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Niedrigere Kosten für die Telefonleitung für mehr Glasfasernetze

Die Wettbewerber sind gegen eine Erhöhung der Preise für die Miete der Telefonleitung der Telekom. Sie benötigen das Geld für den Glasfaserausbau. Die Telekom will die Miete für Vorleistungen um zehn Prozent erhöhen.
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Wettbewerber wollen weniger Geld für die TAL zahlen um die Netze besser ausbauen zu könnenWettbewerber wollen weniger Geld für die TAL zahlen um die Netze besser ausbauen zu können Wie berichtet, hat die Deutsche Telekom für die Überlassung der Kupferleitung an die Mitbewerber höhere Preise beantragt. Diese so genannten TAL-Preise (Teilnehmer-Anschluss-Leitung) sind für Anbieter, die keine eigene Leitung bis zur Wohnung des Kunden haben, entscheidend. 11,20 Euro netto soll die Leitung von der Vermittlungsstelle zum Kunden künftig monatlich kosten, geht es nach dem Willen der Telekom. Für die kürzere Variante vom Kabelverzweiger zum Kunden (bei VDSL-Ausbau) sollen es 7,51 Euro netto werden. Aktuell sind es 10,19 Euro bzw. 6,79 Euro netto.

Naturgemäß sind die Wettbewerber wenig erfreut von den Plänen. Nach einer Anhörung bei der Bundesnetzagentur zu dem Telekom-Antrag sagt der Chef des Wettbewerber-Branchenverbandes VATM. Jürgen Grützner. dazu: "Wir befinden uns hier in einem sehr wichtigen Verfahren für den weiteren Glasfaserausbau und Deutschlands Weg in die Gigabit-Gesellschaft." Die Mietpreise für das letzte Stück Kupferleitung bis zum Kunden hätten einen erheblichen Einfluss auf die Möglichkeit der Wettbewerber der Telekom, selbst in den Ausbau von Glasfasernetzen investieren zu können. Erstmals seit der Liberalisierung werde eine Preissenkung unisono von allen alternativen Wettbewerbern und allen TK-Verbänden, einschließlich der Unternehmen, die überwiegend echte Glasfasernetze bis zum Kunden (FTTH/FTTB) ausbauen, gefordert.

Kosten spiegeln Neubau des Netzes wider

Die geplante Preiserhöhung der Telekom lehnt der VATM ab. "Der Antrag basiert auf einer Kostenrechnungsmethode, die Investitionen nicht optimal fördert. Seit 18 Jahren werden die TAL-Entgelte nach der gleichen Berechnungsmethode festgelegt. Sie basiert auf Neubaukosten für ein Anschlussnetz bis zum Endkunden", heißt es vom VATM. Einem Neubau des Anschlussnetzes auf Basis von Glasfaser verschließe sich die Telekom aber "und nutzt stattdessen die alte Kupferleitung mit billiger Vectoring-Technik weiter", unterstreicht Grützner.

Seit 1999 hätte die Telekom durch die TAL-Entgelte über die regulatorisch festgesetzten Entgelte rund 40 Milliarden Euro anhand von Abschreibungen verdient, schreibt der VATM unter Berufung auf eine Studie. Demgegenüber habe sie nur 18 Milliarden Euro in das Anschlussnetz investiert. Damit ergebe sich eine Investitionslücke von mehr als 20 Milliarden Euro. "Den Vorleistungsnachfragern, also den Wettbewerbern, hingegen wurden eigene Finanzmittel durch die überhöhten Entgelte entzogen, die damit für Investitionen in eigene Glasfasernetze fehlten", betont VATM-Geschäftsführer Grützner. Es müsse ein Anreiz auch für die Telekom bestehen, altes Kupfer abzubauen und in moderne Glasfasernetze mit entsprechenden Vorleistungsprodukten zu investieren.

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