E-Mail-Oberfläche

Im Test: Eine Woche mit der neuen E-Mail-Oberfläche von T-Online

Neues Design schlichter und schneller, Fehler im Internet Explorer
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Selbsttest: 1 Woche mit der neuen E-Mail-Oberfläche von T-OnlineSelbsttest: Eine Woche mit der neuen E-Mail-Oberfläche von T-Online Nach längerer Zeit stellt T-Online aktuell seine E-Mail-Kunden auf ein neues Design um. Das ist deswegen interessant, weil beide vorhergehenden Oberflächen mit Mängeln behaftet und recht langsam waren. Wir haben das neue T-Online-Postfach eine Woche lang getestet.

Unter der Adresse email.t-online.de stand bis vor einigen Tagen noch das alte Interface für T-Online-Kunden zur Verfügung. Dieses war - auch bei einer schnellen Internet-Verbindung - meist recht langsam und es gab wichtige Bedienelemente, die schlicht und ergreifend nicht vorhanden waren. In den E-Mail-Ordnern fehlte beispielsweise die Funktion, mit einer Checkbox alle Nachrichten auf einen Schlag markieren und löschen zu können. Auch im Adressbuch fehlte diese Funktion, alle Adressen in einem Rutsch zu löschen, um sie - beispielsweise in aktualisierter Version - wieder aus einem anderen Postfach oder einem Mobilgerät zu importieren. Auch das Design mit fest vergebener, nicht anpassbarer Postfachbreite und vielen freien Flächen daneben gab Anlass zur Kritik.

Glücklicherweise hat T-Online im Lauf der vergangenen Jahre immer diverse alternative Interfaces bereit gestellt und den Nutzer nicht gezwungen, die "Haupt-Oberfläche" zu nutzen. Beispielsweise gibt es immer noch das vorletzte, wirklich antiquiert aussehende Interface unter email.t-online.de/kc/, das weiterhin nutzbar ist. Und für mobile Geräte steht m-email.t-online.de in einer abgespeckten Variante zur Verfügung - damit hat der Anwender momentan mindestens vier Webmail-Interfaces zur Auswahl.

Neues Design im Test: Schlichter und aufgeräumter

Ausklappbare Leiste am oberen BildschirmrandAusklappbare Leiste am oberen Bildschirmrand Loggt sich der T-Online-Nutzer in sein Postfach ein, wird er per Popup darauf hingewiesen, dass er auf das neueste Design wechseln kann, falls dieses von T-Online bereits bereitgestellt wurde. Auf den ersten Blick wirkt das neue Design deutlich heller und aufgeräumter - das mausgraue Boxen-Design der Vorversion hatte immer einen etwas tristen Anstrich.

Der Posteingang hat zwar wieder eine feste Breite, diese ist aber deutlich größer als bisher ausgefallen - damit sind auch längere Betreffzeilen komplett lesbar. Viele Navigationselemente hat T-Online am oberen Rand in einer ausklappbaren Leiste versteckt. Hier sind vor allem die Icons für das Mediencenter mit nach wie vor 25 GB Speicherplatz, für das Kundencenter und das Adressbuch sinnvoll. Verzichtbar wären die Links zur Telekom-Startseite, zum T-Online-Portal, zum TV-Programm-Manager und zum Music-Shop.

Eher sinnvoll ist das Menü in der linken oberen Ecke, über das Adressbuch, Posteingang, Kalender, Grußkarten, Sync-Plus, Mediencenter und Einstellungen aufrufbar sind. Hier gibt es auch die Möglichkeit, eine kurze Infotour zum neuen Design anzusehen. Ansonsten blinkt rechts vom Posteingang ein senkrechtes Banner. Für unsere Begriffe ist das Layout insgesamt gut gelungen, und in der ersten Nutzungswoche kamen wir schneller voran als mit dem alten Design. Auch Drag & Drop der Nachrichten funktionierte problemlos - diese von T-Online als "neu" angepriesene Funktion gab es im vorigen Design aber auch schon.

Schnellere Geschwindigkeit, aber kein Copy & Paste im Internet Explorer

Ebenfalls geschraubt hat T-Online an der Arbeits- und Ladegeschwindigkeit - das Navigieren im Postfach und das Aufrufen der Nachrichten ging etwas schneller als mit dem vorigen Design.

Momentan ein böser Fehler ist aus unserer Sicht, dass im Internet Explorer 10 und 11 aus der Mailvorschau heraus kein Copy & Paste von Text möglich ist. Dieser Fehler ist insofern unverzeihlich, da es in unserem Arbeitsablauf praktisch täglich vorkommt, dass wir Text aus einer Mail herauskopieren müssen. Lässt man sich beispielsweise für einen Online-Account ein neues Passwort zusenden, muss dieses händisch abgetippt werden. Alternativ kann die Mail auch auf dem Desktop als *.eml abgespeichert werden, aber in einem modernen Postfach sollte das zum Kopieren von Text nicht notwendig sein. Im Firefox besteht das Problem nicht.

Übrigens nur im neuen Design verfügbar ist die Funktionsanzeige der umstrittenen Brancheninitiative E-Mail made in Germany, die T-Online mit GMX und Web.de gestartet hat und die lediglich anzeigt, ob der Kommunikationspartner sein Postfach bei einem der drei Anbieter hat und dass der Datenverkehr per Webinterface SSL-verschlüsselt abläuft. Einen echten Schutz gegen Abhören bietet die Initiative allerdings nicht, die drei Anbieter können lediglich einen Serverstandort in Deutschland garantieren.

Keinen direkten Zugang gibt es übrigens zum De-Mail-Service der Telekom, hierzu muss sich der Anwender auf dem entsprechenden Portal separat einloggen.

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