
Die Telekom will Fußball für alle anbieten
Würde die
Deutsche Telekom bei der Ersteigerung der
TV-Rechte für die
Fußball-Bundesliga
erfolgreich sein, so müssten Fußball-Fans nicht zwangsweise Telekom-Kunden werden, um
die Bundesliga-Spiele zu sehen. Wie ein Sprecher des Unternehmens gegenüber der Frankfurter
Allgemeinen Zeitung (FAZ) sagte, soll es einen diskriminierungsfreien Zugang zu dem Produkt auf
Großhandelsbasis geben. In Eigenregie könne es bepreist und
vermarktet werden. Ein Fußball-Fan müsse deshalb nicht Kunde der
Telekom sein, um Live-Übertragungen sehen zu können, hieß es.
Im Umkehrschluss heißt das nichts anderes, als dass die Telekom auch ermöglichen will,
dass Sender wie Sky, die ebenfalls ein starkes Interesse an den Rechten haben, künftig
als Vermarkter des Signals auftreten sollen. Die Telekom kontert damit auf ein
Angebot von Sky-Chef Brian Sullivan, der vor etwas mehr als einem Monat
die Telekom zu einer Zusammenarbeit eingeladen hatte.
Telekom will "Fußball für alle"
Bislang hat die Telekom lediglich die Rechte, die in ihrem Auftrag produzierten Programme
unter dem Namen Liga total! per IPTV und Mobilfunk zu verbreiten. Da die die Telekom seit
vergangenem Jahr aber auch Entertain via Satellit anbietet, hat sie nun Interesse, das
Signal auch per Satellit anbieten zu dürfen. Die dafür erforderlichen Rechte benötigt aber
auch Sky, um sein Angebot in der bisherigen Form weiter aufrecht zu erhalten.
Der Telekom-Sprecher verkündete die Telekom Pläne mit den Worten, man wolle
nach einem möglichen Zuschlag "Fußball für alle" bieten. "Wir wollen die Bundesliga
von der Leine lassen und aus der jetzigen Monopolsituation
herausholen". Mit diesen Worten schwächte er aber gleichzeitig das hauseigene Angebot,
von dem in Branchenkreisen immer wieder gemunkelt wird, dass es nicht viele Abonnenten habe.
Zum Vergabeverfahren und möglichen Preisen wollten sich weder Sky
noch Telekom äußern. In der Branche wird spekuliert, dass die DFL aus
der Versteigerung allein der Rechte der Live-Berichterstattung eine
Summe von mehr als eine Milliarde Euro erlösen könnte. Der Ausgang gilt
als offen. Sky ist der langjährige Partner der DFL und
baut auf diese Kooperation und seine Erfahrungen. Eine endgültige
Entscheidung soll am 17. April auf der DFL-Mitgliederversammlung
fallen. Sollte die Telekom den Zuschlag bekommen, sind Klagen
nicht auszuschließen. Auch wettern aktuell Institutionen wie die BLM, Landesmedienanstalten
und die ZAK gegen die Telekom-Pläne. Offen ist zudem, ob die Telekom das Sendesignal
anderen Anbietern anbieten dürfte, da es sich dadurch möglicherweise um eine Sublizenzierung handelt.
Diese müsste allerdings von der DFL genehmigt werden, da sie die Rechte in diesem Fall an die
Telekom vergeben hätte.
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