Leserfall

teltarif hilft: mobilcom-debitel berechnet Telekom-Hotspot trotz Gratis-Versprechen

mobilcom-debitel-Datenverträge im Telekom-Netz enthalten manchmal eine Hotspot-Flat, manchmal nicht. Eine irreführende SMS führte bei einem Kunden zu einer Schockrechnung. teltarif.de konnte den Fall lösen.
AAA
Teilen (10)

teltarif hilft: mobilcom-debitel berechnet Telekom-Hotspot
teltarif hilft: mobilcom-debitel berechnet Telekom-Hotspot trotz Gratis-Versprechen
Die Telekom spendiert ihren Festnetz- und Mobilfunk-Kunden vermehrt eine Hotspot-Flatrate zur unbegrenzten Nutzung der Telekom-Hotspots. Dadurch müssen weniger Kunden für die Hotspot-Nutzung einen Tagespass kaufen oder minutenbasiert bezahlen. Auch der Provider mobilcom-debitel bietet die Nutzung der Telekom-Hotspots zu vielen Tarifen an. Hierbei müssen die Kunden aber genau schauen, ob es sich um eine Hotspot-Flatrate handelt oder ob Zusatzkosten anfallen.

Ein teltarif.de-Leser, der Kunde bei mobilcom-debitel ist, erlebte nach einem Ostsee-Urlaub einen kleinen Schock, als er eine Rechnung über mehr als 200 Euro erhielt, obwohl es sich bei seinem Tarif um eine mobile Daten-Flatrate handelte. Was war geschehen?

Bestätigungs-SMS versprach kostenlose Hotspot-Nutzung

Der Leser schrieb an teltarif.de:

Ich bin recht verzweifelt, darum wende ich mich an euch. Ich erhielt Anfang Januar für meinen langjährigen Datentarif für das iPad (eine Internet-Flat 1000 [Spezial] im Telekom-Netz) eine Rechnung in Höhe von 242,56 Euro! Da es ja eine Datenflat ist, habe ich in den letzten drei Jahren jeden Monat 19,99 Euro gezahlt, ohne irgendwelche Zusatzkosten.
Nach etwas Recherche fand ich heraus, dass mir Hotspot-Verbindungen für drei Tage in Höhe von 222,57 Euro in Rechnung gestellt wurden. Nun fiel mir auch mein Urlaub am Timmendorfer Strand ein, dort hatte sich mir ein Telekom-Hotspot über die WLAN-Einstellung des iPad angeboten; nach dem Verbinden ohne jegliche weitere Passwortabfrage oder Hinweise erhielt ich nur noch eine SMS, dass ich mit der Telekom-Hotspot-Flatrate surfe und keine weiteren Kosten anfallen. Und nun habe ich den Salat, die mobilcom-debitel sagt auf Nachfrage meinerseits, ich habe keine Hotspot-Flat und darum müsse ich die angefallenen Kosten zahlen. Darf so etwas denn sein, dass ich mich ohne jeglichen Hinweis auf anfallende Kosten mit so einem Hotspot verbinden kann? Ich habe ja auch meinen Vertrag nicht mit im Urlaub, um zu überprüfen, ob ich das jetzt darf oder nicht. Vielleicht könnt ihr mir ja irgendwie weiterhelfen .

Regulär ist im Tarif des Kunden tatsächlich keine Hotspot-Flat für die Nutzung der Telekom-Hotspots enthalten. Der Kunde hatte noch das Tarif-PDF vom Januar 2014, das dies bestätigt - allerdings zuhause. Gleichzeitig fertigte er einen Screenshot der SMS an, in der eindeutig stand, dass für das Surfen per Telekom-Hotspot keine weiteren Kosten anfallen. Als er sich mit der Bitte um Hilfe an teltarif.de wandte, schrieb er noch:

Ich ziehe in Erwägung, auch einen Anwalt zu konsultieren, da ich die Vorgehensweise wirklich sehr verbraucherunvorteilhaft finde. Ich wundere mich, dass ich kaum Infos bezüglich solcher Probleme im Internet finde. Es kann ja eigentlich nicht sein, dass man sich ohne jegliche Abfrage und vor allem Infos bezüglich möglicher Kosten in solch einen Hotspot einwählen kann, wenn dann solch hohe Kosten anfallen. Ich möchte gar nicht daran denken, wie hoch meine Rechnung wäre, wäre ich eine Woche dort im Urlaub gewesen. Die Höhe ist ja dann noch die SMS, die einem suggeriert, dass keine weiteren Kosten anfallen und nach der ich davon ausging, dass mein Vertrag wohl eine Telekom Hotspot-Flat beinhaltet. Schließlich liest man ja nicht immer in seinem Vertrag nach, ob die zugesendeten Infos nun wirklich stimmen oder nicht, vor allem nicht im Urlaub.

Grundsätzlich ist es natürlich immer ratsam, die Tarif-PDFs und Auftragsbestätigungen der Provider genau zu lesen, um zu kontrollieren, ob alle in der Werbung gemachten Versprechungen tatsächlich eingehalten werden. Der Leser hat allerdings in dem Punkt recht, dass man in der Regel Mobilfunk-Vertragsunterlagen nicht in den Urlaub mitnimmt.

Die SMS, die der Leser nach dem Hotspot-Login erhielt
Die SMS, die der Leser nach dem Hotspot-Login erhielt

mobilcom-debitel behebt den Fehler im System

Als teltarif.de sich im Auftrag des Kunden an mobilcom-debitel wandte, machte man sich dort zuerst einmal auf die Suche, wie es passieren konnte, dass der Kunde eine derart irreführende SMS erhielt. Rechnungsstreitigkeiten werden von den Providern immer im Einzelfall geklärt, ein feststehendes Prozedere gibt es dafür nicht. Im Anschluss schrieb der Provider an unsere Redaktion:

Im Falle des Herrn [...] ergaben sich am Netz fehlerhafte Einstellungen, welche leider die SMS zur kostenfreien Nutzung ausgelöst hatten. Dennoch weisen wir an dieser Stelle darauf hin, dass innerhalb des im Vertrag hinterlegten Tarifes "Internet Flat 1000 Spezial" keine Hotspot-Flat inkludiert ist und somit die WLAN-Verbindungen korrekt abgerechnet wurden. Wir haben die Einstellungen am Netz soweit korrigiert und gehen somit davon aus, dass derartige SMS nicht mehr ausgelöst werden. Die in Rechnung gestellten Kosten für WLAN-Verbindungen aus der Mobilfunk-Rechnung vom 12.01.2016 in Höhe von 222,57 Euro haben wir im Sinne der Kulanz vollumfänglich ausgebucht. Die Verrechnung erfolgt intern mit den offenen Forderungen in gleicher Höhe. Somit ist das Kundenkonto derzeit ausgeglichen. Vor dem Hintergrund gehen [wir] davon aus, dass wir das Anliegen von Herrn [...] einvernehmlich abschließen können.

Das Einleiten juristischer Schritte über einen Anwalt konnte in diesem Fall also erfolgreich vermieden werden. Als der Kunde von dieser positiven Entwicklung hörte, bedankte er sich wie folgt bei teltarif.de:

Ich habe ebenfalls eine Mail mit der Zusage der Gutschrift von mobilcom-debitel erhalten. Mein Kundenkonto im Onlinebereich weist diese zwar noch nicht aus, aber ich bin guter Dinge. Ich danke Ihnen für Ihre Unterstützung!
Teilen (10)

Mehr zum Thema teltarif hilft