Quartalszahlen

Telekom verliert 1 Million Festnetzkunden binnen Jahresfrist

Zahl der Mobilfunkanschlüsse um 1,9 Millionen gestiegen
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Die Deutsche Telekom hat heute wie geplant ihre Quartalszahlen für die ersten drei Monate des aktuellen Jahres vorlegt. Nach eigenen Angaben führte die Telekom ihre positiven Trends auf dem Heimatmarkt fort. Dabei verlor sie jedoch binnen Jahresfrist mehr als 1 Million Festnetzkunden. Auch die Zahl der TAL-Mieten durch Mitbewerber ging zurück. Zulegen konnte der Anbieter jedoch im Mobilfunkgeschäft.

Im Festnetz werden nach Einschätzung der Telekom Glasfaser-Produkte immer wichtiger. Ihre Gesamtzahl (VDSL und FTTH) kletterte gegenüber dem ersten Quartal 2012 um 63 Prozent auf 1,1 Millionen. Für die schnellste Variante, den Glasfaseranschluss, entschieden sich alleine im ersten Quartal 156 000 Neukunden. Davon stammten 46 000 Kunden aus dem Bereich Wholesale, im Wesentlichen aufgrund des mit Mitbewerbern vereinbarten Kontingentmodells.

Die Gesamtzahl der Anschlüsse ging binnen eines Jahres jedoch um 1,027 Millionen zurück und liegt nun bei 22,113 Millionen Anschlüssen. 1,2 Millionen seien bereits IP-basiert, teilte die Telekom mit. Das heißt jedoch im Umkehrschluss, dass die Telekom in den kommenden Jahren an mehr als 20 Millionen Anschlüssen Änderungen vornehmen muss, da sie ihr komplettes Netz auf IP-Vermittlung umstellen möchte. Vergleichsweise hoch ist inzwischen auch der Anteil jener Kunden, die über die Telekom Fernsehen empfangen. Hier verzeichnet die Telekom 2,036 Millionen Kunden; ein Zuwachs von 18 Prozent binnen Jahresfrist. Die von anderen Anbietern gemieteten Leitungen gingen in der Stückzahl leicht zurück. Aktuell hat die Telekom 9,422 Millionen TAL, also Kupferleitungen zum Endkunden, an ihre Mitbewerber vermietet. Insgesamt zeigt sich hier der Trend, das viele Kunde zu anderen Technologien wie dem TV-Kabel als Internet- und Festnetzanschluss wechseln.

441 000 neue Mobilfunk-Vertragskunden im ersten Quartal

Telekom legt Quartalszahlen vorTelekom legt Quartalszahlen vor Die Vertragskundenzahl im Mobilfunk stieg innerhalb der ersten drei Monate des Jahres um 441 000, nachdem ein Jahr zuvor noch ein Rückgang um 107 000 registriert worden war. Zum Neukundenwachstum trugen neben dem expandierenden Segment der Wiederverkäufer (Service-Provider) auch 144 000 Neukunden unter den eigenen Marken Telekom und Congstar bei. Insgesamt nutzen nun 37,005 Millionen Kunden das Telekom-Mobilfunknetz. Leider machte die Telekom keine Angaben zum durchschnittlichen Umsatz pro Kunde oder anderen Kennzahlen wie der Nutzung des LTE-Netzes.

Der Umsatz des operativen Segments Deutschland ging im ersten Quartal 2013 um 1,6 Prozent auf 5,6 Milliarden Euro zurück. Das bereinigte EBITDA sank wegen höherer Marktinvestitionen um 3,8 Prozent auf 2,3 Milliarden Euro; dies entspricht einer bereinigten EBITDA-Marge von 40,5 Prozent. Die Serviceumsätze im deutschen Mobilfunkgeschäft waren – bereinigt um die Senkung der mobilen Terminierungsentgelte – gegenüber dem ersten Quartal 2012 mit minus 0,1 Prozent nahezu stabil. Dies war nach Telekom-Angaben der beste Wert seit dem vierten Quartal 2011 und unterstreiche die Fortschritte der Telekom im Wettbewerbsvergleich.

Gesamterlös rückläufig

Insgesamt fielen die Erlöse der Telekom um knapp 5 Prozent auf 13,79 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis sackte um gut 4 Prozent auf 4,29 Milliarden Euro. In den USA habe die Einführung des iPhone bei der Telekom zu einer Trendwende geführt. Allein in den vergangenen vier Wochen sei eine halbe Million iPhones verkauft worden. Dank geringerer Abschreibungen auf die US-Sparte legte der Überschuss leicht auf 564 Millionen Euro zu.

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