Microsoft Windows

Von MS-DOS bis Windows 10: Die Geschichte von Microsoft Windows

Warum gilt Windows 10 in puncto Daten­schutz als unsicher? Kann man Windows 8 auch ohne Microsoft-Konto nutzen? Und wofür steht eigent­lich das "ME" in Windows ME? Wir beant­worten die großen und kleinen Fragen rund um das erfolg­reichste Betriebs­system aller Zeiten.
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Microsoft WindowsMicrosoft Windows: Betriebssystem mit 30-jähriger Geschichte Nicht so stylish wie Apple, nicht so frei wie Linux, trotz­dem ent­schei­det sich die große Mehr­heit der Anwen­der immer noch für den Klassiker: Microsoft Windows ist das welt­weit am häufigsten ge­nutzte Betriebs­system. Umso über­raschen­der, dass das welt­bekannte OS ursprüng­lich als bloße Ein­gabe­hilfe für MS-DOS gedacht war. Wir begeben uns auf eine virtu­elle Zeit­reise und zeichnen die rund 30 Jahre währende Erfolgs­geschichte des beliebten Fenster-Systems nach.

Unter den aktuellen Meldungen lesen Sie, warum der MS-DOS-Nach­folger heute auch "Interface-Manager" heißen könnte und wie die erste Microsoft-Maus aussah. Nostalgie-Fans erfahren, wie sie das Kult-System Windows 95 im Browser-Fenster wieder­auf­leben lassen können und wir klären das alte Rätsel, wofür eigent­lich das "ME" in Windows ME steht. Außer­dem zeigen wir, wie sich Windows 8 auch ohne Micro­soft-Konto nutzen lässt, und erklären, was Nutzer an Windows 10 nervte.

Meldungen zu Windows

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1981: Im Anfang war das DOS

Was nur wenige wissen: Der Software-Gigant aus Redmond wurde eigent­lich in New Mexico gegründet. Erst 1986 erfolgte der Umzug an den heutigen Standort im Bundes­staat Washing­ton. Bereits fünf Jahre früher, im Juli 1981, erwarb die damals noch unbe­kannte junge Firma Microsoft die Rechte an einem Be­triebs­system namens 86-DOS, um es künftig unter eigenem Namen zu ver­markten. Mit dem Büro­maschinen­hersteller IBM gewann das Software-Unter­nehmen einen lukrativen Kunden für sein Betriebs­system. Fortan wurde MS-DOS (Microsoft Disk Operating System) mit den IBM-Computern ausge­liefert - und dies äußerst erfolg­reich. Inner­halb weniger Jahre gingen mehr als eine Million mit MS-DOS ausge­stattete IBM-Computer über die Laden­theke.

MS DOS hatte noch keine Fenster-Optik und konnte nur per Tastatur-Ein­gabe gesteu­ert werden. Der Rechner wurde bedient, indem Nutzer Befehle in eine Kommando­zeile ein­tippten, zum Bei­spiel "Del" für "löschen" oder "Copy" für "kopieren". Aus der Idee, das Nutzer­erleb­nis zu ver­bessern, entstand wenige Jahre später die erste Windows-Version.

1985: Der "Interface-Manager" und die erste Maus

Erste Maus Microsoft 1983Kein Design-Meisterwerk:
Die erste Microsoft-Maus von 1983
Windows 1.0 war im Grunde kein eigenes Betriebs­system, sondern eine grafische Ober­fläche für das wenig benutzer­freund­liche MS-DOS. Dazu passend entwic­kelte Bill Gates sein System ursprüng­lich unter dem wenig klang­vollen Namen "Inter­face-Manager". Auf­grund der Fenster-Optik war es jedoch das griffige "Windows", das sich letzt­lich durch­setzen sollte. Windows 1.0 hatte eine far­bige 16-bit-Ober­fläche und belegte weniger als einen Mega­byte Speicher­platz auf der Fest­platte. Zum Ver­gleich: Windows 10 benötigt rund 8 GB.

