Kartellamt: Tele-Columbus-Übernahme offiziell verboten
22.02.2013 17:29
Zusammenschluss würde Oligopol von Unitymedia und KDG verstärken
Von dpa /
 Der Zusammenschluss der beiden Kabelanbieter wurde verboten
Das Bundeskartellamt hat dem größten
Netzbetreiber Kabel Deutschland
(KDG) die Übernahme des kleineren
Konkurrenten Tele Columbus untersagt. Was sich bereits vergangenen Dienstag
durch eine Mitteilung von Kabel Deutschland abzeichnete, hat nun auch
das Bundeskartellamt selbst bestätigt. Der Zusammenschluss würde "das
bundesweite Oligopol der beiden großen regionalen Kabelnetzbetreiber"
Kabel Deutschland und Unitymedia KabelBW verstärken, erklärte Kartellamts-Präsident
Andreas Mundt in Bonn. Kabel Deutschland hat den Plan wegen des
absehbaren Widerstands der Wettbewerbshüter bereits aufgegeben und
will jetzt sein eigenes Netz kräftig ausbauen.
"Tele Columbus ist in den neuen Bundesländern der wichtigste
Wettbewerber von Kabel Deutschland. Beide Unternehmen stehen insbesondere in Berlin
wie in fast allen weiteren Ballungsräumen Ostdeutschlands in direktem
Infrastrukturwettbewerb zueinander. Für die Wohnungswirtschaft würde
nach dem Zusammenschluss in Zukunft vielerorts eine wettbewerbliche
Alternative entfallen", erklärte der oberste Wettbewerbshüter. Kabel Deutschland
sei nicht bereit gewesen, die besonders kritischen städtischen Netze
von Tele Columbus an Dritte zu verkaufen. Der Wegfall von Tele
Columbus aber hätte die Vorherrschaft der beiden großen regionalen
Kabelnetzbetreiber weiter verfestigt.
Übernahme hätte 600 Millionen Euro gekostet
KDG ist mit 8,5 Millionen Kunden der größte Kabelnetzbetreiber in
Deutschland. Für 600 Millionen Euro wollte das Unternehmen den
kleineren Rivalen mit 1,6 Millionen Kunden in Ostdeutschland, Hessen
und Nordrhein-Westfalen kaufen.
Die Entscheidung des Kartellamts ist noch nicht rechtskräftig. Die
Unternehmen können beim Oberlandesgericht Düsseldorf Beschwerde
einlegen. Aber Kabel-Deutschland-Vorstandschef Adrian von Hammerstein hatte schon
am Dienstag die Übernahmepläne für gescheitert erklärt. Die von der
Behörden geforderten Zugeständnisse seien wirtschaftlich nicht
vertretbar. Das Unternehmen wolle nun ohne Zukäufe wachsen. Kabel Deutschland will
nun zusätzlich 300 Millionen in den Ausbau seiner Netze investieren.
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