Drossel für alle

Telekom-DSL-Drosselung droht auch zahlreichen Bestandskunden

Parallel zu den Tarifänderungen Umstellung aller Kunden auf All-IP
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Telekom-Daten-Drossel droht auch BestandskundenTelekom-Daten-Drossel droht auch Bestandskunden Wie berichtet ändert die Deutsche Telekom zum 2. Mai die Tarifbedingungen für ihre DSL-Anschlüsse. Anstelle einer echten Flatrate bekommen Neukunden nach diesem Stichtag nur noch ein Volumenpaket. Ist die vorgesehene Inklusivleistung aufgebraucht, so stehen in allen Privatkunden-Tarifen nur noch maximal 384 kBit/s im Downstream zur Verfügung.

Technisch umsetzen will die Telekom die Daten-Drossel erst 2016 und gegen einen Aufpreis sollen Vielnutzer die Möglichkeit bekommen, weiteres Datenvolumen mit voller Übertragungsgeschwindigkeit hinzuzubuchen. Problem: Die Höhe dieses Aufpreises steht noch nicht fest. Wer ab Donnerstag einen DSL-Vertrag bei der Telekom unterschreibt, geht demnach Vertragsbedingungen ein, die er im Detail noch gar nicht kennt.

Mit Änderung der Anschlussart tritt neuer Vertrag in Kraft

Nach Angaben der Deutschen Telekom sind von der Drosselung außerdem nur Neukunden betroffen. Für Bestandskunden ändert sich nichts. Allerdings hat die Telekom damit begonnen, klassische Analog- und ISDN-Anschlüsse auf die All-IP-Technik umzustellen. Ebenfalls bis 2016 sollen alle Bestandskunden auf die neue Anschlussnorm umgestellt werden.

Ändert sich die Anschlussart, so geht damit automatisch ein Tarifwechsel einher und aus dem Bestandskunden wird somit ein Neukunde. Derzeit wird bei einer Umstellung auf All-IP nach Telekom-Angaben sogar der bisherige Vertrag gekündigt und ein neuer Vertrag abgeschlossen. Dies habe rechtliche Gründe.

Damit gelten für Kunden, deren Telefonanschluss auf die IP-Technologie migriert wird, automatisch auch die neuen Konditionen, die zum 2. Mai eingeführt werden. Der Nutzer bekommt nicht nur einen All-IP-Anschluss, sondern auch einen DSL-Vertrag, der die Drosselung der Brandbreite vorsieht.

Umstellung auf All-IP laut Telekom "alternativlos"

Verhindern können die Bestandskunden die Umstellung auf All-IP zumindest auf lange Sicht nicht. So stellte die Telekom bereits auf der CeBIT im März klar, die Änderung, von der perspektivisch alle Kunden betroffen seien, sei "alternativlos". Dabei geht der Bonner Telekommunikationsdienstleister auch das Risiko ein, dass Kunden ihren Anschluss kündigen, statt der Umstellung zuzustimmen.

Einzig die vergleichsweise wenigen Telekom-Kunden, die bereits einen IP-basierten Festnetzanschluss verwenden, haben auch längerfristig die Möglichkeit, ihre aktuellen Vertragsbedingungen zu behalten. Auf der CeBIT sprach die Telekom von "mehr als einer Million IP-Anschlüsse".

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