Telekom-Drossel

Umfrage-Ergebnis: Telekom-Volumen reicht vielen Lesern nicht

43 Prozent der 16-MBit/s-Nutzer liegen über Telekom-Drossel-Grenze
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Die Ergebnisse unterer Umfrage im ÜberblickDie Ergebnisse unserer Umfrage im Überblick. Details durch Klick auf das Bild. Insgesamt 4 580 Teilnehmer haben an unserer in der vergangenen Woche gestarteten, über fünfeinhalb Tage laufenden Umfrage teilgenommen. Wir haben unsere Leser dabei nach ihrer derzeitigen Anschluss-Bandbreite und dem durchschnittlich verbrauchten Datenvolumen gefragt. Zudem wollten wir wissen, wie die Leser reagieren, wenn ihr Anbieter eine Datendrossel einführt. Nun liegen die Ergebnisse der Umfrage vor. Demnach würden über die verschiedenen Anschlussklassen hinweg etwa ein Drittel der Nutzer nicht mit dem von der Telekom vorgegeben Datenvolumen auskommen. Bei der Telekom hingegen heißt es, ein durchschnittlicher Kunde würde mit 15 bis 20 GB im Monat auskommen.

Zu beachten ist bei der Auswertung der Umfrage jedoch: Die Nutzer haben von sich aus aktiv teilgenommen. Es ist also davon auszugehen, dass an der Umfrage verstärkt Leser teilgenommen haben, die sich von der Thematik betroffen fühlen. Das könnte die Ergebnisse verfälscht haben.

42 Prozent nutzen Anschluss mit 6 bis 16 MBit/s, nur 6 Prozent 100 MBit/s und mehr

27 Prozent der Teilnehmer an der Umfrage surfen mit einem Anschluss, der ihnen eine Datenrate von bis zu 6 MBit/s liefert. 42 Prozent der Teilnehmer surfen mit bis zu 16 MBit/s. Mit 16 bis 50 MBit/s ist ein Viertel unserer Nutzer im Internet unterwegs, 100 MBit/s oder mehr nutzen 6 Prozent unserer Nutzer. Den Cluster von 50 bis 100 MBit/s haben wir nicht abgefragt, weil es hier de facto im Markt keine Angebote gibt, die in diesem Bandbreiten-Bereich liegen würden.

Je nach angegebener Anschluss-Bandbreite haben wir den Nutzern verschiedene Datenvolumen vorgegeben, die sie durchschnittlich monatlich benötigen. So hatten Nutzer mit einem Anschluss von bis zu 16 MBit/s etwa die Wahl zwischen 10, 30, 75 und 150 GB sowie mehr als 150 GB. Dabei stellt der Wert 75 GB den entscheidenden Wert dar, da hier die Deutsche Telekom ab heute in ihren Leistungsbeschreibungen eine Drosselungsgrenze einzieht. Wer mehr als 75 GB im Monat bei einem Anschluss von bis zu 16 MBit/s benötigt, wird zumindest gemäß den neuen Leistungsbeschreibungen der Telekom für den Rest des Monats auf 384 kBit/s gedrosselt, was technisch ab 2016 umgesetzt werden soll.

43 Prozent der 16-MBit/s-Nutzer von Drossel betroffen

Nach den Ergebnissen unserer Umfrage wären davon aktuell bei klassischen DSL-Anschlüssen mit bis zu 16 MBit/s 43 Prozent der Nutzer betroffen. 19 Prozent der Nutzer gaben sogar an, mehr als 150 GB im Monat zu benötigen, das wäre das Doppelte des Telekom-Highspeed-Traffics.

