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Kostenpflichtige Warteschleifen: Politiker verlieren die Geduld

vzbv-Chef Billen: "Zahlen für Leistung, aber nicht Zahlen fürs Warten"
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Die Pläne für kostenlose Warteschleifen gehen dem Verbraucherschützer Billen allerdings nicht weit genug. Er fordert Preisansagen für alle Service-Hotlines. "Wenn ich eine Dienstleistung in Anspruch nehme, möchte ich gerne wissen: Wie hoch sind denn die Kosten? Das weiß ich auch nicht immer", sagt er. "Wir haben auch Fälle, in denen die Benutzungszeit sehr teuer wird." Die Frage sei, wo der Wucher bei Service beginne. "Da hat Herr Brüderle noch einiges zu tun." Für 0180-Servicenummern ist eine Preisansage - im Gegensatz zu 0900-Nummern - derzeit nicht vorgeschrieben.

Schaden durch Gewinnspiele geht in die Millionen

Verbraucherstaatssekretärin Julia Klöckner (CDU) verlangt auch ein schärferes Vorgehen gegen illegale Telefonwerbung. "Scheinbar verstehen einige unlautere Anbieter nur eine Sprache: Man muss ihnen das Gewerbe entziehen." Sie fordert Schwerpunktstaatsanwaltschaften durch die Länder. "Was nützt das beste Gesetz, wenn in der Praxis vor Ort ein Vergehen nicht verfolgt wird?" Im vergangenen Jahr beschwerten sich rund 108 000 Verbraucher schriftlich und telefonisch bei der Bundesnetzagentur über illegale Werbeanrufe und Rufnummernmissbrauch oder stellten hierzu Fragen.

4 669 Beschwerden hat allein die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg seit Mitte März 2010 bis zum Jahrestag des Gesetzes zur Bekämpfung unerlaubter Telefonwerbung erfasst. 92 Prozent der Angerufenen hätten keine Zustimmung zur Telefonwerbung erteilt. In den meisten Fällen nutzten die Unternehmen diese verbotenen Telefonanrufe, um den überrumpelten Verbrauchern einen Vertragsabschluss unterzuschieben. Um den in Folge eines verbotenen Anrufes untergeschobenen Vertrag wieder los zu werden, müsse nach derzeitiger Gesetzeslage der Verbraucher aktiv werden.

"Dieser Umstand ist nach Auffassung der Verbraucherzentrale auf keinen Fall länger hinnehmbar", meint Christian Gollner, Telekommunikationsexperte der Verbraucherzentrale. Es seien überwiegend Glückspielfirmen, die Verbraucher unerlaubt anrufen und Verträge über Dauerlose oder längerfristige Gewinnspiel-Teilnahme unterschieben. Der Schaden gehe in die Millionen.

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