Nachgefragt

congstar: Nach 15 Monaten ohne Aufladung droht die Kündigung

Kunden von congstar Prepaid erhalten vier Wochen zuvor aber noch eine Warn-SMS
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congstar-Prepaid-Kündigungencongstar Prepaid: Nach 15 Monaten
ohne Aufladung droht die Kündigung
Die Telekom-Tochter congstar sorgte in diesem Jahr mit endlosen Wartungsarbeiten für Verärgerung bei vielen ihrer Kunden, die teilweise monatelang keine Rechnungen und Einzelverbindungsnachweise mehr erhielten. Nun erreichten uns von mehreren Lesern Hinweise, dass congstar Kunden seiner Prepaid-Karten bei Nicht-Aufladung schneller das Vertragsverhältnis kündigt als bislang.

Frühe Kündigung von Prepaid-Karten durch congstar?

So berichten Einzelne im congstar-Kundenforum - aber auch im teltarif-Forum -, dass ihre Prepaid-Karte trotz einer weniger als 12 Monate zurückliegenden Aufladung gesperrt worden sei. Hintergrund: congstar definiert in seinen AGB keine bestimmten Rhythmen, in denen die Karte zur Vermeidung einer Kündigung durch den Anbieter aufgeladen werden muss. Stattdessen heißt es in den AGB schlicht: "Das Vertragsverhältnis kann durch den Kunden ohne Einhaltung einer Frist und durch congstar mit einer Frist von einem Monat gekündigt werden. Die Kündigung ist nur wirksam, wenn sie durch den Kunden schriftlich und durch congstar schriftlich oder per SMS erklärt wird." Bislang hatte das Unternehmen aber - beispielsweise im hauseigenen Forum - stets kommunziert, dass eine Aufladung pro Jahr zum Erhalt der Karte sicher ausreiche.

congstar versendet nach Erfahrungen der teltarif.de-Redaktion vier Wochen vor einer solchen Kündigung (und damit einhergehenden Sperrung der Karte) eine Warn-SMS mit dem Text: "Lieber Kunde, hiermit kündigen wir mit Frist von 1 Monat ihren Vertrag. Möchten Sie den Vertrag fortsetzen, laden Sie bitte bis dahin Ihre Card auf."

congstar: Mindest-Auflade-Intervall beträgt 15 Monate

teltarif.de hat bei congstar offiziell nachgefragt: Wie lange können Prepaid-Nutzer ihre Karte sorglos liegenlassen, bevor - ohne weitere Aufladung - die Kündigung fällig wird? PR-Managerin Sonja Kubczak schreibt uns: "Kunden, die ihre congstar Prepaid-Karte 15 Monate lang nicht aufladen, werden per SMS gebeten dies zu tun, da die Karte ansonsten mit Frist von einem Monat deaktiviert wird. Ein Kunde hat also nach Erhalt der SMS einen Monat Zeit, sein Guthaben wieder aufzuladen und kann die congstar Prepaid-Karte anschließend weiter nutzen wie bisher."

Nach gut einem Jahr sollten Nutzer also zumindest über eine Minimalaufladung ihrer Karte nachdenken, wenn diese zuvor nur sehr wenig genutzt oder gar als "Schubladenkarte" - etwa für Reservezwecke - dient. Auf die Warn-SMS sollte man sich indes nicht verlassen: Denn wenn das Handy ausgeschaltet ist, kann die besagte Kurzmitteilung nicht zugestellt werden. Da diese zudem nach einigen Tagen verfällt, wird sie also auch beim entsprechend späteren Einschalten des Handys den Empfänger nicht mehr erreichen.

Anbieter wünschen sich aktive Nutzung von Prepaid-Karten

Andere Anbieter definieren - seitdem Guthaben nach entsprechenden Urteilen nicht mehr einfach verfallen darf - oft sogenannte Aktivitätszeiträume: Sind diese abgelaufen, kann nicht mehr telefoniert werden. Soll die Karte wieder genutzt werden können, muss sie zunächst wieder aufgeladen werden. Alternativ steht es dem Kunden frei, das Vertragsverhältnis zu kündigen und sich das Restguthaben vom Anbieter auszahlen zu lassen.

Wieder andere Unternehmen haben eine Administrationsgebühr - auch Kontopflegegebühr genannt - eingeführt. Erreichen Nutzer dieser (Prepaid-) Offerten nicht einen bestimmten Mindestumsatz pro Monat oder innerhalb eines bestimmten Zeitraums, zieht der Anbieter die entsprechende Gebühr ein.

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