Reaktion

Wettbewerber reagieren optimistisch aber skeptisch auf VDSL-Pläne

Skepsis bleibt bis zur kompletten Kenntnis über Antrag vorhanden
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Bei der Bundesnetzagentur ist ein Antrag auf Regulierung für VDSL Vectoring eingegangenBei der Bundesnetzagentur ist ein Antrag auf Regulierung für VDSL Vectoring eingegangen Die Wettbewerbsverbände reagieren verhalten auf den heute gestellten Regulierungsantrag der Deutschen Telekom zum VDSL Vectoring. Die Telekom hatte heute Mittag erklärt, einen Antrag bezüglich der Regulierung von VDSL eingereicht zu haben. Der genaue Wortlaut des Antrags ist derzeit noch nicht bekannt, so können die ersten Reaktionen aktuell auch nur anhand Presse-Erklärung der Telekom erfolgen. VATM-Geschäftsführer Jürgen Grützner äußerte sich in einer ersten Reaktion gegenüber teltarif.de wie folgt: "Die Pressemitteilung der Telekom liest sich so, als habe sie tatsächlich die wichtigsten Forderungen für Vectoring im fairen Wettbewerb in ihren Auftrag aufgenommen. Damit könnte diese Technologie zum Vorteil aller eingesetzt werden. Allerdings kennen wir den Antrag der Telekom noch nicht. Daher müssen wir jetzt schauen, was die Deutsche Telekom im Einzelnen beantragt hat und ob dies sinnvolle Spielregeln sein werden." Weiter zeigte sich Grützner zufrieden, dass die Telekom keine Investitionen mehr blockieren will und die Wettbewerber weiter ausbauen lässt. Auch den Open-Access-Vorschlag unterstütze der VATM, allerdings müsse die Telekom auch qualitativ hochwertige Produkte anbieten, sagte er mit Hinblick auf ein möglicherweise fehlendes Multicast-Protokoll.

Dr. Stephan Albers, Geschäftsführer das Breko-Verbandes äußerte sich in einem Telefongespräch mit unserer Redaktion skeptisch. "Die Botschaft hör ich wohl, allein mir fehlt der Glaube", zitierte er Goethe und verwies auf für ihn fragwürdige Formulierungen in der Presseerklärung. So ist in der Presseerklärung der Telekom beispielsweise der Satz enthalten, dass die Kvz-Tal "grundsätzlich erhalten" bleiben soll. Die Verwendung der Forumlierung "bleibt grundsätzlich erhalten" verwirrt Albers, da es das Wort grundsätzlich nicht benötigt hätte, um den unveränderten Fortbestand auszudrücken.

Warten auf den genauen Inhalt des Antrags

"Ich bin gespannt, was wirklich in dem Antrag stehen wird", sagte Albers unserer Redaktion. Erst dann sei eine wirkliche Beurteilung des Antrags möglich. Gleichwohl ist sich die Branche aber einig, dass man derzeit schon deutlich mehr erreicht habe, als es im Spätsommer den Eindruck machte. Damals pochte die Telekom darauf, das alleinige bundesweite Recht zu haben, VDSL Vectoring einzusetzen und den Ausbau durch Wettbewerber zu unterbinden.

Möglicherweise wird genaue Wortlaut des Telekom-Antrags noch in dieser Woche bekannt. Dass er nun, wenige Tage vor Weihnachten, eingereicht werde, mindert in jedem Fall nicht die Skepsis der Wettbewerber. Zudem, fügte Albers hinzu, müsse die Telekom keinen Antrag bei der Bundesnetzagentur stellen, wenn sie in ihren 51 VDSL-Städten Vectoring einführen wolle. Das sei nach seiner Einschätzung schon heute möglich.

In das gleiche Horn wie die Verbände stößt auch einer der Netzbetreiber, der am meisten von einer Beschneidung der Kvz-TAL betroffen wäre. Norbert Westfal, kaufmännischer Geschäftsführer der EWE TEL, sagte, man müsse jetzt selbstverständlich zunächst den Antrag, der noch nicht vorliegt, inhaltlich prüfen. "Grundsätzlich kann man feststellen, dass die Telekom verstanden hat, dass Vectoring Vorteile für den Kunden bringen soll und der Wettbewerb das Momentum für einen erfolgreichen Breitbandausbau auch fernab von Ballungszentren ist. Wir haben von Beginn die klare Auffassung vertreten, dass alle infrastrukturbasierten TK-Unternehmen und eben nicht nur das marktbeherrschende Unternehmen die Möglichkeit haben sollen, Vectoring einzusetzen."

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