Börsengang

Tele Columbus: Kabelnetzbetreiber will an die Börse

300 Millionen Euro will Tele Columbus durch einen Börsengang einnehmen. Das Geld soll dazu genutzt werden, das Wachstum zu beschleunigen und mehr Kunden an das eigene Netz anzuschließen. 54 Prozent der Anschlüsse sind heute rückkanalfähig.
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Tele Columbus will an die BörseTele Columbus will an die Börse Der in Ostdeutschland stark vertretene Kabelnetzbetreiber Tele Columbus will an die Börse gehen. Die Erlöse aus dem Sprung aufs Parkett sollen brutto bei mindestens 300 Millionen Euro liegen, wie das Unternehmen mitteilte. Bis zum Ende des Jahres plant der drittgrößte deutsche Kabelanbieter eine Notierung im Frankfurter Prime Standard. Mit dem Geld will das Unternehmen mit rund 1,7 Millionen angeschlossenen Haushalten sein Wachstum beschleunigen. Tele Columbus will das Geld verwenden, um bestehende Verbindlichkeiten abzubauen "und mehr finanziellen Spielraum für die Fortsetzung der Wachstumsstrategie zu schaffen", wie es seitens des Anbieters heißt.

Über einen Börsengang oder einen Verkauf war bereits seit geraumer Zeit spekuliert worden. Noch Anfang Juli hatte der Konkurrent von Kabel Deutschland und Unitymedia angegeben, alle Optionen zu prüfen. Kabel Deutschland war im vergangenen Jahr bei dem Versuch, Tele Columbus zu übernehmen, am Bundeskartellamt gescheitert.

Tele Columbus sieht sich heute als integrierten Betreiber der Netzebenen 3 und 4. 54 Prozent der angeschlossenen Haushalte wurden bis zum 30. Juni bereits rückkanalfähig aufgerüstet und an eine eigene, unabhängige Signalzuführung angeschlossen. Die hybriden Glasfaser-Kabelnetze des Unternehmens haben eine hohe Verteilerdichte mit durchschnittlich 450 Haushalten pro Verteiler (Node) und sind überwiegend für den Internet-Übertragungsstandard Docsis 3.0 aufgerüstet. Dadurch sind aktuell Übertragungsraten von bis zu 150 MBit/s möglich. Mit weiteren Investitionen will der Anbieter zusätzliche Haushalte von der Signalzuführung über fremde Vorlieferanten abzukoppeln und damit mehr Kunden an die eigenen Netze anzuschließen. Diese Migrationen sind eine wesentliche Säule der Wachstumsstrategie des Unternehmens, da dadurch Signallieferungsentgelte an Dritte eingespart und damit die Margen entsprechend erhöht werden können.

In Sachsen-Anhalt hatte das Unternehmen im vergangenen Jahr nach eigenen Angaben einen Marktanteil von zwei Dritteln, in Berlin-Brandenburg von rund 40 Prozent. Im ersten Halbjahr 2014 erzielte der Konzern einen Umsatz von 107 Millionen Euro, ein Wachstum von 3,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der um Einmaleffekte bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) lag bei 48,8 Millionen Euro, knapp zwölf Prozent mehr als vor einem Jahr.

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