TD18

Integriert & Plug & Play-fähig: Das Telekom-Netz wird auf IP umgestellt

Das Netz der Telekom soll in den kommenden Jahren deutlich flexibler werden als bisher. Die Telekom will ihren Kunden damit auch neue Möglichkeiten bieten. Zusammengefasst wird das unter der Strategie TD18.
Aus Bonn berichtet
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TD18Telekom krempelt das Netz um Die Deutsche Telekom hat in den kommenden vier Jahren viel vor mit ihrem Netz, ihren Kunden und ihren Diensten und fasst diese im Strategieprogramm TD18 (Telekom Deutschland 2018) zusammen. Die Details hat Telekom-Deutsch­land-Chef Niek Jan van Damme heute in Bonn bei einer Presse­veranstaltung vorgestellt. Bis 2018 soll das komplette Netz der Telekom IP-basiert sein, egal um welche Netz­bestand­teile im Festnetz oder Mobilfunk es sich handeln wird. Das soll auch den Kunden neue Möglichkeiten eröffnen.

"Das Netz wird Probleme, die es im Netz gibt, künftig selbst erkennen und sich auch selbst reparieren", so von Damme. Zwar werde es weiter mal ein Kabel geben, das neu gesteckt oder ein Router der ausgetauscht werden muss, doch Störungen im Netz würden ohne eine Meldung des Kunden erkannt. Doch das sei nur ein Vorteil des TD18-Netzes, das voll integriert sein soll. Die Telekom sprach von echtem Plug & Play, das künftig möglich sein soll.

Plug & Play: Anschlüsse und Dienste sollen deutlich flexibler werden

Unter diesem Plug & Play versteht die Telekom, dass Dienste kurzfristig gebucht und wieder abbestellt werden können aber auch mobil werden. Als Beispiel nannte van Damme den Entertain-Dienst, der in den heimischen vier Wänden abbestellt und kurz drauf in der Ferienwohnung aktiviert werden könne. Das könne der Kunde selbst machen ohne es vorher beauftragen zu müssen. Theoretisch, so van Damme, sei derartiges zwar in ähnlicher Weise heute auch schon möglich, doch sei das schlichtweg so teuer umzusetzen, dass man es nicht machen würde. "Künftig können Sie Dienste und Optionen für die Zeit buchen, die Sie sie auch wirklich brauchen."

Zum Glasfaserausbau der Telekom hieß es seitens der Telekom, dass das Ziel sei, bis Ende 2018 etwa 12 Millionen Kunden an das FTTx-Netz der Telekom anzuschließen. Darin seien auch Wholesale-Kunden enthalten. Bis 2018 sollen zudem 80 Prozent der Haushalte einen glasfaser­basierten Anschluss nutzen können. Die Telekom erläuterte ihre Aussage, dass VDSL Vectoring (bis 100 MBit/s) nur der erste Schritt des Glasfaser­ausbaus sei. Der nächste Schritt sei, die Übergabe von Glasfaser auf Kupfer nicht im Multifunktions­gehäuse am Straßenrand, sondern beim Kunden vor der Tür im Bürgersteig vorzunehmen. Der darauf folgende Schritt sei dann Glasfaser bis ins Haus. Mit dem Satz "Das werde ich aber in meiner Amtszeit nicht mehr erleben", machte Bruno Jacobfeuerborn, Technik-Chef der Telekom, klar, welcher Kraftakt auf das Unternehmen wartet.

Integrierter Anbieter will Kombiangebote verstärkt in den Markt bringen

Ein weiterer wichtiger Baustein in der TD18-Strategie der Telekom ist, kombinierte Festnetz-Mobilfunk-Angebote zu machen. Das sei die Königs­disziplin für einen integrierten Anbieter. Bis zur Zielmarke 2018 will das Unternehmen drei Millionen Kunden für diese Angebote gewinnen. Wie diese aussehen sollen, ließ der Manager zunächst offen. Zur IFA in Berlin im September werde man weitere Angaben machen. Im reinen Mobilfunk­bereich will die Telekom bis 2018 13 Millionen Kunden zählen, die Sprache und Daten nutzen.

Neben den eigenen Diensten und Netzen setzt die Telekom aber auch immer stärker auf Partner - und das werde sie künftig verstärkt tun. Es sei sinnvoller, bestimmte Dienste von Partnern entwickeln zu lassen, als es selbst zu tun. Als Beispiele nannte er die Partnerschaft mit Spotify, die eine Musik-Flatrate anbieten.

Von der Telekom-Presse­veranstaltung in Bonn berichtet teltarif.de heute ausführlich. Neben dieser Meldung gibt es auch Informationen zu neuen Roaming-Preisen bei der Mobilfunk­sparte, neue Informationen zu der Abschaltung von ISDN- und Analog-Anschlüssen bis 2018 und Details zu Produkten der Telekom.

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