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Bundesnetzagentur regelt TAL- und Linesharing-Kosten neu

Neue Kosten für Bestellung und Rückgabe und monatliche Linesharing-Kosten
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Die Bundesnetzagentur hat neue Kosten für Vorleistungs­produkte der Deutschen Telekom festgelegt. Dabei geht es um Kernleistungen, die alternative Netzbetreiber in Anspruch nehmen müssen, wollen sie einen Kunden mit einer eigenen Telefon- und/oder DSL-Leitung versorgen: Die sogenannte Teilnehmer­anschlussleitung (TAL). Die Vorleistungs­kosten setzen sich aus monatlichen sowie einmaligen Kosten für Bestellung und Abbestellung zusammen. Die einmaligen Kosten wurden nun mit Wirkung zum 1. Juli neu festgelegt.

Unter einmaligen Kosten sind jene Gebühren zu verstehen, die bei einer Bestellung und Abbestellung einer Telefonleitung für den Alternativanbieter anfallen. Bestellt beispielsweise Versatel oder Vodafone eine TAL bei der Telekom, um die Kunden künftig versorgen zu können, so muss der Alternativ-Anbieter künftig weniger an die Telekom zahlen. 30,83 Euro netto sind es ab morgen, wenn die TAL ohne Arbeiten beim Endkunden übernommen wird. In der Regel ist dieses bei einem einfachen Anbieterwechsel der Fall. Wir ein Anschluss komplett neu geschaltet, kommt ein Techniker zum Kunden. Diese Vorleistung kostet 53,35 Euro. Bislang berechnete die Telekom für diese Leistungen 35,70 bzw. 62,37 Euro. TAE DoseEine TAE-Dose. Hier endet die TAL.

Auch die Kündigung einer TAL kostet den Alternativanbieter. Wechselt sein Kunde zu einem anderen Anbieter, so berechnet die Telekom nun 4,48 Euro netto statt bislang 6,13 Euro. Zieht der Kunde aus der Wohnung aus und die Leitung fällt weg, so werden 16,05 Euro statt bislang 20,07 Euro fällig.

Keine Änderungen gab es bei den monatlichen Kosten der TAL. Die bleiben bei 10,20 Euro netto und sind bis 31. März 2011 genehmigt. Die heute bekannt gegebenen Kosten sind bis zum 30. Juni 2012 gültig.

Neue Kosten auch für Linesharing

Ebenfalls zum 1. Juli genehmigt wurden die Bereitstellungs- und Kündigungsentgelte sowie darüber hinaus die monatlichen Entgelte für den gemeinsamen Zugang zur TAL, das sogenannte Line Sharing. Beim "Line Sharing" wird die TAL nach Frequenzbändern in einen niederen und einen höheren Frequenzbereich aufgeteilt. Damit kann der untere Frequenzbereich von der Telekom weiter für die Sprachübertragung und der obere Frequenzbereich von einem Wettbewerber für DSL-Datenübertragung genutzt werden.

In der Praxis wird diese Technologie aber kaum genutzt. Da nur knapp 100 000 Leitungen auf diese Art geschaltet sind, steigen auch die monatlichen Überlassungspreise von 1,78 Euro auf jetzt 1,84 Euro. Das Entgelt für die häufigste Bereitstellungsvariante, die Neuschaltung ohne Arbeiten am Kabelverzweiger und ohne Arbeiten beim Endkunden, beträgt jetzt 51,22 Euro - bisher 58,98 Euro.

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