Eine bedeu­tende Neuerung war die Maus als Ein­gabe­gerät, das erste Hard­ware-Pro­dukt aus dem Hause Microsoft. Von nun an mussten nicht mehr sämt­liche Befehle per Hand einge­tippt werden. Auch die Folge­versionen Windows 2.0 und Windows 3.0 brachten Inno­vationen. Windows bot nun eine höhere Leistung, erweiterte Grafik­optionen und angepasste Desktop-Symbole. Das ver­traute Windows-Design war geboren und sollte sich seither im Grund­prinzip kaum mehr verändern. Auch bei Windows 2.0 bis 3.0 handelte es sich aller­dings nicht um eigen­ständige Betriebs­systeme, sondern um eine grafische Dar­stel­lung von MS-DOS.

Windows 95: Browser-Version für Nostalgiker

Apple Werbung Windows 95 Imagine ThatHämische Werbung: Für Apple-Nutzer waren die Neue­rungen von Windows 95 nicht neu Auch Windows 95 basierte immer noch auf MS-DOS. Aller­dings war es das erste Windows-System, das die neuen 32-Bit-Rechner unter­stützte. Damit leitete Microsoft das Ende der bis dahin vor­herrschen­den 16-Bit-Architektur ein. Außer­dem kamen mit Windows 95 viele grafische Neu­heiten, die auch heute noch fester Teil des Windows-Uni­ver­sums sind, so zum Bei­spiel die Task­leiste am unteren Bild­schirm­rand und das beliebte Start­menü. Auch der heute übliche Desktop mit verschieb­baren Symbolen und einem Papier­korb war eine Neuerung von Windows 95. Übrigens: Bei Apple gab es ent­sprechende Funktionen bereits seit den Achtzigern.

Neu war auch der Internet Explorer, mit dem Mitte der neun­ziger Jahre mehr und mehr Privat­anwender zum ersten Mal in die Tiefen des World Wide Web vor­drangen. Für alle, die das Gefühl von damals noch einmal auf­leben lassen wollen, hat die schot­tische Entwick­lerin Andrea Faulds unter win95.ajf.me ein virtu­elles Windows 95 erschaffen, das sich mittels Emscripten, DOSBox und JavaScript einfach im Browser starten lässt.

Abschied vom DOS: Windows 98 bis Vista

Windows XP Desktop HintergrundDas wohl meist­gesehene Foto in der Geschichte der Menschheit: Der Windows-XP-Desktop Drei Jahre später kam der Nach­folger Windows 98 auf den Markt. Das neue System brachte eine ver­besserte Unter­stützung für USB-Schnitt­stellen und ermög­lichte das Lesen und Schreiben von DVDs. Das zur Jahr­tausend­wende erschienene wenig popu­läre Windows ME war im Grunde ein Update von Win­dows 98. Eine wich­tige Neue­rung war die Sys­tem­wieder­her­stel­lung. Windows ME war das letzte Microsoft-OS, das noch auf MS-DOS basierte. Das ME steht übrigens nicht für das deutsche "ich", sondern für Mille­nium Edi­tion.

Im Jahr 2001 folgte das beliebte Windows XP ("eXPerience"), mit dem sich Micro­soft end­gültig vom DOS-Unter­bau ver­abschiedete. Das neue Windows stürzte deutlich seltener ab und setzte ver­stärkt auf Unter­haltungs­medien. Windows XP gilt als das meist­verkaufte Windows aller Zeiten. Als Flop hingegen ent­puppte sich das rund sechs Jahre später erschie­nene Vista. Das Betriebs­system mit dem halb­durch­sichtigen Aero-Design und dem Outlook-Nach­folger Windows Mail sollte XP ab­lö­sen. Die Anwender jedoch blieben dem Vor­gänger-System treu. Erst Windows 7 konnte an den Erfolg von XP an­knüpfen. Das 2009 erschie­nene Betriebs­system mit der intuitiven Bedienung wurde ein Riesen­erfolg. Seinem Nach­folger Windows 8 wurde das beliebte OS aller­dings zum Ver­häng­nis.

