teltarif.de MOBIL · DIENSTE · TOUR
Größtes deutschsprachiges Telekommunikations-Magazin *
Newsletter für: 
Festnetz Internet Mobilfunk Handy & Co. mobicroco Meldung Meinung Service 15.02.2012 

EU-Kommission: Kein Sonderstatus für die Deutsche Telekom

25.03.2009
17:17

Ex-Monopolist soll keinen Vorteil im Wettbewerb genießen

Für die Deutsche Telekom wird es beim milliardenschweren Ausbau des Glasfasernetzes laut EU-Kommission keine Ausnahme von den Wettbewerbsregeln geben. Medienkommissarin Viviane Reding widersprach heute in Brüssel der Einschätzung von Bundeskanzlerin Angela Merkel, eine Lockerung der entsprechenden EU-Gesetze für den Telekomsektor erreicht zu haben. Reding machte klar, dass der Beschluss der EU-Staats- und Regierungschefs vom vergangenen Freitag auch weiter keine Regulierungsferien als Belohnung für Investitionen in das Breitbandnetz zulässt. "Nichts wird sich ändern", sagte Reding.

Die Bundesregierung hatte die Lockerung im Rahmen der Verhandlungen für das fünf Milliarden Euro schwere EU-Konjunkturpaket gefordert. So sollen Investitionen angeregt werden, ohne dass Steuergelder fließen. Konkret geht es um die sogenannte Risikoteilung. Die Deutsche Telekom soll vor einer Investition in neue Breitbandnetze einen Wettbewerber - wie Vodafone - am Risiko beteiligen können. Dieser Mechanismus ist wettbewerbsrechtlich dann umstritten, wenn die Investoren danach anderen Diensteanbietern den Zugang zu ihren Netzen verwehren können ("Regulierungsferien"). Nach Firmenangaben kostet der Ausbau der "Datenautobahn" in Deutschland in den kommenden zehn bis 15 Jahren bis zu 50 Milliarden Euro.

Offener Markt auch für die Telekom

Zum Abschluss des EU-Gipfels hatte Merkel erklärt, eine Lockerung der Wettbewerbsregeln erreicht zu haben. Damit sollten Investitionen zur besseren Versorgung von ländlichen Gebieten mit schnellen Internetanschlüssen angekurbelt werden. Reding erwiderte: "Das, was der EU-Gipfel betont hat, ist das, was bereits geschieht: Zwei oder drei Betreiber können zusammenarbeiten, vorausgesetzt, dass sie nicht den Markt abschotten." In der offiziellen EU-Gipfelerklärung heißt es, die Wettbewerbsstruktur des Telekommarktes und das Diskriminierungsverbot müssen eingehalten werden.

"Das ist der ausschlaggebende Satz", betonte Reding. "Wettbewerb führt zu Investitionen, dazu, dass man aktiv wird, und zu niedrigeren Preisen. Gerade in Zeiten der Krise sind offene Märkte wichtiger denn je." Deshalb müsse sie auch an ihren Vorschlägen für das neue Gesetzespaket für den Telekomsektor nichts ändern. Derzeit verhandeln die EU-Mitgliedstaaten über einen neuen europäischen Rechtsrahmen für die Branche ("EU-Telekompaket"). Nächste Woche beraten die zuständigen EU-Minister in Brüssel über das Thema.

Unverständnis in den Reihen der Union

Der CSU-Bundestagsabgeordnete Johannes Singhammer, der im Beirat der Bundesnetzagentur sitzt, hielt Reding vor, die Bundeskanzlerin in einer "noch nie dagewesenen" Weise anzugehen. Merkel habe Recht, wenn sie den Breitbandausbau forcieren wolle. "Es geht dabei nicht darum, das Unternehmensrisiko abzunehmen, sondern darum, das zusätzliche Regulierungsrisiko zu verringern."

Berlin und die EU-Kommission sind schon seit längerem im Clinch um Sonderregeln für die Deutsche Telekom. Weil Berlin den Konzern dafür zumindest zeitweise vor Wettbewerb schützen wollte, haben die Brüsseler Wettbewerbshüter Deutschland 2007 vor dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) verklagt. Der Fall ist anhängig. "Das Vertragsverletzungsverfahren läuft weiter und ist auch weiterhin gerechtfertigt", sagte Reding.

