Zu staatsnah

Liga total! per Satellit könnte an Medienwächtern scheitern

FTD: ZAK hat Zweifel an Legalität eines Telekom-Bundesliga-Angebots
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Bundesliga-Liga-totalDie Medienwächter sehen
die Bundesliga-Pläne der Telekom kritisch
Noch bevor die DFL sich heute erstmals offiziell im Rahmen einer Pressekonferenz, von der teltarif.de berichten wird, zu der Vergabe der Bundesliga-TV-Rechte äußern wird, melden sich über die Financial Times Deutschland (FTD) die Medienwächter zu Wort. Sie sehen Probleme, würde die Deutsche Telekom für ihr Fußball-Programm Liga total! nach den Rechten für IPTV nun auch die Rechte für die klassische TV-Ausstrahlung per Satellit erwerben. Genau das plant die Telekom aber nach eigenen Andeutungen und Medienberichten.

Das Problem der Telekom: Die Bundesrepublik ist mit etwa 15 Prozent an dem Unternehmen beteiligt. Daher gilt der Telekommunikations­konzern medienrechtlich als staatsnah und darf selbst keine TV-Programme veranstalten. Für Liga total! bedient sich das Unternehmen daher eines Tricks: Das Programm selbst wird von Constantin Medien gestaltet und produziert. Constantin ist auch für Sport1 verantwortlich. Die Telekom ist jedoch der einzige Verbreitungskanal für das Bundesliga-Programm.

Die Medienwächter hatten 2009 keinen beherrschenden Einfluss der Telekom auf Constantin feststellen können. Nun haben sie jedoch Sorge, dass sich der Einfluss der Telekom auf das Programm ändern könnte, sollte die Telekom sich weitere Rechte sichern.

ZAK: Telekom bewegt sich auf "dünnem Eis"

Für die Telekom wären die Satelliten-Rechte wichtig. Sie kann Liga total! bislang nur in den Haushalten anbieten, die sie mit Entertain versorgen kann. Das sind jedoch nicht einmal alle DSL-Haushalte, da das Netz im Hintergrund für Entertain ausgerüstet sein muss. Um Entertain aber flächendeckend anbieten zu können, hat die Telekom im September das gut laufende Entertain Sat ins Sortiment genommen - hier kommen die TV-Angebote per Satellit, die interaktiven Elemente über die DSL-Leitung. Das Fußball-Angebot darf sie hier jedoch nicht anbieten, da die Satelliten-Rechte bei Sky liegen.

Der Programmbeauftragte der Kommission für Zulassung und Aufsicht (ZAK), Thomas Langheinrich, wird heute in der FTD mit der Aussage zitiert, es sei "dünnes Eis", auf dem sich die Telekom aktuell bewege. "Wenn die Deutsche Telekom öffentlich den Eindruck erweckt, sie wäre ein Rundfunkveranstalter, vereinfacht das die Sache nicht." Genau das tut die Telekom bei der Vermarktung von Liga total!.

Einzelheiten der Bundesliga-Rechtevergabe werden heute präsentiert

Details zur Rechtevergabe wird die Deutsche-Fußball-Liga (DFL) heute Mittag in Frankfurt am Main vorstellen. teltarif.de wird für Sie vor Ort sein und berichten.

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