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teltarif hilft: SIM-Karten versehentlich in den Müll geworfen

Unbekannte verursachten Schockrechnungen mit Auslandstelefonaten
AAA

teltarif hilftAktive SIM-Karten sollten besser nicht
in den Müll geworfen werden
Wenn etwas schief geht, dann richtig. Diese Erfahrung hat der ein oder andere teltarif-Leser sicherlich auch schon einmal machen müssen. Für unsere Leserin Lisa R. aus Berlin kam es allerdings richtig dicke: Aus einem Versehen wurde für sie eine Forderung von mehr als 2 500 Euro.

Doch erzählen wir die Geschichte von Anfang an: Lisa R. besaß neben ihrem Hauptvertrag bei der E-Plus-Marke BASE eine weitere Partnerkarte (ohne monatliche Grundgebühr) sowie einen Vertrag bei der zur E-Plus-Gruppe gehörenden Marke MTV Mobile. Letzteren hatte Lisa R. im September vergangenen Jahres zusätzlich abgeschlossen, um günstig(er) an ein Ersatzhandy zu kommen.

Wohnung aufgeräumt - und SIM-Karten unabsichtlich entsorgt

Die SIM-Karten der ungenutzten Partnerkarte und des ungenutzten MTV-Mobile-Vertrages bewahrte Lisa R. mitsamt der dazugehörigen Unterlagen in einem alten Handykarton auf. Nun passierte etwas, das zunächst nicht auffiel, in der Folge aber katastrophale Folgen hatte: Der Vater unserer Leserin räumte in der Wohnung von Lisa R. auf - und warf dabei den vermeintlich leeren Handykarton weg. Wäre nun alles glimpflich verlaufen, wären die SIM-Karten samt der Unterlagen einfach in der Müllverbrennungs­anlage gelandet und vernichtet worden.

Unbekannte freuten sich über die kostenfreie Allnet-Flat

Das jedoch geschah nicht: Vielmehr fanden die SIM-Karten irgendwo zwischen heimischer Mülltonne und Entsorgungsunternehmen ihren Weg in fremde Hände. Die Folge: Tag für Tag wurden nun stundenlang Gespräche ins Ausland - vor allem nach Österreich und in Balkan-Staaten - geführt. Lisa R. bemerkte das Problem erst bei der nächsten Abbuchung und ließ die Karten sofort sperren. Bis dahin waren jedoch bereits Kosten von knapp 1 200 Euro beziehungsweise knapp 1 100 Euro - insgesamt knapp 2 300 Euro aufgelaufen.

Lisa R. erstattete Anzeige bei der Polizei und wandte sich ratsuchend an E-Plus. Sie verwies darauf, dass auch der Mobilfunker eine "Fürsorgepflicht" habe und die Karten aufgrund des ungewöhnlichen Nutzungs­verhaltens (frühzeitig) hätte sperren müssen. Zumindest erbat sie jedoch eine Kulanzlösung aufgrund des geschilderten Ablaufs.

E-Plus zeigte zunächst keinerlei Kulanz

Zunächst stieß unsere Leserin bei dem Düsseldorfer Mobilfunk-Netzbetreiber allerdings auf taube Ohren. Statt eines Lösungsvorschlags erhielt sie schließlich Mahnungen von zwei Inkasso-Unternehmen (ein Mal für den BASE-, ein Mal für den MTV-Vertrag), so dass die Gesamtforderung sich auf knapp 2 600 Euro erhöhte. Schließlich wandte sich Lisa  R. an die teltarif-Redaktion.

Für uns gab es bei diesem ungewöhnlichen Fall zwei Seiten: Einerseits hatte Lisa R. - wenn auch unabsichtlich - den Missbrauch der SIM-Karten erst möglich gemacht. Andererseits hatte E-Plus die Kundin ins Verderben laufen lassen - eine frühzeitige Sperre aufgrund des drastisch abweichenden Nutzungsverhaltens (sonst gar keine Telefonie, nun zahlreiche Auslandstelefonate) erfolgte nicht.

Nach langwierigem Hin und Her: Akzeptabler Kompromiss für Lisa R.

In der Folge gab es zähe Verhandlungen zwischen E-Plus und unserer Leserin, bei denen wir immer wieder eingreifen und E-Plus um weitere (und schnellere) Bearbeitung bitten mussten. Am Ende stand für Lisa R. dann aber doch ein vergleichsweise positives Resultat: Statt der ursprünglichen 2 600 Euro sollte sie nun insgesamt "nur" rund 1 050 Euro zum Ausgleich der Kundenkonten beider Verträge zahlen - also knapp die Hälfte der tatsächlich geforderten Rechnungsbeträge. Zudem bot E-Plus an, beide Verträge mit sofortiger Wirkung aufzulösen.

Lisa R. - auch im Wissen darum, dass sie selbst nicht schuldlos an dem Vorfall war - akzeptierte diesen Kompromiss schließlich. Unsere Leserin ist erleichtert, dass sie die Sache nun endlich abhaken kann, auch wenn sie teuer dafür bezahlen musste. "Ich möchte mich nochmals für Ihren Einsatz bedanken - E-Plus wäre sonst wohl niemals auf mein Anliegen eingegangen", hält Lisa R. in einem persönlichen Fazit fest. "Wenigstens halbiert!"

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