für ankommende Satelliten-Telefonate empfangsbereit sein.

An den netzseitigen Bedingungen hat sich bei Thuraya aber nichts geändert: Bei beiden Geräten ist über den Standard GmPRS eine maximale Downstreamrate von 60 kBit/s sowie 15 kBit/s im Upstream möglich. In seinem Werbematerial spricht Thuraya auch nicht von "Surfen", sondern von der Nutzung von sozialen Netzwerken, Messengern und dem E-Mail-Versand.

Als Zielgruppe für seine Services sieht Thuraya Regierungsorganisationen, die Medienindustrie, den Energieversorgungssektor und nichtstaatliche Organisationen, aber auch Abenteurer und Outdoor-Sportenthusiasten. SatSleeve+ und SatSleeve Hotspots werden über die vorhandenen Vertriebspartner vermarktet, zusätzlich soll es Kooperationen mit Netzbetreibern geben. Zu den Preisen für SatSleeve+ und SatSleeve Hotspot wurde noch nichts bekannt.

Mittlerweile haben wir den Thuraya SatSleeve+ Hotspot ausführlich getestet.

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