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Telekom testet LTE mit 375 MBit/s

Die Telekom testet in Berlin LTE mit 375 MBit/s. Zum Einsatz kommen jedoch speziell modifizierte Geräte. Möglich wird die neue Geschwindigkeit durch die Zusammenschaltung von drei verschiedenen LTE-Frequenzbereichen.
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Telekom testet Carrier Aggregation mit drei FrequenzbereichenTelekom testet Carrier Aggregation mit drei Frequenzbereichen 300 MBit/s waren bislang bei der Telekom die maximal mögliche Geschwin­digkeit im LTE-Netz. Möglich ist das in einigen Städten, in denen die Telekom durch die Zusammen­schaltung ("Carrier Aggregation") von Frequenzen im Bereich von 1800 und 2600 MHz diese Geschwindig­keitsstufe anbietet. Nicht zum Einsatz kamen hier bislang die Frequenzen um 800 MHz, die die Telekom hauptsächlich in ländlichen Regionen einsetzt. Das soll sich jetzt ändern. Unter dem Projekt­namen CA3 kommt in einem Pilotbetrieb in Berlin auch das 800er-Band zum Einsatz. So lassen sich - zumindest theoretisch - 375 MBit/s im Netz erzielen. Allerdings gibt es aktuell gerade einmal vier Endgeräte, die dank modifizierter Software diese Dreifach-Carrier-Aggregation unterstützen.

Die Telekom räumt gegenüber unserer Redaktion dann auch ein, dass die Kunden vorerst nicht unmittelbar von den Vorteilen der Aggregation profitieren. Man wolle nun Erfahrungen sammeln, dann den Rollout konkretisieren. Grundsätzlich habe man durch das Resultat der Frequenzauktion "eine ideale Basis für den Einsatz" von 3-fach CA geschaffen. Mittelfristig wolle man eine bundesweit flächen­deckende doppelte Carrier-Aggregation einführen, vereinzelt dann auch die dreifache. Der aktuelle Test findet in Berlin derzeit in der Nähe des Mauerparks und der Max-Schmeling-Halle statt. Hier sind aktuell vier Standorte entsprechend umgerüstet, zwei weitere sollen noch hinzukommen. Unterstützt wird die Telekom hier von ihrem Netzwerk-Lieferanten Huawei.

375 MBit/s schafft vor allem mehr Kapazität für alle

Generell gilt aber auch bei der neuen Stufe von 375 MBit/s: Diese Peakrate ist nur theoretisch verfügbar. Und zwar dann, wenn der Kunde sich alleine in der Mobilfunkzelle aufhält. Der Telekom ist jedoch wichtiger, dass sich die "durchschnittliche User Experience für den Kunden" in den Bereichen mit der 3-fachen CA steigern wird, weil insgesamt pro Zelle ein höherer Datendurchsatz bereitsteht. Wie die Telekom weiter erläutert, stehen mit dem System auch "mehr Freiheitsgrade für die Vergabe der Frequenzressourcen zur Verfügung." Damit sei es möglich, eventuelle Interferenzen durch Ausnutzung dieser Freiheitsgrade zu vermeiden. Diese Minimierung von Interferenzen (Intercell Interferenz) tritt vor allem an den Schnittpunkten verschiedener LTE-Zellen auf.

Vergangenes Jahr testete die Telekom bereits LTE mit 600 MBit/s. In Alzey kommen Endgeräte-Prototypen zum Einsatz, bei denen sowohl im Netz als auch auf Endgeräteseite MiMo und eine zweifache Carrier Aggregation einsetzt wurde. Der jetzige Test findet im Wirknetz statt.

Weitere Details und einen ersten Eindruck in der Praxis lesen Sie in einem weiteren Text.

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