
VDSL Vectoring soll schnelles Internet in die Fläche bringen
Heute findet bei der
Bundesnetzagentur in Bonn eine Anhörung zum geplanten Einsatz
von
VDSL Vectoring und dem
Antrag der
Deutschen Telekom zum Teilwiderruf der Regulierungsverfügung
statt. Im Vorfeld dessen hat der
Branchenverband VATM seine Stellungnahme zu diesen
geplanten Änderungen veröffentlicht und beantragt - wenig überraschend - den Antrag
abzulehnen. Allerdings: VDSL Vectoring gegenüber
zeigt sich der Verband, der 120 lokale und überregionale Anbieter vereint, aufgeschlossen - zu anderen Bedingungen.
Der Verband unterstreicht in seinem Papier, dass der Beitrag alternativer Teilnehmernetzbetreiber für die Erreichung der Breitbandziele
der Bundesregierung elementar sei. Vor allem in ländlichen Ausbaubereichen
hätte die Telekom-Wettbewerber erhebliche Erfolge. Diese Bereiche liegen demnach außerhalb des Fokus der Aktivitäten der
Telekom und der Kabelnetzbetreiber. Der VATM bestätigt, dass die Wettbewerber 8 200 Kabelverzweiger mit eigener
Technik erschlossen haben und dass das nur zwei Prozent der Verteiler seien, allerdings würden davon 90 Prozent in ländlichen
Bereichen für schnelles Internet sorgen. "Die Telekom verschweigt zudem [...], dass sie selbst erst knapp 40 000 KVz, also
13 Prozent, mit VDSL erschlossen hat und diese in der Regel im Wirkungsbereich weiterer, alternativer Betreiber [...] liegen", heißt es in dem Papier.
Bitstrom-Zugang als Streitpunkt
Die von der Telekom angekündigte Versorgungsquote von 65 Prozent der Bevölkerung mit VDSL Vectoring entspräche in etwa dem
heute durch die Kabel-Anbieter erschlossenen Versorgungsgebiet. Die Telekom schöpfe aus dem Ausbau den
Vorteil, dass sie ihr Entertain-Angebot "breiter und aggressiver" vermarkten
könne und damit deutlich wirksamer in Konkurrenz zu den
Kabelanbietern treten könne. "Bei Vorliegen eines adäquaten Vorleistungsproduktes auf Bitstrom-Basis ist ein solches Vorgehen auch aus Sicht
der Nachfrager [also den Alternativ-Anbietern, Anmerkung der Redaktion] als durchaus positiv anzusehen", so der
VATM. Allerdings gibt es beim Bitstrom-Angebot unterschiedliche Vorstellungen, die sich in den Begrifflichkeiten Layer 2 und
Layer 3
widerspiegeln.
Die Telekom will ein Layer-3-Angebot machen, womit die Alternativanbieter zwar Zugriff auf die Bandbreiten der Telekom-Anschlüsse bekommen, aber
kein eigenes IPTV-Angebot anbieten können, da dieses technisch nicht möglich ist. Hierfür bräuchten die Wettbewerber
einen Zugriff auf Layer-2-Basis, den die Telekom aber zunächst nicht anbieten will. Der Unterschied liege in der technischen Beschaffenheit
der Zugänge. Ein Layer-2-Zugang ermögliche eine Übergabe der Daten von der Telekom an den Wettbewerber deutlich näher beim
Endkunden als ein Zugang auf Ebene 3, bei dem es 73 Übergabepunkte gibt. Laut Telekom sei ein Layer-2-Zugang zwar "denkbar",
mit diesen "vagen Ankündigungen" will sich der Verband jedoch nicht zufrieden geben.
Vorschläge des VATM
Kritik gibt es vom VATM auch, dass sich die Telekom selbst "keinerlei Restriktionen und zeitliche Vorgaben" auferlegt hat
und stattdessen durch entsprechende Mitteilungen Bereiche für den eigenen Ausbau reservieren und die Wettbewerber so vom
Ausbau ausschließen könne.
Der VATM macht in seiner Stellungnahme auch Vorschläge, wie eine entsprechende Planungssicherheit sichergestellt werden könne.
Demnach müsse ein Anbieter, egal ob Telekom oder Wettbewerber, einen Bitstrom-Zugang auf Layer-2-Ebene anbieten,
wenn an einem Kvz VDSL Vectoring eingesetzt wird. Für den Ausbau neuer Kabelverzweiger sollen alle Unternehmen
bis zu zwölf Monate vor dem tatsächlichen Ausbau die Pläne bei der Bundesnetzagentur verbindlich anmelden. Bei
Planungsüberschneidungen müsse die Bundesnetzagentur moderieren, ist das nicht möglich müsste nach festgelegten Spielregeln
der Zuschlag erfolgen.
Bereits ausgebaute Kvz sollen nach Vorstellungen des VATM auch ohne verpflichtenden Vectoring-Ausbau in der
Hoheit des Anbieters bleiben, der ausgebaut hat. Die Telekom hatte eine "Zwangsaufrüstung" (Zitat VATM) gefordert,
dieses aber für eigene Kvz nicht garantieren wollen.
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