Zurückgewiesen

Telekom und NetCologne: Kein NSA-Zugriff auf unsere Netzwerke

Der Spiegel berichtet in seiner aktuellen Ausgabe, die NSA habe Zugriff auf das Netzwerk der Telekom erlangt. Die Telekom dementiert und will nach mehrwöchigen Prüfungen keine Zugriffe der NSA festgestellt haben. Eine Grafik sei das einzige Indiz des Spiegels gewesen.
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Ist die Telekom im Visier der NSA? Manipulationen will die Telekom nicht festgestellt haben.Ist die Telekom im Visier der NSA? Manipulationen will die Telekom nicht festgestellt haben. Hat die NSA Zugriff auf das interne Netzwerk der Telekom erhalten? Hinweise darauf gibt es - die will der Spiegel in den Dokumenten von Edward Snowden entdeckt haben. Die Telekom hingegen gibt Entwarnung: "Wochenlange Untersuchungen gemeinsam mit den Spiegel-Experten haben keine Anhaltspunkte dafür gegeben, dass unser Netz tatsächlich manipuliert wurde", schreibt Konzernsprecher Philipp Blank in einem Blog-Eintrag. Er stellt klar: "Der Zugriff ausländischer Geheimdienste auf unser Netz wäre völlig inakzeptabel." Vorsorglich habe die Telekom aber die deutschen Sicherheitsbehörden über den Verdacht des Spiegels informiert.

Hinweise stammen aus einer Grafik

Die Spiegel-Hinweise stammen demnach aus einer Grafik. Diese sei mit Hilfe der NSA-Software Treasure-Map erstellt worden. Im Telekom-Blog ist die - schwer lesbare - Grafik eingebunden. Diese visualisiere potenzielle Datenquellen. Unter den Quellen findet sich unter anderem der Eintrag "Deutsche Telekom AG". Das betreffende Symbol ist rot umkringelt und ein Pfeil weist auf das Zentrum des Bildes. Dort dürfte sich die Analyse-Server der NSA befinden. An diesem Pfeil sitzt ein Symbol, das möglicherweise einen Satelliten darstellen soll. Unklar ist die Datierung und die Bedeutung der roten Kreise, die um einzelne Quellen gezogen sind. Es könnte sich also auch eine veraltete Visualisierung handeln.

Telekom-Sprecher Philipp Blank schreibt: "Bisher gibt es also nicht mehr als ein Chart mit einem roten Kringel". Eine mehrwöchige Prüfung der Telekom-Netzwerke habe keine Ergebnisse zu Tage befördert. "Einen Nachweis, dass unser Netz in Deutschland und Europa manipuliert wurde, gibt es aber nicht." Möglicherweise sei aber auf amerikanischem Boden ein Zugriff auf die Daten möglich, wenn sie sich auf dem Transport von Sender zu Empfänger befinden - viele zentrale Internetknoten sind auf dem Gebiet der USA im Einsatz. Dort vermutet Philipp Blank den Zugriff der NSA: "Wenn der amerikanische Geheimdienst darauf zugreifen möchte, kann er es von dort aus auf eigenem Hoheitsgebiet und auf Grundlage amerikanischer Gesetze tun", so die Telekom.

Stattdessen schlägt die Telekom eigenen einen Weg zu mehr Sicherheit vor: National-Routing. Deutsche Anbieter sollten sicherstellen, dass inländischer Datenverkehr nicht über amerikanische Server läuft. Die Telekom will diesen Vorschlag schon so weit wie möglich umgesetzt haben. Über die Pläne berichtete teltarif.de bereits. Um die Vorschläge hatte sich jedoch eine kontroverse Debatte entfaltet. Wie ein Geheimdienst Glasfaser-Leitungen anzapfen könnte, erfahren Sie in unserem Hintergrund-Artikel zur Dark Fiber und innerdeutschem Daten-Routing.

NetCologne: Keine Hinweise auf Eindringlinge

Auch der Kölner Inter­net­an­bieter NetCologne wurde im Spiegel-Bericht erwähnt - und hat ebenfalls keine Belege dafür gefunden, dass der US-Geheimdienst NSA die Netze der Firma angezapft hat. "NetCologne ist den Hinweisen bereits vor einiger Zeit mit aller Gewissenhaftigkeit nachgegangen und hat keinerlei Nachweis für eine Sicherheitsverletzung gefunden", erklärte das Unternehmen.

Die Informationen, die NetCologne vom Spiegel erhalten habe, deuteten auf einen Einzelfall hin, erklärte das Unternehmen. Man habe sowohl den Einzelfall wie auch das gesamte Netz überprüft und "keinerlei Sicherheitsverletzungen im eigenen Netz gefunden". Man stehe "vorsorglich" in Kontakt zu Sicherheitsbehörden.

Spiegel: Deutscher Anbieter bestätigt Zugriff

Schon länger war bekannt, dass die NSA und der britische Geheimdienst GCHQ Zugriff auf das Netzwerk und den Datenverkehr des Anbieters Stellar genommen haben. Spiegel-Reporter zeigten Mitarbeitern von Stellar das Material, die bestätigten, das die Zugriffe wohl stattfanden.

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