Handy-Shopping

Lebensmittel-Einkauf: Bei Tante Emmas Enkeln virtuell shoppen

Virtuelles Regal & Handy: Wiederbelebung des Tante-Emma-Ladens
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Wer erinnert sich noch an die sogenannten Tante-Emma-Läden um die Ecke, wo man in Ruhe einkaufen, sich die Ware einpacken lassen und auch mit den Nachbarn quatschen konnte? Die modernen Nachfolger präsentieren ihre Waren in einem "virtuellen Regal", einer großen Bildschirmwand, worauf Snacks, Säfte und andere Kleinigkeiten zu sehen sind.

Die Jüngeren kennen das nur noch aus Erzählungen oder alten Kinofilmen. Tante-Emma-Läden wurden längst von Supermarktketten ersetzt, wo man höchstens in der Warteschlange an der Kasse miteinander ins Gespräch kommen kann. Der nächste Schritt war die Online-Bestellung, doch bei frischen Lebensmitteln bietet der Online-Handel noch keine wirkliche Alternative: Die Lieferzeiten sind viel zu lang, bis die Waren beim Kunden sind. Um die Kühlkette zu gewährleisten, müsste aufwändig verpackt werden.

Auf der CeBIT am Stand von Vodafone präsentierten sich Emmas Enkel - das sind Sebastian Diehl, Benjamin Brüser und ihr Team - der interessierten Öffentlichkeit.

"Augmented Reality"-App per QR-Code von der Verkaufswand laden

Lebensmittel-Einkauf: Bei Tante Emmas Enkeln virtuell shoppenLebensmittel-Einkauf: Bei Tante Emmas Enkeln virtuell shoppen Über einen auf der Verkaufswand angebrachten QR-Code kann man sich die "Augmented Reality"-App Junaio von Metaio auf sein Smartphone (Android oder iOS) herunterladen. Mit der Junaio-App muss der QR-Code des Ladens erneut gescannt werden (damit die Software weiß, wie der Laden heißt). Denkbar wäre auch, Körbe oder Regale mit realen Waren zu "scannen" und darüber eine Bestellung auszulösen.

Anhand der aufgenommenen Fotos und Hinter­grund­informationen zu den Produkten (und verbunden mit den Daten des Käufers) kann die Bestellung über das mobile Internet an das Ver­packungs­zentrum von Emmas Enkeln übermittelt werden. Wenige Minuten später erhielt der Testkäufer auf der CeBIT am Stand eine schöne nostalgische Papiertüte mit den gewünschten Waren. Die Bezahlung erfolgt über die üblichen Zahlungsdienstleister, wie Papypal, Mastercard oder Visa und andere.

Eine Bestellung kann zur Not auch per ganz traditionellem Telefonanruf (0211-1371138) erfolgen, dabei wird nicht die Bestellung auf den Anrufbeantworter gesprochen, sondern ein Rückruf angefordert. Bestellungen sind per ortsfestem PC mit Internetanschluss oder per Smartphone mit passender App möglich. Dabei ist es völlig egal, welches Fest- oder Mobilfunknetz der Kunde gewählt hat und welchen Vertrag er geschlossen hat; man sollte für sein Handy nur ein ausreichend dimensioniertes Internet-Datenpaket gebucht und während der Bestellung stabile Netzversorgung haben.

Emmas-Enkel haben darüber hinaus in der Berliner Allee 56 in Düsseldorf einen Pilot-Laden eingerichtet, der montags bis freitags von 8-22 Uhr und samstags von 10-20 Uhr geöffnet hat. Dort kann jeder beim im Stil der 50er Jahre eingerichteten Laden persönlich vorbeikommen, mit seinem Smartphone oder Tablet den Einkauf aufgeben, auf die Zusammenstellung seiner Waren warten und diese gleich mitnehmen. Alternativ wird ein Lieferservice angeboten, der die bestellten Waren direkt zum Kunden nach Hause bringt, ab 30 Euro Warenwert ist das gratis.

Service: Vorkonfigurierte Einkaufskörbe für bestimmte Anlässe

Um den Einkaufsprozess zu vereinfachen und zu beschleunigen, bieten die "Enkel" fertige Einkaufskörbe (z.B. "Kindergeburtstag", "Frühstück") an; auch der eigene Einkaufszettel kann im Internet abgespeichert und später wieder abgerufen und nachbestellt werden.

Derzeit ist der Einzugsbereich von Emmas Enkeln auf das Stadtgebiet von Düsseldorf begrenzt, ein Außenposten wurde auf dem neuen Vodafone-Campus für die Mitarbeiter der Konzernzentrale von Vodafone in Düsseldorf eingerichtet. Künftig plant Emmas Enkel, sein Netz über Düsseldorf hinaus auszubauen, etwa durch die Vergabe von Lizenzen ("Franchising").

Die Idee mit den virtuellen Regalwänden ist nicht ganz neu. Bereits aus Japan und Korea wird über Plakat- oder Videowände in U-Bahn-Stationen berichtet, die man mit seinem Smartphone abfotografieren und darüber eine Bestellung auslösen kann. Wer in einem Ballungsraum wohnt, weiß die längeren Öffnungszeiten und die Lieferung nach Hause sicher zu schätzen, doch am Ende dreht sich wieder alles um den Preis, der logischerweise höher sein muss als im Discounter-Supermarkt an der nächsten Ecke.

Wer außerhalb der Ballungsgebiete wohnt, würde einen kleinen Laden vor Ort begrüßen, doch der rechnet sich vorerst noch nicht, weil die Waren nicht durch mehr oder weniger schnelle Datenleitungen oder über Mobilfunknetze verschickt werden können, sondern noch ganz real durch die Landschaft gekarrt werden müssen. Gleichwohl wären Supermärkte, bei denen man per Internet oder Smartphone-App seinen Einkauf schon vorbestellen und fertig verpackt ohne lange Wartezeiten abholen kann, sicher eine feine Sache.

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