An der Börse

Telefónica-Börsenstart: o2-Aktie über Ausgabepreis von 5,60 Euro

Erst-Notiz erfolgte am Morgen in Frankfurt bei 5,70 Euro
Von mit Material von dpa
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Die spanische Telefon­gesellschaft Telefónica hat den Preis für die Aktien ihrer deutschen Tochter mit der hierzulande bekannten Marke o2 auf 5,60 Euro je Stück festgelegt. Insgesamt hätten 258,75 Millionen Anteilsscheine einen Käufer gefunden, teilte das Unternehmen mit. Damit liegt das Platzierungs­volumen bei insgesamt 1,45 Milliarden Euro. Ab heute werden die Papiere an der Frankfurter Wertpapier­börse gehandelt. Damit geht einer der größten Börsengänge der vergangenen Jahre über die Bühne.

Erst-Notiz und aktueller Kurs über Ausgabepreis

o2-Börsengango2: Börsengang vorerst geglückt Die Erst-Notiz der Aktien mit der genauen Bezeichung "Telefónica Deutschland Holding" erfolgte heute zum Kurs von 5,70 Euro. Aktuell (10:00 Uhr) bewegt sich der Kurs in Frankfurt im Bereich von 5,75 Euro.

Der hochverschuldete spanische Telekomriese Telefónica will seine angespannte Finanzlage mit dem Börsengang seiner deutschen Tochter ein wenig verbessern. Eine Mehrheit von knapp 77 Prozent wollen die Spanier aber behalten. Unter den Mobilfunkern in Deutschland ist o2 mit 18,8 Millionen Kunden die Nummer vier hinter der zur niederländischen KPN gehörenden E-Plus. An der Spitze der Mobilfunkbranche in Deutschland liefern sich Vodafone mit 35,8 und die Deutsche Telekom mit 35,4 Millionen Kunden ein enges Rennen. Derzeit haben die Briten die Nase vorn, die mit der Übernahme von Mannesmann auf den deutschen Markt drängten.

o2-Mutter Telefónica braucht dringend Geld

Telefónica braucht dringend frisches Geld. Die Spanier ächzen unter einer Schuldenlast von mehr als 58 Milliarden Euro. Neben dem Erlös des Börsengangs verspricht Telefónica Germany noch 500 Millionen Euro Dividende für 2012 und stellt für die Zukunft höhere Ausschüttungen in Aussicht. Eine hohe Summe, denn im ersten Halbjahr verdiente Telefónica Deutschland unter dem Strich 55 Millionen Euro.

Dabei haben die Spanier dem Vernehmen nach bereits vor wenigen Wochen milliardenschwere Barreserven von der deutschen Tochter wieder nach Spanien gebucht und auch Zusagen für Zuwendungen an Telefónica Germany wieder kassiert. Dabei braucht o2 selbst viel Geld, etwa um den Ausbau des Netzes oder den Start des neuen LTE-Angebots für schnelleres Internet via Mobilfunk zu finanzieren.

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