Bezahlen

Bezahlsystem: Telekom MyWallet kommt 2013 nach Deutschland

Seit Oktober 2012 in Polen mehr als 5000 Nutzer
Von mit Material von dpa
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Auf dem Mobile World Congress, der zurzeit in Barcelona stattfindet, stellen die großen Kreditkarten-Anbieter neue Lösungen vor, mit denen das Bezahlen mit Smartphones an Bedeutung gewinnen soll. So kündigte der Kreditkarten-Riese Mastercard das System MasterPass an, das als eine Art digitale Brieftasche für alle Lebenslagen gedacht ist. Damit soll man in Zukunft zum Beispiel mit dem Smartphone bezahlen können, indem man im Laden einen Strichcode einscannt. Die Deutsche Telekom will ihre eigene mobile Brieftasche myWallet in diesem Jahr auch in Deutschland starten. Und Visa schloss eine Allianz mit Samsung zum Bezahlen per NFC-Nahfunk.

Telekom MyWallet soll nach Deutschland kommen

Telekom MyWallet kommt 2013 nach Deutschland.Telekom MyWallet kommt 2013 nach Deutschland. Der myWallet-Bezahldienst der Telekom ist als App auf Smartphones verfügbar und vereint verschiedene kontaktlose Bezahlmethoden. Er gewann seit dem Start Ende Oktober in Polen mehr als 5 000 Kunden. Mit MyWallet sollen Kunden nicht nur Bezahlen können. Der Dienst soll auch die Verwaltung von Stadion-Tickets, Bahntickets oder Bonuskarten geeignet sein. Der Dienst wurde unter dem Namen Mobile Wallet im Juli 2012 vorgestellt.

Mastercard MasterPass: Ortsunabhängiges Bezahlen

Auch mit der der Lösung von Mastercard, genannt MasterPass, kann ein Kunde verschiedene Konten und Karten bündeln. Der Bezahlvorgang soll schnell und einfach vonstatten gehen. Der Kunde soll immer auswählen können, mit welchem Konto er bezahlen möchte. Die nötigen Zahlungsdaten sollen auf Servern von Mastercard gespeichert werden - so entfällt die Neueingabe der nötigen Details. Auf Seiten der Kassensysteme soll MasterPass sowohl NFC als auch QR-Codes und weitere Techniken unterstützen. Mastercard implementiert das System auch als Bezahlmöglichkeit für Online-Geschäfte.

In Deutschland soll MasterPass Anfang 2014 eingeführt werden, zunächst ist aber ab März 2013 Australien an der Reihe. Kanada soll zu einem späteren Zeitpunkt folgen. Mastercard will das System zusammen mit Banken einführen.

Visa Paywave: Kooperation mit Samsung

Der Mastercard-Konkurrent Visa platziert unterdessen sein Paywave-Bezahlsystem auf allen Samsung-Smartphones mit NFC. Für die Visa-Lösung will Samsung in den Smartphones spezielle Sicherheits-Chips einbauen. Zudem werden Banken Kontoinformationen direkt auf die Geräte laden können. Zunächst ist nicht bekannt, ob Visa Paywave auch auf Smartphones anderer Hersteller lauffähig sein wird.

Akzeptanz, Sicherheit und Komfort sind Voraussetzungen für den Erfolg

Mit der Ausbreitung von Smartphones und Tablets wächst der potenzielle Markt für ganz neue Bezahllösungen. Experten rechnen damit, dass sich das Bezahlen im Alltag radikal verändern wird. Die Visionen für die absehbare Zukunft reichen von Systemen auf Basis von Ortungsdaten bis hin zum Abschaffen von Kassen.

Zumindest in Deutschland hat sich bislang neben der klassischen Kartenzahlung mit Kreditkarte oder Girocard noch kein mobiles Bezahlsystem durchsetzen können. Besonders die Akzeptanz der Kunden ist aktuell in Deutschland nicht gegeben. Nach wie vor gibt es Sicherheitsbedenken. Aber auch der Komfort muss stimmen: Muss das Smartphone zum Bezahlen eine Internetverbindung aufbauen, ist auch das Mobilfunknetz und die Funkversorgung gefragt. Gerade in viel frequentierten Einkaufszentren ist die Handynetz-Abdeckung zuweilen nicht ausreichend. Gegen die Zahlung mit Girocard oder Kreditkarte werden Smartphone-System nur dann ankommen, wenn der Zahlungsprozess noch schneller und einfacher vonstatten geht - bei wenigstens gleicher Sicherheit.

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