Kritik

Telekom: Obermann übt letztmalig heftige Kritik am Regulierer

René Obermann stellt zum letzten Mal seine Quartalszahlen vor
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Es war der letzte Conference Call der Deutschen Telekom mit ihrem CEO René Obermann, der nach 16 Jahren seine letzten Quartalszahlen präsentierte, gemeinsam mit seinem Nachfolger Timotheus Höttges und dem designierten Finanzchef Thomas Dannenfeldt.

Obermann freute sich, dass er "abgehoben vom Wettbewerber" gute Zahlen präsentieren konnte, sein Unternehmen wachse bei Kundenzahl und Umsatz und sein Netz hat einige wichtige Vergleichstests gewonnen. So hat das Unternehmen kürzlich von der "Computerbild" die Bestnote für LTE erhalten. Der Verkauf von Smartphones stieg im dritten Quartal um 1 Million oder 14 Prozent gegenüber dem Vorjahr und bereits 40 Prozent der verkauften Smartphones seien LTE fähig.

Rene Obermann lud die Presse zum letzten Mal zu einem Conference Call einRené Obermann lud die Presse zum letzten Mal zu einem Conference Call ein In Deutschland wuchsen die Vertragskundenzahlen im 3. Quartal um eine halbe Million. Während die Serviceumsätze (aus Sprach-Telefonaten, Kurznachrichten (SMS), Datenübertragungen und Dienstleistung rund um das Mobiltelefon) im deutschen Gesamtmarkt um 5 Prozent zurückgingen, waren bei der Telekom "bereinigt" nur minus 1 Prozent zu vermelden, da habe "der Regulierer klug eingegriffen", ätzte Obermann.

Sky via Telekom kommt an

Die Netzentwicklung erfordert weiter hohe Investitionen, man stehe in starkem Wettbewerb zum Kabel. Das dritte Quartal sei üblicherweise das schwächste im Jahresverlauf und das neue Kombinationsangebot zusammen mit den Fernsehangeboten von Sky werde sehr positiv aufgenommen.

In Deutschland wachse eine steigende Kundenzahl vom klassischen Festnetz zu den "Call & Surf via Funk"-Angeboten, die via LTE realisiert werden und insbesondere in ländliche Regionen höhere Datengeschwindigkeiten als über das klassische Kupferkabel erlaubten. Der Zufriedenheitsindex "Triple M" läge bei Festnetz und Entertain Kunden vor den Kabelkonkurrenten.

Die Serviceumsätze im deutschen Mobilfunk sind im 3. Quartal um 4,7 Prozent gesunken, was "immer noch besser als der Wettbewerb ist", wenn man diesen Effekt um die gesunkenen Roamingkosten und Terminierungsentgelte bereinigt, waren es nur minus 1 Prozent. Die verschickte Menge der einst so beliebten Kurznachrichten (SMS) gingen gegenüber dem Vorjahr um 30 Prozent zurück, dafür stieg das Datenaufkommen durch LTE und viele neue Smartphones um 31 Prozent.

Auch in Europa positive Zahlen

Auch in den Niederlanden und Polen gingen Kurznachrichten und Sprachtelefonate zurück, durch mehr Endgeräte stieg aber der Umsatz insgesamt.

Selbst im krisengeschüttelten Griechenland seien die Umsätze gestiegen. Der ehemalige Staatskonzern OTE, an dem neben Aktien im Streubesitz der griechische Staat mit zehn Prozent und die geschäftsführende Deutsche Telekom mit 40 Prozent plus einer Aktie beteiligt sind, liefere eine "starke Performance", beispielsweise habe man dort 218 000 TV-Kunden und bei den Breitbandanschlüssen 12 000 Netto-Neukunden gewinnen können. OTE hatte im April seine Tochtergesellschaft Globul, dem zweitgrößten Mobilfunkanbieter in Bulgarien für 717 Millionen Euro an den norwegischen Mitbewerber Telenor verkauft.

Auf Nachfrage bestätigte Höttges, dass man "in intensiven Gesprächen mit Partnern" über einen möglichen Verkauf der Scout24 Gruppe sei, aber er wolle das im Moment noch nicht näher kommentieren.

Auch in den USA, einst Zugpferd und später Sorgenkind kehrten die Kunden wieder zu T-Mobile USA zurück, die Rate der Kündiger ("Churn") liege 0,6 Prozent unter dem Vorjahr, der neue Chef John Legere komme mit seinen neuen Tarifmodellen und der verbesserten Netzqualität in den USA gut an. "Der massive LTE (4G) Ausbau zahlt sich aus." Das ursprüngliche Ziel von ein bis 1,2 Millionen Neukunden in den USA sei mit derzeit knapp 1,8 Millionen Neukunden weit überschritten worden.

Auf der folgenden Seite lesen Sie ob die Deutsche Telekom Angst vor der Zukunft hat und wie René Obermann den aktuellen NSA-Abhörskandal einschätzt.

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