Zukunft

5G:haus: Telekom will führende Rolle beim LTE-Nachfolger spielen

Die Deutsche Telekom stellte anlässlich der NGMN Industry Conference & Exhibition 2015 ihre Pläne für 5G vor. Der Mobilfunk-Netzbetreiber beteiligt sich an Forschung und Entwicklung für den LTE-Nachfolger, der 2020 marktreif sein soll.
Aus Frankfurt am Main berichtet
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Telekom-Pressegespräch in Frankfurt am MainTelekom-Pressegespräch in Frankfurt am Main Die Deutsche Telekom hat die NGMN Industry Conference & Exhibition 2015 zum Anlass genommen, um über ihre Pläne für 5G, den Mobilfunk-Standard der Zukunft, zu informieren. So stellte das Bonner Telekommunikationsunternehmen das Projekt 5G:haus vor, mit dem es seine führende Position bei der Weiterentwicklung und Standardisierung des LTE-Nachfolgers untermauern möchte.

"Mit unserem neuen Innovationslabor können wir zusammen mit führenden Partnern die Architektur entwickeln, Innovation vorantreiben und die Standardisierung steuern. Das Labor ist außerdem die ideale Plattform, um bereits in einem sehr frühen Stadium der 5G-Entwicklung unsere Kunden an Bord zu holen," erklärt Bruno Jacobfeuerborn, CTO Deutsche Telekom und Vorsitzender der NGMN-Allianz (Next Generation Mobile Networks).

LTE auch in den kommenden Jahren wichtig

Der LTE-Standard sei noch mindestens fünf Jahre, eher sogar noch deutlich länger, die wichtigste Mobilfunktechnik. Die Telekom wolle aber auch für die Zeit danach gerüstet sein und dabei selbst bei der Entwicklung von 5G mitwirken. Als besonders wichtig nannte Jacobfeuerborn einen weltweit einheitlichen Standard, nachdem es in der Vergangenheit in verschiedenen Märkten zum Teil unterschiedliche Mobilfunk-Technologien gab.

Die Telekom arbeitet in ihrem Innovationslabor gleich mit einer Reihe von Partnern zusammen. Dazu gehören Forschungsinstitute, Startups und Hersteller von Netzinfrastruktur. Das Unternehmen nutzt seine paneuropäische Präsenz für das Labor und will an mehreren Standorten forschen.

Zu den Partnern bei der Forschung und Entwicklung von 5G gehören die SoftRAN-Initiative der Stanford University, das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz - DFKI der Universität Kaiserslautern, die Fraunhofer-Gesellschaft (Fraunhofer FOKUS und Fraunhofer HHI), Startups wie RF DSP, Kumu Networks und Moogsoft sowie Hersteller wie Ericsson, Nokia, Samsung, ZTE, Qualcomm und Huawei.

Modularer Netzaufbau sorgt für Zukunftssicherheit

Sachin Katti von der Stanford University unterstrich im Rahmen eines Pressegesprächs der Deutschen Telekom in Frankfurt am Main den modularen Aufbau der Mobilfunknetze der Zukunft. Dieser ermögliche den Netzbetreibern eine größtmögliche Flexibilität und Zukunftssicherheit. Neue Dienste würden sich so einfach integrieren lassen.

Beim Mobile World Congress 2015 in Barcelona hat die NGMN das Grundsatzpapier zu 5G vorgestellt, das die Sicht der 24 Netzbetreiber in dieser Allianz darstellt. Die an der NGMN Alliance beteiligten Unternehmen versorgen nach Angaben von Peter Messner, Chief Executive Officer der Initiative, rund 60 Prozent aller Mobilfunkkunden weltweit. Messner hob zudem die Zusammenarbeit von am Ökosystem beteiligten Firmen hervor. Dazu gehörten Netzbetreiber genauso wie Regulierungsbehörden und die Industrie.

Bruno Jacobfeuerborn hofft auf marktreife Produkte bis zum Jahr 2020. Das neue Innovationslabor biete die Chance einer direkten Kooperation innerhalb der Telekommunikations-Branche zur Entwicklung einheitlicher Standards.

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