
Telekom auf gutem Weg
Telekom-Chef
René Obermann sieht Deutschlands größten
Telekommunikationskonzern trotz der anhaltenden Eurokrise auf gutem Weg.
"Natürlich gibt es weiterhin Herausforderungen für uns, aber gerade im
Vergleich mit unseren Wettbewerbern schlagen wir uns sehr ordentlich", sagte
der Vorstandsvorsitzende heute in Bonn anlässlich der Präsentation
der
Quartalszahlen. Ausdrücklich bekräftigte Obermann die Gewinnprognose der
Telekom für das Gesamtjahr: "Wir halten unser Wort."
Spurlos gingen die wirtschaftlichen Turbulenzen allerdings an dem Konzern
nicht vorüber. In den ersten sechs Monaten dieses Jahres sank der Umsatz um
0,9 Prozent auf 28,8 Milliarden Euro. Das bereinigte EBITDA der
Deutschen Telekom betrug in den Monaten April bis Juni unverändert zum Vorjahr
4,7 Milliarden Euro. Der Free Cashflow erreichte im zweiten Quartal
1,7 Milliarden Euro, rund 5,6 Prozent weniger als
in der Vergleichszeit des Vorjahres. In Deutschland büßte der Ex-Monopolist vor allem im klassischen
Festnetz-Geschäft weiter an Boden ein. Auch die Service-Umsätze im Mobilfunk
waren rückläufig. Gleichzeitig meldete der Konzern aber starkes Wachstum bei
den mobilen Datenumsätzen und beim konzerneigenen TV-Angebot Entertain.
Positive Entwicklung des TV-Angebots Entertain
Die Zahl der Entertain-Kunden kletterte demnach auf
1,8 Millionen, was einen Anstieg von 40,7 Prozent
im Vergleich zum Vorjahr bedeutet. Allein im zweiten
Quartal entschieden sich mehr als 100 000 Neukunden für das
TV-Angebot. Bei den mobilen Datenumsätzen konnte im zweiten Quartal ein
Wachstum von 19 Prozent auf 484 Millionen Euro erzielt werden.
Inzwischen entfallen damit 29 Prozent des Durchschnittsumsatzes je
Kunde auf mobile Daten. Vor einem Jahr hatte dieser Wert noch bei 24 Prozent gelegen.
Im übrigen Europa litt der Konzern unter der weiteren Eintrübung der
wirtschaftlichen Situation in vielen Ländern, hohem Wettbewerbsdruck sowie
regulatorischen Eingriffen und musste Umsatz-Rückgänge von 5,9 Prozent auf 3,6 Milliarden Euro
hinnehmen. Der bereinigte EBITDA sank im Vergleich zum Vorjahr um
8,8 Prozent auf 1,2 Milliarden Euro. Ohne die
Wechselkurseinflüsse wären die Rückgänge bei Umsatz und
bereinigtem EBITDA mit 3,8 Prozent und 6,7 Prozent geringer ausgefallen.
Konzern bestätigt Ergebnisprognose für 2012
Auch bei dem Sorgenkind T-Mobile USA ging der Kundenschwund weiter. Doch
konnte die amerikanische Mobilfunktochter dank erheblicher
Effizienzsteigerungen ihre Profitabilität deutlich verbessern. Außerdem
profitierte die Telekom im US-Geschäft durch den schwachen Euro von
Währungseffekten.
Das Betriebsergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) des Konzerns sank im
ersten Halbjahr um 12,4 Prozent auf 2,8 Milliarden Euro. Der
Konzernüberschuss erhöhte sich dagegen um 2,9 Prozent auf 852 Millionen
Euro. In Sachen Kundenentwicklung erzielte die US-Tochter im Jahresvergleich
eine Verbesserung bei der Wechslerrate (Churn Rate) der eigenen
Vertragskunden von 2,6 Prozent auf 2,1 Prozent. Bei
den eigenen Vertragskunden ergab sich ein Nettokundenverlust von 557 000.
Dagegen legte die Zahl der eigenen Prepaid-Kunden um 227 000 zu.
Verantwortlich für den Rückgang des Betriebsergebnisses waren nach
Konzernangaben vor allem höhere planmäßige Abschreibungen bei T-Mobile USA.
Der Konzern hatte im vergangenen Jahr bei der Mobilfunktochter zunächst
keine Abschreibungen mehr vorgenommen, da er die Sparte verkaufen wollte.
Doch waren die Abschreibungen nach dem Scheitern der Verkaufspläne im
vierten Quartal auf einen Schlag nachgeholt worden. Im Gesamtjahr werde sich
dieser Effekt ausgleichen, erklärte der Konzern.
Obermann bekräftige trotz der anhaltenden Eurokrise ausdrücklich die
Prognose des Konzerns für das Gesamtjahr. Die Telekom erwartet demnach 2012
ein bereinigtes Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) von
rund 18 Milliarden Euro - knapp unter dem Niveau des Vorjahres.
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