Internet-Ausbau

VDSL Vectoring: Telekom offenbar kompromissbereit

Telekom rückt anscheinend von befürchteter Remonopolisierung ab
AAA

Jochen Homann äußert sich zu VDSL VectoringJochen Homann äußert sich zu VDSL Vectoring Die Deutsche Telekom scheint nun doch zu Kompromissen bereit, geht es um das Thema VDSL Vectoring. Ursprünglich wollte sie ihre Mitbewerber aus den Kabelverzweigern (Kvz) verdrängen und exklusiv das Recht haben, VDSL zusammen mit dem Breitbandturbo Vectoring auszubauen. Für die Mitbewerber hätte das einen Schritt zurück bedeutet, sie hätten nur noch Telekom-Vorleistungen einkaufen oder langsameres ADSL ausbauen können. Entsprechend hoch waren die Proteste zu diesem Thema. Nun zeigt sich die Telekom offenbar kompromissbereit und will den Wettbewerbern den Zugang zum Kabelverzweiger für VDSL doch nicht wegnehmen.

Ein Telekom-Sprecher sagte gegenüber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ), man sei zu Kompromissen bereit. Bis dato hieß es, es könne lediglich einen Bestandsschutz geben für jene Kabelverzweiger, die die Wettbewerber bereits teuer mit eigenen Glasfaserleitungen erschlossen haben. Gegenüber die FAZ sagte ein Sprecher nun, es sei vorstellbar, dass die Wettbewerber "über den Bestandsschutz hinaus auch neue Kabelverzweiger erschließen können". Im Gegenzug will die Telekom aber auf diese Leitungen zugreifen können, genau so wie sie ihren Wettbewerbern ein entsprechendes Vorleistungsprodukt anbietet, damit diese ihre Produkte auch in Telekom-Ausbaugebieten vermarkten können. Auch Niek Jan von Damme, Deutschland-Chef der Telekom, soll am Montag im NGA-Forum gesagt haben, dass die Telekom von der Forderung abrücke, Vectoring exklusiv einsetzen zu dürfen.

Nach Informationen von teltarif.de will die Deutsche Telekom noch in diesem Jahr eine Regulierungsverfügung zum Thema VDSL Vectoring beantragen. Der konkrete Inhalt des Antrages ist aktuell jedoch unbekannt. In Branchenkreisen wird nun befürchtet, dass die Deutsche Telekom zwar öffentlich Zugeständnisse ankündigen könnte, der Antrag allerdings weiterhin zum Nachteil der Wettbewerber sei.

Homann sagt schnelle Regulierungsentscheidung zu

Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur, sagte im Gespräch mit der FAZ, dass ein Vectoring-Angebot, wie die Telekom es bislang geplant hatte, das Grundprinzip der bisherigen Regulierung in Frage stellen würde. Der Regulierer informiere sich "selbst sehr sorgfältig darüber", welche weiteren Entwicklungen es in technischer Hinsicht geben könnte und ob ein "Highlander-Prinzip" ("Es kann nur einen geben") bei Vectoring langfristig notwendig wäre. Auch sprach er das "First-Mover-Prinzip", bei dem ausbauen darf, wer den Kvz zuerst erschlossen hat, an. Sollte die Telekom einen Antrag zur Regulierung stellen, so würde jeder interessierte Marktakteur die Gelegenheit haben, die Position darzulegen. Eine Entscheidung würde dann jedoch nicht bei null begonnen, so dass man "sehr schnell zu einem Ergebnis" käme.

Mehr zum Thema VDSL Vectoring