Entwicklung

Telekom-Technik-Chef: LTE bald mit 3 ms Ping-Zeit

Die 5G-Entwicklung sorgt maßgeblich für die Weiterentwicklung von LTE. Nächstes Jahr soll ein Ping von 3 bis 5 Millisekunden möglich sein. Das sagt Telekom-Technik-Chef Bruno Jacobfeuerborn
AAA
Teilen

Der Weg zum 5G-NetzDer Weg zum 5G-Netz 5G ist bei den Mobilfunknetzbetreiber derzeit das Thema, um das sich vor allem die Messeauftritte auf dem Mobile World Congress in Barcelona und der CeBIT in Hannover gedreht haben. Und auch, wenn vor 2020 nicht mit dem Standard für 5G zu rechnen ist, hat die neue Mobilfunkgeneration schon heute Auswirkungen auf die Netze. "Die Entwicklung bei LTE geht schon heute massiv in Richtung 5G", sagte Bruno Jacobfeuerborn, CTO der Deutschen Telekom im Gespräch mit teltarif.de.

Als Beispiel nannte er die Reaktionszeit der Netze, also die Zeit, die es dauert, bis ein Endgerät aus dem Netz bzw. dem angesprochenen Server eine Antwort bekommt. Je kürzer diese Zeit ist, desto besser kann beispielsweise bei Onlinespielen interagiert und reagiert werden. Doch bei 5G steht nicht der Onlinespieler im Fokus, sondern der Internet der Dinge, auch als Internet of Things (IoT) bezeichnet. Für Roboter können einstellige Ping-Zeiten notwendig sein. Und in diese Richtung bewegen sich auch heute schon die LTE-Netze: "Die Reaktionszeiten der Netze haben wir schon in Versuchsregionen auf 10 bis 15 ms bringen können. Mit LTE Advanced Pro werden ab 2017 3 bis 5 ms möglich sein", kündigt Jacobfeuerborn an. "LTE war beispielsweise nie für Internet-of-Things-Anwendungen vorgesehen. Diese Funktionalität wird jetzt aber nachträglich implementiert. Solche häufigen Upgrades eines Übertragungsstandards haben wir bei GSM und UMTS nicht gesehen", macht er deutlich, welche Auswirkungen die 5G-Forschung und -Entwicklung auf die bestehenden Netze hat.

Heutige "5G-Netze" sind noch keine 5G-Netze

"Im Zuge der Evolution von LTE werden wir in den nächsten Jahren bereits Funktionen erleben, die ursprünglich erst für die nächste Generation vorgesehen waren. Network-Slicing etwa werden wir schon vorher einsetzen. Das ermöglicht einerseits, schnell und effizient differenzierte Zugangsmöglichkeiten für unterschiedliche Anforderungen der Industrie zu schaffen und bereitzustellen. Gleichzeitig bietet es Privatkunden nahtlos schnelle, mobile Bandbreiten. Einige Netzbetreiber nennen diese Weiterentwicklungen der Netze auch schon 5G, da muss man aber unterscheiden."

Im Prinzip könnten die heute aus Marketing-Sicht als 5G bezeichneten Netze in einigen Ländern als 4,9G bezeichnet werden. Vor der Einfügung von LTE (4G) waren solche Zahlenspiele zu beobachten. Damals sprach man von 3,9G, wenn ein HSPA-Netz in Sachen Geschwindigkeit auf die Möglichkeiten von LTE zusteuerte.

Technische Vorbereitung der Netze derzeit kaum möglich

Die Mobilfunknetze im Land bleiben jedoch bis auf Weiteres reine LTE-Netze, wie der Telekom-Technik-Chef erklärt. "In den heutigen Netzen lässt sich auf der Technikseite noch wenig speziell für 5G vorbereiten - auch deswegen, weil neben dem noch nicht vorhandenen Standard noch gar nicht feststeht, in welchem Frequenzbereich 5G genutzt wird."

Selbst Antennen lassen sich nicht unbedingt weiternutzen, wie er an einem Beispiel festmacht. "Wir wollen beispielsweise auch Frequenzen im 60-GHz-Bereich für bestimmte Anwendungen nutzen, da sind die Antennen dann nur noch so groß wie eine Handfläche." Mit kleineren Antennen rücken diese dann möglicherweise auch deutlich näher an den Kunden heran, auf der CeBIT war an einigen Stellen von Antennen an jeder Straßenlaterne zu hören. Das ermöglicht dann auch neue Möglichkeiten in der Anwendung. "Die neuen Merkmale von 5G können sich beispielsweise nutzen lassen, um die Letzte Meile zum Kunden im Zugangsbereich alternativ zu überbrücken."

Selbst Oldtimer könnten Connected Cars werden

Die Neuentwicklungen sollen auch beim Thema Connected Car und dem autonomen Fahren genutzt werden. "Bei Connected-Car-Anwendungen werden wir sehen, dass selbst Oldtimer bei der Entwicklung nicht vergessen werden. Sicherlich wird ein solches Auto eher nicht autonom fahren, weil der Fahrer weiter lenken und bremsen muss." Es ließe sich aber eine Box einbauen, die mit Sensoren ausgestattet ist und die Kommunikation mit anderen Connected Cars übernehmen kann. "Lösungen für das kooperative hochautomatisierte Fahren werden sich in jedem Auto nachrüsten lassen und so können wir für mehr Sicherheit und weniger Ampeln sorgen", ist der Technik-Chef optimistisch mit Blick in die Zukunft.

Zahlreiche weitere, ausführliche Details zu der Entwicklung von 5G haben wir hier für Sie zusammengestellt.

Teilen

Mehr zum Thema 5G