Mobiles Internet

Telefónica will an Daten-Automatik festhalten

Telefónica hält die Daten-Automatik für eine "Hauptleistung" des Vertrags und will daran festhalten. Verbraucherschützer haben gegen das automatische Nachbuchen kostenpflichtiger Datenpakete geklagt.
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Telefónica beharrt auf Daten-AutomatikTelefónica beharrt auf Daten-Automatik Telefónica Deutschland hat gegen ein am 11. Februar ergangenes Urteil des Landgerichts München I Berufung eingelegt. Dabei ging es, wie der Telekommunikationskonzern mitteilte um die Daten-Automatik, die unter anderem bei den aktuellen Smartphone-Tarifen des Unternehmens zum Einsatz kommt.

Gegen die Praxis, diese Daten-Automatik bei den Tarifen voreinzustellen, hatte der Verbraucherzentrale Bundesverband e.V. geklagt. Betroffen ist neben Telefónica auch Vodafone, während die Deutsche Telekom nach wie vor keine Daten-Automatik schaltet und stattdessen die Performance des mobilen Internet-Zugangs drosselt, sobald die Kunden das in ihrem Tarif verankerte ungedrosselte Übertragungsvolumen verbraucht haben.

Das Gericht urteilte in erster Instanz im Sinne der Klage. Das Urteil ist jedoch noch nicht rechtskräftig. Wie Telefónica mitteilte, hält die Telefongesellschaft die Entscheidung nach einer ersten Prüfung der Urteilsbegründung für falsch. Daher habe man umgehend Berufung eingelegt. Der nach Kundenzahlen größte deutsche Mobilfunk-Netzbetreiber sei von der Zulässigkeit der Daten-Automatik in der aktuellen Form überzeugt.

Kunden verlieren Kostenkontrolle

Mit der Daten-Automatik verlieren die Kunden die Kostenkontrolle, da nach dem Verbrauch des zum Tarif gehörenden Inklusivvolumens für die Internet-Nutzung bis zu dreimal in einem Abrechnungszeitraum kostenpflichtige Datenpakete nachgebucht werden. Erst danach wird die Performance dann wieder gedrosselt, so dass für den Rest des jeweiligen Abrechnungszeitraums nur noch 32 kBits/s zur Verfügung steht.

"Aus Sicht von Telefónica Deutschland stellt die Daten-Automatik einen Bestandteil der Hauptleistung des gewählten Tarifs dar und ist keine davon unabhängige Zusatzleistung, wie vom Gericht gedeutet", so Pressesprecher Ralf Opalka in einer Stellungnahme. So bekommen die Kunden in den aktuellen Tarifen nach Verbrauch ihrer inkludierten Datenmenge bis zu dreimal 100 MB nachgebucht. Dafür fallen jeweils 2 Euro zusätzliche Kosten an.

Allein diese Tarifgestaltung erscheint allerdings wenig kundenfreundlich. Mögen zusätzliche 100-MB-Datenpakete beispielsweise im Tarif o2 Blue Basic, der standardmäßig 200 MB Übrtragungsvolumen im Monat bietet, angemessen sein, da der Vertrag vor allem Wenignutzer anspricht, so sind die bis zu 300 MB Extra-Volumen im Monat für Kunden in Tarifen die o2 Blue All-in L (3 GB inklusive) oder o2 Blue All-in XL (5 GB) eher ein Tropfen auf dem heißen Stein.

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