Sonderbelastungen

Telefónica: Durchwachsenes Geschäftsjahr nach E-Plus-Fusion

Telefónica Deutschland hat für das erste Geschäftsjahr nach der E-Plus-Fusion nach eigenen Angaben seine Ziele erreicht, unterm Strich bleibt aber ein deutlicher Verlust.
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Telefónica legt Kennzahlen für 2015 vorTelefónica legt Kennzahlen für 2015 vor Telefónica Deutschland hat für das erste volle Geschäftsjahr nach dem Zusammenschluss mit E-Plus vorläufige Zahlen vorgelegt. Nach eigener Darstellung hat das Unternehmen, das durch die Übernahme von E-Plus zum größten Mobilfunknetzbetreiber des Landes aufgestiegen ist, seine Ziele erreicht. Im vergangenen Jahr stieg das Betriebsergebnis vor Abschreibungen (OIBDA) um 20,5 Prozent auf 1,76 Milliarden Euro. Allerdings sind die Aufräumarbeiten noch immer in vollem Gange - sie haben die Bilanz des Konzerns deutlich in die roten Zahlen gedrückt: Unter dem Strich stand im Jahr 2015 ein Verlust von 383 Millionen Euro.

Die Sonderbelastungen wurden vor allem durch die Zusammenschaltung der Mobilfunknetze, Wertminderungen sowie den Abbauplan für 1600 Jobs verursacht. Trotz des Verlustes soll für aber für das Jahr 2015 wie auch im Vorjahr eine Dividende von 24 Cent je Titel gezahlt werden. Der Großteil des Geldes geht an den spanischen Haupteigner Telefónica, der 63 Prozent der Aktien hält.

43,1 Millionen Mobilfunk-Anschlüsse

Telefónica Deutschland hatte im Oktober 2014 den Mobilfunkrivalen E-Plus für 8,6 Milliarden Euro übernommen und wurde damit zum nach Anzahl der Kunden größten Mobilfunknetzbetreiber in Deutschland. Die Zahl der Mobilfunkanschlüsse stieg bis Ende Dezember 2015 um 2,2 Prozent auf 43,1 Millionen. Insgesamt verzeichnet der Konzern 48,4 Millionen Kundenanschlüsse.

Die Umsatzerlöse aus Mobilfunkdienstleistungen blieben auch aufgrund der guten Entwicklung des Partnergeschäfts mit 5,53 Milliarden Euro weitgehend stabil. Die mobilen Datenumsätze ohne SMS legten von Januar bis Dezember um 4,9 Prozent auf 2,03 Milliarden Euro zu. Insgesamt erhöhte sich der mobile Datenumsatz um 0,2 Prozent auf 2,84 Milliarden Euro.

Telefónica-Chef Thorsten DirksTelefónica-Chef Thorsten Dirks Gut lief es für Telefónica im Endgerätegeschäft: Im Jahresvergleich stiegen die Umsätze um 16,3 Prozent auf 1,30 Milliarden Euro. Hierzu trug vor allem die hohe Nachfrage nach LTE-fähigen Endgeräten bei. Im Festnetzgeschäft beliefen sich die Umsätze 2015 auf 1,04 Milliarden Euro.

In Summe stieg der Gesamtumsatz von Telefónica Deutschland 2015 im Vergleich zum Vorjahr um 1,2 Prozent auf 7,89 Milliarden Euro.

Mehr LTE-Nutzer, weniger Festnetzkunden

Im Schlussquartal legte die Zahl der LTE-Nutzer im Vergleich zum dritten Quartal um 12,6 Prozent auf nahezu 8 Millionen Kunden zu. Diese Entwicklung ist unter anderem auf die Öffnung des LTE-Netzes für alle o2-Postpaid-Kunden und die starke Nachfrage nach LTE-fähigen Endgeräten zurückzuführen. Die durchschnittliche monatliche Datennutzung von o2-Kunden mit LTE-fähigem Endgerät stieg vom dritten zum vierten Quartal um zehn Prozent auf 1,2 Gigabyte pro Monat.

Die Zahl der Festnetzanschlüsse lag Ende Dezember bei 5,3 Millionen. Bezogen auf das Gesamtjahr hat sich der Rückgang bei Privatkunden im Vergleich zum Vorjahr mit 46 000 mehr als halbiert. Die Anzahl der Festnetzanschlüsse bei Privatkunden lag damit per Ende Dezember bei 2,1 Millionen.

Telefónicas Vision 2020

Telefónica auf dem Mobile World Congress in BarcelonaTelefónica auf dem Mobile World Congress in Barcelona Wie berichtet will sich Telefónica Deutschland künftig auf den Premium-Bereich und damit auf seine Marke o2 konzentrieren. Im Zuge der Vereinheitlichung der Marken- und Tarifwelt werden die Kunden von BASE und E-Plus daher in den kommenden Monaten schrittweise in o2 überführt - Details dazu finden Sie in einer weiteren Meldung. Die Marke BASE will Telefónica zukünftig neu als reine Online-Marke positionieren. Für andere Marken ergeben sich laut Teleónica derzeit keine Änderungen.

Telefónica Deutschland hat Ende vergangenen Jahres die Vision 2020 verabschiedet und damit die Strategie für die digitale Transformation konkretisiert. Im Rahmen dieser Strategie baut das Unternehmen 2016 die beiden Geschäftsfelder Advanced Data Analytics (ADA) und Internet of Things (IoT) auf. Hier will Telefónica Deutschland durch innovative Produkte und Dienstleistungen von Wachstumsmärkten profitieren. Auch der Bereich Datenanalyse ist ein Schwerpunkt der neuen Strategie - auf welche Weise ein neues Analysetool beim künftigen Ausbau der Mobilfunknetze helfen soll, lesen Sie in dieser Meldung.

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