TAL-Entgelt

Letzte Meile: Telekom will 26,5 Prozent höhere TAL-Gebühr

Entgelt für die Teilnehmeranschlussleitung soll von 10,20 Euro auf 12,90 Euro steigen
Kommentare (224)
AAA

TAE-DoseEine TAE-Dose: Hier endet die Teilnehmeranschlussleitung (TAL) Die Deutsche Telekom hat heute Ihren Antrag für das ab April geltende TAL-Entgelt bei der Bundesnetzagentur (BNetzA) eingereicht. Die monatliche Gebühr für die Nutzung der Teilnehmeranschlussleitung (TAL) - auch letzte Meile genannt -, die die Telekom ihren Wettbewerbern für die Leitung von der Vermittlungsstelle bis zum Kunden berechnet, soll nach dem Willen des Ex-Monopolisten von bislang 10,20 Euro auf 12,90 Euro steigen.

Das aktuelle TAL-Entgelt von 10,20 Euro gilt noch bis zum 31. März dieses Jahres und war von der BNetzA im Jahr 2009 festgelegt worden. Zuvor galt für die letzte Meile noch ein Preis von 10,50 Euro. Auch anlässlich der TAL-Preis-Regulierung im Jahr 2009 hatte die Deutsche Telekom ein Monatsentgelt in Höhe von 12,90 Euro gefordert. In ihrem aktuellen Antrag fordert die Telekom außerdem eine Gültigkeitsdauer des neuen TAL-Entgelts von drei Jahren.

Telekom: Brauchen finanziellen Spielraum für den Breitbandausbau

Die Telekom begründet ihren Antrag und den Wunsch auf eine Anhebung des TAL-Entgelts um rund 26,5 Prozent damit, dass man mehr Spielraum für den Infrastrukturausbau brauche. Ein zu niedriges Entgelt "entwertet die Investitionen der Telekom und anderer Netzbetreiber, die beispielsweise in Kabelnetze oder in den Glasfaserausbau bis zum Kunden investieren", schreibt der Konzern.

"Um den Breitbandausbau voranzutreiben, brauchen wir eine moderne Regulierung, die sich nicht weiter auf die Absenkung von Preisen konzentriert. Nur so können die Bereitstellung und der Betrieb einer flächendeckenden Infrastruktur vor allem auch im ländlichen Raum finanziert werden", sagte Telekom-Deutschland-Chef Niek Jan van Damme.

Schuld sei unter anderem auch gestiegener Rohstoffpreis für Kupfer

Zudem, so die Telekom, seien die Kosten pro Anschluss "trotz effizienterer Prozesse" gestiegen. Dies sei vor allem auf Verluste von Festnetzkunden an Mobilfunk- und Kabelnetzbetreiber zurückzuführen. Weil trotzdem das gesamte Kupfernetz weiterhin betrieben und finanziert werden müsse, werde der einzelne Anschluss nicht billiger. Zudem seien die Kosten für den Tiefbau und für Rohstoffe wie Kupfer gestiegen.

Branchenverband VATM: Argumente der Telekom sind "ein Märchen"

VATM-Geschäftsführer Jürgen GrütznerVATM-Geschäftsführer Jürgen Grützner Der Branchenverband VATM hat die Forderung der Telekom unterdessen scharf kritisiert. "Die Preise für die TAL hochzutreiben, um Glas zu bauen, ist natürlich ein Märchen, weil die Wettbewerber damit den Ausbau der Telekom finanzieren. Man kann die Belastung für den Glasfaserausbau nicht auf die Kunden der Wettbewerber verlagern. Es müssen beide Seiten in die Lage versetzt werden zu investieren", sagte VATM-Geschäftsführer Jürgen Grützner im Gespräch mit teltarif.de.

"Wir brauchen das richtige TAL-Entgelt", fordert Grützner - und zwar "nach einer Kostenberechnung, die nicht nur auf Wiederbeschaffungsentgelte abstellt, sondern auch auf historische Kosten". Der TAL-Preis von 12,90 Euro, den die Telekom nun fordert, "wäre der höchste Preis in Europa [für die TAL]". Grützner verweist hier auch auf den Rest Europas: "Der Durchschnitts-TAL-Preis der zehn preisgünstigsten TK-Anbieter in Europa liegt unter 7 Euro."

Weitere Artikel zum Thema TAL ("Letzte Meile")