Satelliten-Internet

Mobiles Internet über Thuraya-Satelliten im Test

Internet-Anbindung über GmPRS-Standard mit 60 kBit/s im Downstream
AAA

Mobiles Internet in der Wüste: Was in europäischen Ländern kaum notwendig erscheint, bietet der Satelliten-Betreiber Thuraya für Hilfsorganisationen, Militärs und Business-Nutzer an. Wir haben das Internet über Satellit einem Test unterzogen.

In unserem Testbericht So funktioniert Satelliten-Telefonie im Thuraya-Netz haben wir bereits die wichtigsten Details der Kommunikation über das von den Vereinigten Arabischen Emiraten aus betriebene geosynchrone Satelliten-System zusammengefasst. Dort sind wir auf die Netzabdeckung, die sich auf Europa, Asien, Australien sowie das nördliche und mittlere Afrika erstreckt, ebenso eingegangen wie auf die Abrechnungs-Einheit per "Thuraya-Dollar", wobei ein Thuraya-Dollar bei selbst erworbenem Prepaid-Guthaben momentan einem Euro entspricht (bei Leihgeräten wird 1,15 Euro pro Thuraya-Dollar berechnet). Die Hardware für diesen Test wurde uns freundlicherweise wiederum von expeditionstechnik.de zur Verfügung gestellt.

Technik und notwendige Hardware

Mobiles Internet über Thuraya-Satelliten im TestMobiles Internet über Thuraya-Satelliten im Test Datenverbindungen waren zwar auch bisher schon über das Satelliten-Telefon Thuraya XT möglich, allerdings beträgt hier die Datenrate wie in der Anfangszeit des GSM-Mobilfunks nur 9,6 kBit/s. Außerdem verfügt das Telefon, das kein Smartphone ist, nicht über einen Browser, sondern nur über eine E-Mail-Funktion. Der Nutzer hatte bisher also lediglich die Möglichkeit, SMS sowie E-Mails über die Adresse 88216xxxxxxxx@thurayamail.com zu versenden, wobei anstelle der xxxxxxxx natürlich die eigene Thuraya-Rufnummer steht.

Weltweite Netzabdeckung von ThurayaWeltweite Netzabdeckung von Thuraya

Seit Februar bietet Thuraya zum Surfen über das Satelliten-Netz einen mobilen WLAN-Hotspot an. Dieser wird über ein Datenkabel mit dem Satelliten-Telefon Thuraya XT verbunden. Im Lieferumfang des hosentaschengroßen Hotspots befinden sich ein Micro-USB-Kabel samt Netzteil sowie ein 2-Port-USB-Hub. Die beiliegende Ressourcen-CD enthält lediglich zwei Anleitungen im PDF-Format. Damit sind wir schon einmal bei einem ersten Vorteil des Systems: Für die Nutzung des Hotspots ist keinerlei Softwareinstallation auf den angeschlossenen Geräten notwendig. LEDs auf der Oberseite des WLAN-Hotspots von ThurayaLEDs auf der Oberseite des WLAN-Hotspots von Thuraya Der Hotspot selbst verfügt über einen MicroUSB-Port zum Aufladen des internen 2000-mAh-Akkus, der nach Angaben von Thuraya einen Betrieb von rund 4 Stunden ohne Stromzufuhr ermöglichen soll. Direkt daneben liegt ein Schiebeschalter zum Ein- und Ausschalten des Hotspots. Außer einem USB-2.0-Hostanschluss bietet der Hotspot einen LAN-Port, der 10/100 MBit/s unterstützt, aber kein Gigabit-LAN. Das WLAN-Modul funkt in den Standards 802.11b/g/n, wobei das Signal per WEP, WPA-PSK oder WPA2-PSK verschlüsselt werden kann. Vier LEDs auf der Oberseite des Hotspots tragen die Beschriftung "Power", "Internet", "WiFi" und "Ethernet".

Der WLAN-Hotspot von Thuraya passt bequem in die HosentascheDer WLAN-Hotspot von Thuraya passt bequem in die Hosentasche Der im Thuraya-Netz verwendete Standard für Satellitentelefonie nennt sich GMR (GEO-Mobile Radio Interface). Ein Teil dieser Spezifikation ist der Datenübertragungsstandard GmPRS, der eine Datenübertragung mit maximal 60 kBit/s im Downstream und 15 kBit/s im Upstream vorsieht. Genau diesen Standard nutzt der mobile WLAN-Hotspot.

Auf der zweiten Seite beschreiben wir die Inbetriebnahme des Thuraya-Hotspots, erörtern sinnvolle Nutzungsszenarien für das mobile Internet per Satellit und verraten, was der ganze Spaß kostet.

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