Krise

Telekom-Discounter congstar tief in den roten Zahlen

Erst 2013 könnte das Unternehmen die Verlustzone verlassen
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Der Discounter der Deutschen Telekom, congstar, steckt tief in den roten Zahlen und hat alle wichtigen Planvorgaben der Bonner Konzernzentrale verfehlt. Das geht nach Angaben der WirtschaftsWoche (WiWo) aus der internen Gewinn- und Verlustrechnung hervor, die die congstar-Geschäftsleitung Ende Mai dem Aufsichtsrat präsentierte. Die WiWo veröffentlicht in ihrer am Montag erscheinenden Ausgabe die wichtigsten Kennziffern.

Demnach erwartet congstar-Geschäftsführer Alexander Lautz im laufenden Geschäftsjahr nur noch einen Umsatz von 132  Millionen Euro, zu Jahresbeginn waren noch 176 Millionen Euro geplant. Beim Start von congstar im Sommer 2007 hatte Konzernchef René Obermann noch einen Umsatz von einer Milliarde Euro als realistisches Ziel ausgegeben. Von diesem Ziel ist die Telekom inzwischen abgerückt.

Erst ab 2013 ohne Verluste?

congstar-Logocongstar: In der Verlustzone Die verfehlten Umsatzzahlen schlagen bei congstar voll auf den operativen Gewinn durch. Im vierten Jahr in Folge schreibt die Telekom-Tochter tiefrote Zahlen. Die operativen Verluste summieren sich allein im aktuellen Geschäftsjahr auf schätzungsweise 38 Millionen Euro. "Seit seiner Gründung hat congstar weit über 100 Millionen Euro verbrannt, ohne dass der Telekom-Vorstand einschreitet", sagte ein Telekom-Manager, der ungenannt bleiben will, gegenüber der Zeitung.

Die Telekom-Spitze stellt sich intern auf eine längere Durststrecke ein. Erst im Jahr 2013 will congstar die Verlustzone verlassen und eine schwarze Null im operativen Geschäft schreiben. Das sieht die aktuelle Mittelfristplanung von congstar vor. congstar braucht demnach einen Umsatz von 230 Millionen Euro, um kostendeckend zu arbeiten.