Europa weltweit führend bei Mobilfunkdiensten

In ihrem Bericht über den europäischen Telekomsektor bescheinigte Reding Europa eine weltweite Führungsposition bei Mobiltelefondiensten: Die Zahl der Handyverträge belief sich 2008 auf 119 Prozent der EU-Bevölkerung. Das sind sieben Prozentpunkte mehr als 2007. Die Erlöse des EU-Telekommunikationssektors stiegen 2008 um 1,3 Prozent im Jahresvergleich auf geschätzte 300 Milliarden Euro.

In Deutschland lobte die Kommission Preissenkungen im Mobilfunkbereich. Die monatliche Rechnung sei von im Schnitt gut 30 Euro im Monat 2007 auf 17 Euro 2008 gesunken. Die Zahl der Mobilfunkverträge beträgt 129 Prozent der Einwohnerzahl; 27,5 Prozent haben einen Breitbandzugang. Dagegen kritisierten die Wettbewerbshüter die Arbeit der Bundesnetzagentur. Regulierungsentscheidungen seien manchmal "langsam und uneffizient". So sei der Zugangstarif für neue Breitbandnetze nicht geregelt. Auch seien mehr Anstrengungen nötig, um den Breitbandzugang auf dem Land zu verbessern. Dort seien 87,5 Prozent der Bevölkerung versorgt, in den Städten seien es 99 Prozent.

Weitere Artikel zum Thema europaweite TK-Regulierung RSS

© cristimatei / fotolia.de DSL, UMTS, TV-Kabel und Alternativen
Mit rund 20 Millionen Kunden ist DSL mit Abstand die führende Breitband-Technik, doch das Internet über TV-Kabel oder UMTS/HSPA spielt eine immer größere Rolle. Ein Nischendasein führen weiterhin die Zugänge über WiMAX und Satellit.
Informieren Sie sich hier detailliert über Breitband-Internet
 
vorherige Meldung Drucken RSS E-Mail nächste Meldung
Anzeige:

NEU: o2 Blue M Professional – Die Alle-Netze-Flat
Hier klicken!
Nur 27,90€/Monat: Mobil-, Festnetz- und Internet-Flat

Testsieger SIM-Karte fürs Handy: nur 8 Ct/Min/SMS
Smart-Option: 100 Min + 100 SMS + InternetFlat 200. Nur 9,90€/30 Tage

Meinungen und Erfahrungen der Community:

Betreff Autor Datum
surfen agedo 10.02.10 12:48
50 MBit/s paeffgen 08.02.10 18:32
RE: NICHT NÖTIG!!! marius1977 08.02.10 18:11
RE: NICHT NÖTIG!!! sanem 08.02.10 17:33
Beitrags-Index ]  [ Thread-Index ] 

Weitere News vom 25.03.2009:

- iPhone: Inoffizielle Software jetzt auch ohne Jailbreak installieren
- Freie Vergabe von .tel-Domains hat begonnen
- EU-Kommission: Kein Sonderstatus für die Deutsche Telekom
-  Video: Windows 7 auf dem Eee PC 1000HE im Blick
-  Video: Windows 7 auf dem Eee PC 1000HE installiert
- Samsung legt bei den Netbooks nochmal nach
- 12PAYmobile: Weiteres Bezahlsystem per Handy
- RTLmobil: 111 Freiminuten für Neukunden
- Gesetz soll Zugang zu Kinderporno-Seiten erschweren
- 60 Euro Startguthaben für Neukunden bei Tchibo mobil
- Kurzer Test: Die neue Skype-Version 3.0 für Windows Mobile
-  Samsung N120: Dritte Netbook-Neuheit vorgestellt
-  Eee PC 1000HE jetzt bei Amazon
- Online-Kriminelle ködern Internetnutzer mit vermeintlichem Attentat
- Multi-Messenger Palringo für Google-Handy im kurzen Test
-  Moblin v2: zweite Alpha-Version veröffentlicht
- EU-Kommissarin rügt unzureichende Internet-Versorgung
- Alle Meldungen aus der Kalenderwoche, aus der auch obige Meldung ist
- Alle Meldungen der letzten sieben Tage



Werbung

hier klicken!




 
Alle Texte und Tabellen © 1997 - 2012 teltarif.de Onlineverlag GmbH
[Homepage] · [Unternehmen] · [Impressum/AGB/Ihre Daten] · [Feedback] · [Mediadaten] · [Partnerprogramm] · [Presse] · [Jobs]
*) teltarif.de registrierte zuletzt 1 200 000 Unique User pro durchschnittl. Monat
Quelle: teltarif.de: AGOF internet facts 2011-10, Erwachsene ab 14 Jahre