DLD13

Telekom-Chef Obermann: Mehr mit weniger Ressourcen schaffen

Telekom-Unternehmen müssen effizienter werden
Von mit Material von dpa
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Telekom-Chef René Obermann auf der DLD13. Telekom-Chef René Obermann auf der DLD13. Der Wandel in der Telekommunikations-Branche macht vor allem den Ex-Monopolisten wie der Deutschen Telekom zu schaffen - denn das erklärte Ziel der Liberalisierung des Telekommunikations-Marktes war schließlich die Schaffung von einem Wettbewerb konkurrierender Unternehmen zulasten des Incumbents und zum Vorteil der Verbraucher, die unter mehreren Anbietern wählen können. Um im Wettbewerb zu bestehen, müssen sich die Konkurrenten allerlei einfallen lassen. Kein Wunder, dass Noch-Telekom-Chef René Obermann in seiner Branche einen großen Bedarf nach mehr Effizienz sieht. "Die Herausforderung ist, mehr mit weniger Ressourcen zu schaffen", sagte Obermann am Sonntag auf der Innovationskonferenz DLD13 in München.

Während das Festnetzgeschäft schrumpfe, die Tarife unter Druck stünden und das Funk-Spektrum knapp bemessen sei, müssten Kapazitäten effizienter geschaffen werden. "Hier braucht man noch viel Innovation", betonte Obermann. Ein Weg dafür seien Kooperationen mit Internet-Firmen. So arbeitet etwa die Telekom mit dem Musik-Dienst Spotify und dem Sicherheits-Spezialisten Lookout zusammen. Zugleich könne sich die Telekom-Branche auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten von der allgemeinen Konjunktur abkoppeln: "Bevor die Menschen aufhören, zu kommunizieren, sparen sie woanders."

Bei der Konferenz DLD ("Digital Life Design") tauschen sich seit Sonntag Unternehmer, Experten, Investoren und Medienvertreter über Internet-Trends und Entwicklungen der Digitalisierung aus. Die Konferenz unter der Schirmherrschaft des Verlegers Hubert Burda findet seit 2005 jährlich statt. In diesen Jahr ist einer der Schwerpunkte "Big Data" - die Auswertung riesiger Datenbestände.

Zu wenig europäische Investitionen in Startups

Internet-Investor Klaus Hommels beklagte in München, dass zu wenig Kapital aus Europa in hiesige Startups fließe. Amerikanische Risiko-Investoren drängten oft sofort darauf, die Firma zum Beispiel im US-Staat Delaware mit seinem günstigen Steuersystem anzumelden. "Wenn die Startups dann erfolgreich werden, sind sie keine europäischen Unternehmen mehr. Es ist schade, dass wir sie in einer frühen Phase verlieren", kritisierte Hommels.

Obermann gab bei der DLD-Konferenz erste konkretere Hinweise auf seinen nächsten Job nach dem Abschied vom Telekom-Chefsessel zum Jahresende. Er wolle in einer kleineren Firma arbeiten, bei der man auch enger mit der technischen Seite des Geschäfts zu tun habe. Dabei könne er sich sehr gut den Wechsel in ein anderes Land vorstellen, in die USA ziehe es ihn aber nicht: "Dafür bin ich zu sehr Europäer", erklärte Obermann.

Der Manager, der in diesem Jahr 50 Jahre alt wird, wird wie berichtet seinen Chefsessel bei der Deutschen Telekom zum Jahresende aufgeben. Nachfolger ist Finanzvorstand Timotheus Höttges. "Die Technologie entwickelt sich so schnell, dass ich den Lernprozess neu starten will", erläuterte Obermann die Hintergründe für seinen Abgang nach sieben Jahren.

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