Mit der
Inbetriebnahme des neuen LTE-Senders in Kyritz durch die
Deutsche Telekom
sind viele Hoffnungen verbunden. Vor allem die Erwartungen sind hoch und werden
oftmals vermutlich enttäuscht werden. Denn auch wenn
die Telekom heute auf einer Presseveranstaltung vor der Vermittlungsstelle in
Kyritz stolz demonstrierte, wie schnell Datenübertragungen über
LTE sein werden,
so wird diese Geschwindigkeit beim Kunden erst einmal nicht ankommen.
"Auf dem Land planen wir eine garantierte Geschwindigkeit von 2 MBit/s im Downstream",
sagte Telekom-Technikchef Bruno Jacobfeuerborn gegenüber teltarif.de
Begründet sei dieses damit, dass sich alle Kunden die Bandbreite einer
Basisstation teilen müssten. "Eine Geschwindigkeit von 170 MBit/s ist nur machbar,
wenn Sie neben der Antenne sitzen und alleine sind", sprach er bildlich. In der Praxis
seien bis zu 50 MBit/s machbar. Allerdings: Diese Geschwindigkeit gilt für die ganze
Zelle, nicht für den einzelnen Teilnehmer. Wenn nun mehrere Nutzer online sind,
teilt sich die Bandbreite unter allen auf.

Die Abdeckung von LTE ist deutlich besser als die von UMTS
Anschlüsse werden nicht mobil nutzbar sein
Wie die Verteilung der Bandbreite in der Praxis erfolgen werde, ist noch unklar. Bereits in heutigen
UMTS/HSPA-Netze ist zu Lastzeiten ein Rückgang der Bandbreite für den einzelnen Nutzer spürbar.
Jacobfeuerborn sprach hier von einer Fair-Use-Regelung, die denkbar sei. Nach welchem
Prinzip diese arbeiten würde, ließ er offen. Fest steht aber, dass die Kosten
nahe bei denen liegen sollen, wie sie heute für einen
DSL-Anschluss verlangt werden.
Klar ist aber: Anschlüsse, wie sie nun in Kyritz und Umgebung möglich wären, sind
nicht mobil nutzbar. Die LTE-Anschlüsse sollen als Festnetzanschlüsse vermarktet werden.
Es wird zwar möglich sein, sich innerhalb des Bereiches eines Sendemastes zu bewegen,
wer jedoch den Bereich des Mastes verlässt und in einen anderen wechselt, werde nicht
mehr online gehen können. Mobiles LTE, das auch in den Großstädten ausgebaut werden soll,
werde es wohl erst ab Ende 2011 geben. Bedingt sei dieses unter anderem durch
die Engeräte-Industrie, die entsprechende Endgeräte erst dann auf den Markt bringen werde.
500 LTE-Standorte noch in diesem Jahr

Links UMTS, rechts LTE - die Basisstationen
"In den Städten werden wir dann Frequenzen um 2,6 GHz verwenden
und das Netz deutlich engmaschiger
aufbauen, als es auf dem Land geplant ist", erklärt Jacobfeuerborn. In der Folge werden
die Kunden hier dann auch echtes mobiles Highspeed-Internet nutzen können. Nach dem
Willen des Technik-Chefs braucht sich der Kunde aber darum keine Gedanken machen.
Wenn möglich, sollen die Endgeräte künftig alle Mobilfunkfrequenzen und Standards unterstützen
und der Kunde die schnellstmögliche Verbindung bekommen.
Bis LTE bei jedem angekommen ist, wird es noch etwas dauern. In Brandenburg sollen dieses Jahr
noch 35 Standorte on Air gehen, in ganz Deutschland 500, im kommenden Jahr
dann weitere 1000. Bei allen Standorten wird es sich um Standorte zum Schließen der
Weißen Flecken handeln. In die Städte wird die Telekom erst später gehen.
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