Bei Anschlüssen mit Datenraten zwischen 16 und 50 MBit/s gaben 29 Prozent der Nutzer an, sie würden durchschnittlich mehr als 200 GB benötigen. Bei 50-MBit/s-Anschlüssen liegt die Drosselungsgrenze bei diesem Wert. 9 Prozent der Gesamt-Befragten benötigen sogar mehr als 500 GB monatlich. 34 Prozent der Nutzer kommen mit einem Volumen von 50 bis 200 GB monatlich aus, sie wären von einer Drossel nicht betroffen.

15 Prozent der 100-MBit/s-Kunden benötigen mehr als 750 GB Daten

Die wenigsten Nutzer haben einen Anschluss mit 100 MBit/s oder mehr. Von den 6 Prozent, die angaben, einen solchen Anschluss bei der Telekom oder einem anderen Anbieter zu nutzen, benötigt ein auffallend hoher Anteil 750 GB im Monat oder mehr. 15 Prozent gaben an, derart viel Traffic zu benötigen. Insgesamt wären auch hier 29 Prozent von einer Drosselung des Anschlusses von 100 MBit/s und mehr auf 384 kBit/s betroffen. Allerdings kann es durch die geringe Zahl an Teilnehmern im Bereich von 100 MBit/s und mehr zu statistischen Unschärfen kommen. Während bei den anderen zur Abstimmung stehenden Anschluss-Klassen jeweils mehr als 1 100 Teilnehmer abgestimmt haben, waren es bei der schnellsten Anschlussklasse nur 274 Teilnehmer.

Kunden mit Anschlüssen, die nur bis zu 6 MBit/s nutzen können, benötigen auch weit weniger Traffic. 13 Prozent gaben an, mit 10 GB pro Monat auszukommen. Bei 16-MBit/s-Anschlüssen waren dies nur 6 Prozent, bei 50-MBit/s-Anschlüssen nur 4 Prozent. 35 Prozent der 6-MBit/s-Kunden benötigen jedoch mehr als 50 GB monatlich. Ein Teil dieser Nutzer wäre dann auch von einer Drosselgrenze bei 75 GB betroffen.

67 Prozent würden Anbieter wechseln, 4 Prozent weniger Daten übertragen

Als Konsequenz aus der Einführung einer Datendrossel würden 67 Prozent zu einem Anbieter ohne Datendrossel wechseln. 2 Prozent wären bereit, in einen Tarif mit höherer Datenrate und mehr Freivolumen zu wechseln, 7 Prozent würden sich zusätzliches Datenvolumen buchen. Nur 4 Prozent würden verstärkt auf ihr Volumen achten und weniger Daten über die Leitung schicken. 20 Prozent gaben auf unsere Frage die Option "weiß nicht" an.

Hier tummeln sich jedoch nicht nur Nutzer, die aktuell noch unentschieden sind, sondern auch Nutzer, deren Anbieter keine Drossel schalten wird sowie Nutzer, die von einer Datendrossel nicht betroffen wären, weil ihr Datenvolumen unterhalb des Drosselvolumens liegt. Sie konnten wegen einer fehlenden entsprechenden Antwortmöglichkeit jedoch keine andere Antwort anklicken. Diesen Rückschluss können wir daraus ziehen, dass ein großer Anteil der Nutzer mit der Antwort "weiß nicht" nur ein geringes Datenvolumen benötigt. Nur 14 Prozent der Nutzer mit der Antwort "weiß nicht" wären nach ihren Angaben aufgrund ihres Datenvolumens sicher von einer Drosselung betroffen und sind demnach wirklich unentschlossen, wie sie reagieren, wenn ihnen eine Drosselung droht.

Umfrage: Welche Dienste sorgen für hohes Datenauskommen?

Breitbandanschlüsse lassen sich auf unterschiedlichste Art und Weise nutzen und die unterschiedlichen Dienste benötigen unterschiedlich viel Bandbreite und Datenvolumen.

Welche Internet-Dienste machen bei Ihnen einen hohen Anteil am Datentraffic aus? Sollten Sie mehrere Anwendungen nutzen, können Sie eine Mehrfachauswahl treffen.











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