Breitband

Landkreis setzt fast komplett auf Telekom-VDSL-Ausbau

Ein kompletter Landkreis wird von der Telekom mit VDSL versorgt. Eine entsprechende Vereinbarung wurde nun unterzeichnet. Ende nächsten Jahres sollen damit 95 Prozent der Haushalte 30 bis 100 MBit/s bekommen.
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Die Deutsche Telekom wird den Neckar-Odenwald-Kreis komplett mit Breitbandleitungen versorgen. Das berichtet die Telekom in ihrem Blog, aber auch die Rhein-Neckar-Zeitung. Anfang der Woche wurde der Kooperationsvertrag zwischen dem Landkreis und der Telekom unterzeichnet. 60 000 Haushalte sollen damit schnelle Anschlüsse bekommen. Die Krux: Die Telekom spricht von Anschlüssen mit einer Datenrate von mindestens 30 MBit/s (und bis zu 100 MBit/s). Das Breitbandziel der Bundesregierung liegt jedoch bei mindestens 50 MBit/s.

Finanziell realisiert wird der Ausbau zum Teil durch die Deutsche Telekom, teilweise jedoch auch durch das Deckungslücken-Modell, bei dem die Deckungslücke zwischen einem wirtschaftlichen Ausbau und den tatsächlichen Kosten gefördert wird. Der Neckar-Odenwald-Kreis sei der erste Landkreis in Baden-Württemberg, der gemeinsam mit der Telekom den kooperativen Vollausbau realisiert und dabei auf das sogenannte Deckungslücken-Modell setzt, teilte die Telekom mit.

Telekom setzt auf VDSL statt Glasfaser bis zum Haus

Die Telekom verspricht schnelles DSL (Archivbild)Die Telekom verspricht schnelles DSL (Archivbild) Bei dem Ausbau der Telekom handelt es sich um einen VDSL- bzw. VDSL-Vectoring-Ausbau. Die Telekom bevorzugt diese Ausbau-Variante statt direkt Glasfaserleitungen bis in die Häuser zu verlegen. "Aus Sicht der Telekom ist der FTTC-Ausbau (Fiber to the Curb) der logische evolutionäre Schritt, den wir in Deutschland jetzt gehen müssen", schreibt die Telekom in ihrem Blog. Es gebe derzeit kein realistisches Anwendungsszenario, das über diese Anschlussart nicht realisiert werden kann. Außerdem seien bei VDSL bzw. FTTC keine baulichen Maßnahmen in der Wohnung des Kunden notwendig und auch durch den Vorgarten müsse niemand buddeln. Zudem werde die Geschwindigkeit per Vectoring perspektivisch auf 250 MBit/s im Downstream ansteigen.

Im Neckar-Odenwald-Kreis werden nach Angaben der Rhein-Neckar-Zeitung 36 Millionen Euro investiert. 9,6 Millionen Euro davon kommen von Kreis und Kommunen. Im März sollen die Bauarbeiten beginnen, Ende 2017 soll der Ausbau dann abgeschlossen sein. Zuerst dürften Haushalte in Mosbach und Obrigheim profitieren, hier beginnen die Bauarbeiten.

Nach Angaben der Zeitung müssen auf einer Länge von 100 Kilometer Tiefbau betrieben, 400 Kilometer Glasfaserkabel verlegt und 30 neue Multifunktionsgehäuse errichten werden. Nach früheren Berichten erstreckt sich die Breitbandversorgung des Landkreises derzeit auf maximal 5 Prozent der Haushalte, am Ende des Ausbaus sollen es 95 Prozent sein. Für den Rest bleibt offenbar nur LTE als Alternative.

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