
Fast in jedem Smartphone steckt heute ein ARM-Prozessor
Ob
Tablet oder
Smartphone - in beiden Geräte-Kategorien finden
sich in der Regel Prozessoren mit ARM-Architektur: Im Jahr 2011 besaßen über
90 Prozent aller hergestellten Handys und Smartphones einen Prozessor auf
ARM-Basis. Das britische Unternehmen ARM dominiert den Markt für Smartphone- und
Tablet-Prozessoren, obwohl es selbst gar keine Chips herstellt.
Vielmehr konstruiert ARM Designs für Prozessoren
und anwenderspezifische integrierte Schaltungen für seine Auftraggeber. Diese
fertigen die Chips dann selbst oder lassen sie von Unternehmen aus der
Halbleiter-Industrie herstellen. Dafür zahlt der Lizenznehmer pro hergestelltem
Chip eine Gebühr an ARM. Viele Lizenznehmer von ARM-Designs nutzen diese als
Bausteine für die Entwicklung eigener komplexerer Systeme.
Zu den Kunden der Briten zählen etwa Apple, Samsung und HTC sowie selbst die
CPU-Hersteller-Schwergewichte Intel und AMD.
Tegra, Snapdragon und OMAP nutzen ARM-CPU
In der Regel werden in Smartphones und Tablets sogenannte Ein-Chip-Systeme
(System on a Chip: SoC) eingesetzt wie etwa die
Plattformen Nvidia Tegra, Qualcomm Snapdragon und Texas
Instruments OMAP. Diese enthalten neben neben Prozessor-Kernen auch
einen Grafik-Prozessor und weitere Elemente. Im Smartphone-Bereich sind OMAP und
Snapdragon weit verbreitet, Tegra-Chipsätze finden sich vor allem in Tablets.
Texas Instruments hat allerdings angekündigt, sich aus dem Markt für Smartphone-
und Tablet-Chips zurückziehen zu wollen.
Dabei muss es nicht so sein, dass ein Handy-Hersteller nur auf eine
SoC-Plattform setzt: So verbaut Samsung je nach Modell entweder OMAP,
Snapdragon, Tegra oder setzt auf Eigenentwicklungen. Denn der koreanische
Konzern fertigt auch noch seine selbst entwickelte ARM-basierte SoC-Plattform
Exynos, die etwa im Samsung Galaxy S3
verbaut ist. Zudem stellt das Unternehmen Systeme für Konkurrenten her, wie etwa
A4, A5 und (aktuell) A6 für Apple. Diese haben die Kalifornier auf ARM-Basis für
den Einsatz in iPhone, iPod und iPad entwickelt.
Windows RT: Auch Microsoft setzt auf ARM
Selbst Microsofts Windows gibt es mittlerweile in einer für ARM-Architekturen
kompatiblen Version: Windows RT. Für seinen Einstieg in den Tablet-Markt war es
für das Unternehmen aus Redmond mehr oder weniger unumgänglich, auch eine
Betriebssystem-Variante für ARM-basierte Geräte anzubieten. Nun gibt es zwei
Varianten von Windows-Tablets: Einerseits Geräte auf ARM-Basis mit Windows RT
und andererseits Geräte auf Basis von Intels
x86-Architektur - welche seit 20 Jahren den PC-Bereich dominiert - mit
Windows 8.
Durch die Verfügbarkeit von Windows RT könnten ARM-basierte Prozessoren auch den
Sprung in die Welt von Desktop-PCs und Notebooks finden. Bisher haben
beispielsweise Netbooks mit ARM-Prozessoren wenig Verbreitung gefunden, was auch
dadurch befördert wurde, dass nur Linux-Distributionen als mögliche
Betriebssysteme zur Verfügung standen.
Spezialist für mobile Geräte und eingebettete Systeme
Prozessoren mit ARM-Architektur sind vor allem auf einen geringen Stromverbrauch
ausgelegt, eine notwendige Anforderung nicht nur in Handys, sondern auch vielen
anderen Geräten wie Druckern, Routern, Fernsehern, Festplatten, TV-Set-Top-Boxen
oder Spielekonsolen sowie auch weiteren tragbaren Geräten wie Digital-Kameras,
Audio/Video-Player, Spiele-Handhelds oder Navigationsgeräte. Dabei gibt es
natürlich erhebliche Unterschiede in Rechenpower und Strombedarf zwischen den
verschiedenen Geräte-Kategorien. Während die in Highend-Smartphones eingesetzten
Systeme häufig Taktraten von mehr als 1 GHz und
mehrere Prozessor-Kerne aufweisen, gehören auch zahlreiche Prozessoren und
Mikrocontroller mit deutlich abgespeckteren Leistungsdaten zum Sortiment von
ARM.
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