Fazit

All-IP-Umstellung: Telekom verliert weniger Kunden als erwartet

Die Telekom hat ein erstes Fazit ihrer All-IP-Umstellung gezogen. Nach eigenen Angaben hat sie weniger Kunden verloren, als sie erwartet hatte. Das ergab eine Auswertung jener Kundenverhältnisse, die im Mai vergangenen Jahres erstmals angeschrieben wurden. Weitere Umstellungen folgen.
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Die Telekom verliert bei der All-IP-Umstellung weniger Kunden, als sie selbst erwartet hatteDie Telekom verliert bei der All-IP-Umstellung weniger Kunden, als sie selbst erwartet hatte Im Mai vergangenen Jahres schickte die Deutsche Telekom das erste Mal Briefe an ihre Kunden. Diese Briefe informierten die Kunden über ein neues Netz und neue Möglichkeiten - und dass ihr bestehender Telefonanschluss in der bisherigen Form so nicht weitergeführt werden könne. 17 000 dieser Schreiben gingen alleine im Mai 2014 an die Kunden raus. Jetzt zieht die Deutsche Telekom ein erstes Fazit und zeigt sich zufrieden mit dem allerersten Umstellsschwung. Nur ein sehr kleiner Teil der Kunden wechselt laut Telekom wegen dieser Umstellung den Anbieter.

"Über 90 Prozent dieser im Mai vergangenen Jahres angeschriebenen Kunden konnten wir inzwischen auf ein All-IP-Produkt umstellen", sagt Ingo Hofacker, Leiter des Privatkunden-Marketings bei der Deutschen Telekom. Die restlichen 10 Prozent hätten sich nicht für ein Nachfolgeprodukt bei der Telekom entschieden. "Üblicherweise verlassen uns zum Ende der Mindestvertragslaufzeit etwa sechs Prozent der Kunden aus verschiedensten Gründen", erklärt Hofacker weiter. Damit würden nur etwa drei bis vier Prozent der wegen der Migration angeschriebenen Kunden wegen der Umstellung auf All-IP die Telekom verlassen.

Folgt man den Zahlen, so wurden von den 17 000 im Mai angeschriebenen Kunden wurden mehr als 15 300 auf einen NGN-Anschluss migriert. Die verbleibenden etwa 1 700 Kunden haben bis auf einige wenige Kunden, die aus wichtigen Gründen noch nicht umgestellt werden konnten, keinen Anschluss mehr bei der Telekom. Davon hätten aber nach Telekom-Angaben bei einer normalen Kündigungsquote von sechs Prozent etwa 1 000 Kunden ohnehin gekündigt. Durch die Umstellung hat die Telekom also aus diesem Schwung nur etwa 700 Kunden an die Wettbewerber oder den Mobilfunkmarkt verloren.

Telekom verliert deutlich weniger Kunden durch Umstellung als erwartet

"Wir hatten mit mehr Kunden gerechnet, die uns wegen einer solchen Umstellung verlassen. Wir sind hier positiv überrascht", resümiert Hofacker den ersten Umstellungsschwung vom Mai, der nun abgeschlossen wurde. Die niedrige Zahl ist auch in sofern bemerkenswert, als dass die Kunden mit den Schreiben direkt auf das Ende ihres Vertrages und somit auch die Möglichkeit zu wechseln hingewiesen werden. Üblicherweise laufen Festnetzanschlüsse einfach stillschweigend weiter und verlängern sich um ein weiteres Jahr.

Inzwischen wurden von der Telekom weitere Kunden angeschrieben, die am Ende ihrer Vertragslaufzeit angelangt sind und sich in Gebieten befinden, die von der Umstellung betroffen sind. Dabei geht es derzeit vor allem darum, die 53 Großstädte, in denen das Telekom VDSL-Netz einst in Betrieb ging, von Analog- und ISDN-Anschlüssen (PSTN) freizuräumen. Dann gibt es dort VDSL nur noch in Kombination mit All-IP. In diesem Gebieten gibt es derartige PSTN-Anschlüsse für Neukunden nur noch in begründeten Ausnahmen und mit Genehmigung der Telekom-Zentrale in Bonn.

Nach Umstellung VDSL 100 in 8 Millionen zusätzlichen Haushalten möglich

Insgesamt schreibt die Telekom nach eigenen Angaben 270 000 Kunden an. Sie haben noch einen Analog- oder ISDN-Anschluss in Kombination mit einem VDSL-Anschluss. Diese Kombination muss aus den Netzen verschwinden, um an gleicher Stelle VDSL Vectoring mit bis zu 100 MBit/s anbieten zu können. Insgesamt werden ab 2016, wenn die Umstellung angeschlossen sein soll, 8 Millionen zusätzliche Kunden VDSL 100 bei der Telekom und ihren Wholesale-Partnern buchen können. Im Anschluss will die Telekom beginnen, die DSL-Kunden mit konventionellem Festnetz umzustellen.

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