Windows 8: Lästige Kacheln und gläserne Kunden

Windows 8 Kacheln Umstrittene Kacheln - der Start­bild­schirm von Windows 8 "If you can’t make it good, at least make it look good", so soll Micro­soft-Grün­der Bill Gates einmal gesagt haben. Auf Win­dows 8 traf dies je­doch eher im um­ge­kehr­ten Sinne zu: Unter der neu­artigen Kachel-Ober­fläche steckte im Prinzip ein besseres Windows 7. Doch das System scheiterte an der Bedien­bar­keit. Kaum jemand wollte das Windows im Fliesen-Look, das als Brücke zwischen Windows Phone und Desktop-Computer gedacht war. Auf dem Handy machte das Layout auch durch­aus Sinn - der Touch­screen von Tablet und Smart­phone harmo­nierte wunder­bar mit den Windows-8-Kacheln. Am klassi­schen PC jedoch floppte das neue Design. Nutzer wünschten sich das alte Start-Menü und den her­kömm­lichen Desktop zurück. Mit dem Windows-8.1-Up­date kamen die ver­trauten Design-Ele­mente dann auch wieder. Trotz­dem blieben viele Anwender von vorn­herein beim alt­be­währ­ten Windows 7.

Windows ohne Microsoft-Konto - geht das?

Eine weitere Neue­rung von Windows 8 war das quasi obliga­torische Windows-Benutzer­konto (ehe­mals Live-ID). Beim Ein­richten des Betriebs­systems wurden Nutzer fortan dazu aufge­fordert, sich bei Microsoft mit Namen und Geburts­jahr zu regis­trieren. Die Anmel­dung ver­schafft Zugriff auf den Cloud-Speicher­dienst OneDrive und erlaubt es, die damit ver­knüpf­ten Apps zu nutzen, Pro­gramme aus dem Windows Store zu laden und ver­schie­dene Geräte mitein­ander zu synchro­nisieren - viele Vor­teile also, der Nach­teil liegt aller­dings auf der Hand: der Microsoft-Nutzer wurde end­gültig zum glä­sernen Kunden. Sämt­liche Aktivi­täten am eigenen PC sollten von nun an für den Konzern ein­sehbar sein.

Mit einem ein­fachen Trick lässt sich der Zwang zum Microsoft-Konto jedoch umgehen: Wird während der Instal­lation die Inter­net-Ver­bin­dung gekappt, bietet Windows auto­matisch die Ein­richtung eines soge­nannten "lokalen Kontos" an, wie es bei früheren Windows-Ver­sio­nen üblich war. Derselbe Kniff funktio­niert übri­gens auch bei Windows 10.

Zwangs-Updates und Datensammeln: Das nervt Nutzer an Windows 10

Windows 10 Startmenü Desktop HandyDas Start-Menü ist zurück - Windows 10 für Desktop und Handy Die Aus­horchung der Anwender soll mit dem aktu­ellen Win­dows 10 noch weiter­gehen. Wer bei der Ein­rich­tung des Betriebs­systems munter auf "Über­nehmen" klickt, muss damit rechnen, dass ein Groß­teil seiner Daten bei Microsoft landet, wo sie in erster Linie für perso­nalisierte Wer­bung ver­wendet werden.

Immer­hin, das beliebte Start­menü und der Desktop sind im aktu­ellen Microsoft-System wieder von vorn­herein dabei. Zu den grund­legen­den Neue­rungen von Win­dows 10 gehören außer­dem der frische Browser Microsoft Edge und die Siri-ähnliche Sprach­assis­tentin Cortana. Auch für diesen Dienst ist übrigens ein Microsoft-Konto Pflicht. Eben­falls neu bei Windows 10 ist der Zwang zum regel­mäßigen Update. Die nicht-optio­nalen Aktuali­sierungen sollen für mehr Sicher­heit sorgen, schränken jedoch auch die Nutzer-Auto­nomie weiter ein. Bei der Win­dows-10-Home-Edi­tion werden Feature-Updates auto­matisch einge­spielt. In der Pro-Ver­sion lassen sich die Aktuali­sierungen zumindest ver­zögern, ganz auf­halten kann man sie jedoch nicht. Auto­ritärer Update-Zwang oder begrüßens­werte Sicher­heits-Neue­rung? Das muss wohl jeder für sich selbst ent­scheiden.

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